Wilfried Melhop-Lange aus Heiligenfelde hat seinen Doppeldecker aus über 7000 Einzelteilen selbst gebaut

Fünf Jahre Arbeit vor dem Vergnügen

Nein: Nicht vom Roten Baron getroffen. Sondern ein Start mit eingeschaltetem Rauch-Erzeuger.

Syke - HEILIGENFELDE (mwa) · Wilfried Mehlhop-Lange geht leicht in die Luft: Gerade mal 60 Meter braucht er dafür. Das ist ungefähr die Strecke, die sein Doppeldecker zum Abheben benötigt.

Ob es der Heiligenfelder ist, der da oben am Himmel seine Kreise zieht, ist auch für den Laien schnell zu erkennen: Mehlhop-Langes Flugzeug ist an der Unterseite sonnengelb, der Rest des Fliegers ist in Tarnfarben  gestrichen und Tragflächen, Seiten sowie Heckleitwerk zieren britische Hoheitszeichen aus dem Ersten Weltkrieg. Und die sind ja nun nicht so häufig anzutreffen.

„Das hat aber keinen  philosophischen oder gar  militaristischen Hintergrund“, beteuert der Hobby-Pilot. „Ich wollte einfach mal was anderes.“

Das eigentlich Besondere an dieser fliegenden Kiste ist aber: Wilfried Mehlhop-Lange hat sie selbst gebaut. Fünf Jahre lang hat er dafür jeden Tag eine Stunde im Keller gesessen und gearbeitet. „Das ist die Zeit, die andere in der Kneipe oder vor der Glotze hängen“, spielt er den Aufwand herunter. Über 7000 Einzelteile musste er anfertigen, bevor er auch nur an der Wort „Montage“ denken konnte. Denn den Do-it-yourself-Doppeldecker gibt es nicht als Bausatz.

„Man kauft die Pläne“, erklärt der 62-jährige gelernte Kraftwerkstechniker, der heute als Lehrer an der KGS Kirchweyhe tätig ist. „Damit erhält man vom Konstrukteur die Berechtigung, genau ein Exemplar seines Flugzeugs zu bauen.“

2000 Arbeitsstunden haben in seinem ersten Flugzeug gesteckt, sagt Mehlhop-Lange. Für seinen jetzigen zweiten Flieger seien es dann „nur noch 1600“ Stunden gewesen.

Das Resultat dieser Mühen steht auf einem Flugplatz bei Nienburg. Wenn es denn überhaupt mal am Boden steht. „Wenn ich länger als drei Wochen nicht fliegen kann, werde ich unruhig“, lacht der Besitzer. „Am liebsten steuere ich immer neue Plätze an, wo man sich stets auf neue Verhältnisse einstellen muss.“ Und am schönsten ist es dann für ihn, wenn ein bisschen Wind dabei im Spiel ist. „Am meisten Spaß macht es, wenn etwas Bewegung in der Luft ist. Dann hat man richtig was zu tun.“

Denn auch wenn es nicht danach aussieht: Mehlhop-Langes Flieger ist ein Ultraleicht-Flugzeug. Das Leergewicht beträgt ganze 280 Kilo und das maximale Gesamtgewicht darf 450 Kilo nicht übersteigen. „Sehr solide!“, lobt Mehlhop-Lange die Konstruktion. „Es existieren  insgesamt etwa 180 davon, und es hat noch nicht einen  einzigen Strukturbruch  gegeben.“

Nur Regen ist ein Problem: Da kann sich der Kunststoff-propeller nämlich auflösen.

Ehefrau Gerhild sagt: „Ich habe keine Angst um meinen Mann, wenn er in der Luft ist. Auf der Straße passiert viel mehr.“ Und wie steht es um ihre eigene Flugleidenschaft: „Unsere beiden Töchter wollen ja immer ein bisschen Action. Ich brauche es hingegen ruhig, dann  fliege ich gerne mit.“

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