Silvestermarsch feiert 40-jähriges Bestehen / Mit 150 Teilnehmern 1972 gestartet / Schwerathleten beraten Programm

Früher gab es Medaillen, heute Punsch

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Ortsvorsteher Klaus Rajf (l.) und Rolf Hartmann halten Medaillen in den Händen, die in den ersten Jahren noch an die Teilnehmer des Silvestermarsches vergeben wurden. ·

Bassum - Von Berthold B. Kollschen„Spaß und Medaillen gab es für die Teilnehmer der ersten Bassumer Silvesterwanderung, die der TSV Bassum durchführte. Weit über 150 Bassumer beteiligten sich daran. Die Wanderung führte über mehr als sechs Kilometer Waldweg. Heißer Tee und wärmendes Feuer fehlten nicht. Unter der Regie von Georg Alves wurde die Wanderung reibungslos abgewickelt.“ So schrieb am 3. Januar 1973 die Kreiszeitung. Das heißt: der Silvestermarsch feiert am 31. Dezember 40-jähriges Bestehen.

Ungenaue Angaben von vielen Seiten besagten noch im vergangenen Jahr, dass sich der Silvestermarsch im 35. oder 36. Jahr seines Bestehens befinden würde. Mit diesen Vermutungen gab sich Bassums Ortsvorsteher Klaus Rajf nicht zufrieden. „Da muss mal Klarheit geschaffen werden“, sagte er und „grub“ in alten Unterlagen. Er fand heraus, dass die Silvesterwanderung, wie sie damals hieß, erstmals 1972 zum „Dicken Braken“ führte.

Günther Alves vom TSV-Vorstand war es, der zu Zeiten des Vorsitzenden Wilhelm Lülker und Geschäftsführers Hans-Joachim Günther das Vorhaben „Silvesterwanderung“ in die Tat umsetzte. Damals gab es noch Medaillen, die an die Teilnehmer als Anerkennung verteilt wurden. Drei dieser Schmuckstücke liegen Rajf und Hartmann vor – Wilma Hartmann hat die Relikten aus alter Zeit gefunden.

Rajf war von 1982 bis 1987 Geschäftsführer des Vereins und von 1990 bis 1998 Mitglied des Vorstands. Rajf war es auch, der 1997 anfing, die damals vorliegende Chronik des TSV aus dem Jahre 1980 fortzuschreiben. Seine Arbeit fand viel Anerkennung und wurde im April 1998 in Form eines gebundenen Buches unter dem Titel „Wir Sportler im Turn- und Sportverein Bassum bis 1998 – Geschichte unseres und anderer Vereine im Amte Freudenburg“ in einer Auflage von 3 000 Exemplaren aufgelegt.

In dem Buch steht geschrieben, dass der erste Silvestermarsch, organisiert und durchgeführt vom TSV Bassum, im Jahre 1972 stattgefunden habe. Auch Rolf Hartmann, Chef der Schwerathleten und Motor des Bassumer Silvestermarsches, hat die Unklarheit der Aussagen nicht ruhen lassen. Er fand erst vor einigen Tagen im Stadtarchiv den oben zitierten Kreiszeitungsartikel von 1973.

Damit liegen zwei Belege vor, die bestätigen, dass die Bassumer Silvestermarschtradition im Jahre 1972 begann. Die Schwerathleten haben im Jahre 1979 die Organisation übernommen.

„Da werden wir uns in diesem Jahr wohl etwas Besonderes einfallen lassen müssen“, stellt Rolf Hartmann in einem Gespräch mit unserer Zeitung in Aussicht. „Wir werden das auf unserer nächsten Vorstandssitzung in aller Ruhe besprechen, denn nach der Show ist bekanntlich vor der Show, was ganz besonders für dieses Jahr gilt“, so Hartmann. Ein neues Zelt für die Stiftsfuhren ist bereits angeschafft, das alte wurde der AWG entsorgt.

„Vielleicht schaffen wir es, im Jubiläumsjahr die Rekordmarke von 1 000 Teilnehmern zu durchbrechen“, schmunzelt Rolf Hartmann, der mit seinem 16-köpfigen Team in den Stiftsfuhren für heißen Punsch „mit und ohne“, für feurigen Kirschsaft und für leckere Grillbratwürste sorgt.

„1978 ist der Marsch übrigens ausgefallen“, erinnern sich Hartmann und Rajf. „Das war das Jahr der großen Schneemassen, die die Veranstaltung unmöglich gemacht haben.“ Seit 1990 führt der Silvestermarsch in die Stiftsfuhren, nachdem sich ein Jagdaufseher über die Unruhe beschwert hatte, die der Marsch für die Tierwelt im „Dicken Braken“ mit sich brachte.

Stiftsrentmeister Herbert Brunhorn und Äbtissin Barbara von Wallenberg Pachaly waren auf Anfrage von Rolf Hartmann sofort bereit, die Bassumer am Silvester-Tag über ihr Gelände marschieren zu lassen. Auch die heutige Äbtissin, Isabell von Kameke, steht der Traditionsveranstaltung positiv gegenüber. Bleibt abzuwarten, was sich Hartmann und sein Team für die Geburtstagsveranstaltung in diesem Jahr als Überraschung einfallen lassen werden.

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