Vereine und Verbände wünschen sich kreisweite Einführung der niedersächsischen Ehrenamtskarte

„Geht nicht um dicken Reibach“

SYKE (kat) · Sie besuchen Kranke, tragen Einkäufe in den dritten Stock, organisieren Spieleabende oder helfen bei Behördengängen: Ohne Ehrenamtliche wären viele Dinge in ihrer heutigen Form unmöglich. Über ein „Dankeschön“ in Form der niedersächsischen Ehrenamtskarte würden sich zahlreiche Freiwillige im Landkreis freuen, wie sie im Gespräch mit dieser Zeitung berichten.

Sie ist scheckkartengroß und personalisiert: die Ehrenamtskarte verhilft ihrem Träger zu „Vergünstigungen in öffentlichen Einrichtungen und bei zahlreichen Anbietern“, informiert die niedersächsische Staatskanzlei. Im Landkreis ist die Karte bislang jedoch nur in der Stadt Syke zu haben, die Samtgemeinde Schwaförden plant, sie im kommenden Jahr einzuführen (wir berichteten).

Doch das ist zahlreichen Ehrenamtlichen kreisweit zu wenig. „Das Ehrenamt muss Spaß machen, sonst kommt keiner. Das Ehrenamt braucht Anerkennung, sonst bleibt keiner“, betont Hermann Helms, Vorsitzender des Kreisseniorenbeirates. In seinem Gremium seien die meisten Mitglieder bereits seit Jahren unentgeltlich für das Gemeinwohl aktiv. „Wir sehen die Ehrenamtskarte als Wertschätzung und Anerkennung für unsere Mitglieder – und es geht dabei nicht darum, ein paar Cents zu sparen“, stellt Helms klar. Mit Interesse hatte er auch den Syker Vorstoß mit der Ausgabe der Ehrenamtskarte verfolgt.

Auch Margret Peters, Vorsitzende des Kreisverbandes Diepholz im Allgemeinen Deutschen Fahrrad Club (ADFC), schaut in diesem Zusammenhang auf die Hachestadt: „Wir setzen uns hier kreisweit für den Radverkehr ein. Wir tun etwas für die Radler und das darf auch gewürdigt werden“, findet Peters, deren Verband sich ebenfalls klar für die kreisweite Einführung der Ehrenamtskarte ausspricht. Peters plant, das Thema bei der nächsten Kreisverbandssitzung auf den Tisch zu bringen.

„Was Ihr macht, ist uns wichtig“ sollte in den Augen von Ursula Tebelmann aus Sulingen die Botschaft lauten, die mit der Karte einhergeht. Tebelmann ist die stellvertretende Kreisverbandsvorsitzende im Sozialverband Deutschland (SoVD) und hat im SoVD Bedarf festgestellt – auch mit Blick auf die Zukunft. „Das Ehrenamt wird künftig ganz sicher ein noch wichtigerer Bestandteil der Gesellschaft werden“, ist sie überzeugt.

Dem schließt sich auch Heidemarie Albers aus Barnstorf an: Albers ist unter anderem als Seniortrainerin und bei den Engagementlotsen im Kreis aktiv. Sie weiß, dass sich ihre Mitstreiter über die Anerkennung durch die Ehrenamtskarte freuen würden und es im Fall einer kreisweiten Einführung jedem selbst überlassen bleibe, inwieweit man sie denn nutzen wolle. „Keiner will damit den dicken Reibach machen. Aber: Es gibt ja auch bei uns welche, die knapp mit der Rente sind“, merkt sie an.

Entscheidend ist in ihren Augen die Anerkennung des Engagements, was mit der Einführung einhergehen würde. „Einfach mal Danke sagen – das fällt heute vielen so schwer“, bedauert Albers.

Anke Ahrlich, stellvertretende Fachdienstleiterin im Büro des Landrates, bestätigt auf Nachfrage, dass es bereits öfter Versuche gegeben habe, die Karte kreisweit einzuführen, diese Intention sei allerdings an der Ablehnung durch die Bürgermeisterkonferenz gescheitert. „Sie wollten damals lieber vor Ort etwas für ihre Freiwilligen machen“, ergänzt Ahrlich.

Eine etwaige Wiederaufnahme des Themas durch die Verwaltung sieht sie derzeit nicht: „Die Beschlusslage ist eindeutig. Da sehen wir derzeit keine Veranlassung, wenn sich die Grundhaltung der Bürgermeister nicht ändert.“ Wenn man die Ehrenamtskarte kreisweit anbieten wollen würde, müssten in Ahrlichs Augen die Gemeinden an Bord sein.

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