Erstversuch startet in Schlecker-Filiale

Galerie auf Zeit: Kunst statt Leerstand

Die ehemalige Schlecker-Filiale an der Hauptstraße 13 wird die erste Adresse der „Galerie auf Zeit“. Von links: Inhaber Lothar Ebken sowie die beiden Syker Künstler Lutz Felsmann und Ruth Cordes. ·
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Die ehemalige Schlecker-Filiale an der Hauptstraße 13 wird die erste Adresse der „Galerie auf Zeit“. Von links: Inhaber Lothar Ebken sowie die beiden Syker Künstler Lutz Felsmann und Ruth Cordes. ·

Syke - Von Michael Walter. Kunst statt Leerstand – das haben sich Ruth Cordes und Lutz Felsmann auf die Fahne geschrieben und die „Galerie auf Zeit“ ins Leben gerufen. Die Idee dahinter: Leerstehende Geschäfte werden für einen begrenzten Zeitraum zu Ausstellungsräumen.

Für Gemälde, Skizzen, Skulpturen und Objekte, kurz: Für das gesamte Spektrum der Bildenden Kunst. Den Auftakt gibt der ehemalige Schlecker-Markt an der Hauptstraße 13: Dort eröffnet der Galeriebetrieb am Freitag, 5. April. Geplant ist eine Gemeinschaftsausstellung von insgesamt acht Syker Künstlern. Einige Zusagen stehen derzeit allerdings noch aus.

„Da haben zwei Ideen auf einander zu gearbeitet“, beschreibt Ruth Cordes die Entstehungsgeschichte. „Ich habe die Leerstände gesehen und musste daran denken, wie schwer es regionale Künstler haben, Ausstellungsflächen zu bekommen. Lutz Felsmann stellt in Bremen aus, ich selbst in Hamburg, aber vor Ort sind wir praktisch überhaupt nicht vertreten.“

Und dann ging alles fast von selbst: Lutz Felsmann hat das Prinzip der Galerie auf Zeit in Bremen kennen gelernt. Gemeinsam haben Ruth Cordes und er bei der Kulturbehörde in Syke angeklopft, wo man zufällig auch gerade in diese Richtung gedacht hat. „Es war  alles so leicht“, staunt Ruth Cordes. „Wir mussten nirgends lange reden.“

Den Syker Kaufmann Lothar Ebken als Eigentümer der Hauptstraße 13 konnten die Künstler zum Beispiel sehr schnell von ihrer Idee überzeugen, zeitgenössische Kunst ohne Berührungsängste zu präsentieren und als Nebeneffekt dem strukturell schwächelnden Einkaufsstandort Hauptstraße sinnbildlich unter die Arme zu greifen, indem man mittels Kunst die Anziehungskraft erhöht.

„Kein Ladenlokal wird durch solch eine Ausstellung in seiner Qualität beeinträchtigt“, sagt Cordes. „Das Prinzip ist: Wenn für ein leer stehendes Geschäft kurzfristig ein Mieter in Erscheinung treten sollte, können wir unseren Kram innerhalb von 24 Stunden zusammenpacken und bei einem anderen Geschäft an die Tür klopfen.“

Geplant ist das so allerdings nicht. So wie Cordes, Felsmann und Ebken es abgesprochen haben, soll die erste Ausstellung in der Galerie auf Zeit ganz regulär Mitte des Jahres zuende  gehen.

Das Team um Ruth Cordes sucht übrigens noch ein paar Sponsoren.

„Wir verdienen zwar nichts und arbeiten im absolute Low-Budget-Bereich. Das heißt aber ja nicht, dass uns keine Kosten entstehen“, sagt Cordes und zählt auf: Werbung, Strom, Wasser, Heizung,…

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