Höhere Bahnsteige auf 220 Metern Länge / Gesamtkosten 2,3 Millionen Euro

Frischzellenkur für den Barrier Bahnhof

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Auf 220 Metern Länge soll der Bahnsteig am Barrier Bahnhof auf eine Höhe von 76 Zentimetern gebracht werden.

Barrien - Von Michael Walter. Totgesagte leben länger: Auch der Barrier Bahnhof soll nun noch in diesem Jahr für insgesamt 2,3 Millionen Euro ausgebaut werden und höhere Bahnsteige erhalten. Auf Nachfrage der Kreiszeitung hat die Stadtverwaltung bestätigt: Zum Herbst sollen die Bauarbeiten beginnen.

Dabei hatte es zwischenzeitlich so ausgesehen als ob das Barrien betreffende Ausbauprogramm stillschweigend eingeschlafen wäre. Während die umfassenden Umbauarbeiten am Syker Bahnhof (geplante Fertigstellung im Sommer) Teil des  Ausbauprogramms „Niedersachsen ist am Zug“ sind, stammen die für Barrien geplanten Baumaßnahmen ursprünglich aus dem GVFG-Bundesprogramm für die Region Bremen / Niedersachsen. Darin war der Barrier Bahnhof 2009 als eine von 18 Stationen mit untergeordneter Dringlichkeit eingestuft worden, die zu einem späteren Zeitpunkt nachgezogen werden sollten. 2012 nahm die Planung dafür konkrete Gestalt an. Die Stadtverwaltung hatte in diesem Zusammenhang eine sogenannte „planbegleitende Stellungnahme“ abgegeben.

Darin hatte die Stadt die geplante Erhöhung der Bahnsteige auf Zugniveau als nicht ausreichend kritisiert, um den Barrier Bahnhof tatsächlich auch barrierefrei zu machen.

Lars Brunßen vom Syker Bauamt erklärt: „Stellen wir uns vor, ein Gehbehinderter kommt mit seinem Auto zum Barrier Bahnhof, parkt dort auf der Park-and-Ride-Anlage, steigt in den Rollstuhl und gelangt über den erhöhten Bahnsteig barrierefrei in den Zug. Wenn er später wieder zurückkommt und auf dem anderen Bahnsteig aussteigt: Wie kommt er dann zu seinem Auto?“

Die Antwort müsste lauten: „Gar nicht!“ Denn sowohl die Straßenüberführung – das „Hufeisen“, steil und ohne Gehweg – als auch die Fußgängerbrücke am Bahnhof stellen eine unüberwindliche Hürde dar.

„Wir hatten uns deshalb dafür ausgesprochen, eine barrierefreie Überquerung der Gleise zu schaffen“, so Brunßen. „Entweder durch den Einbau von Fahrstühlen oder durch einen Umbau der Fußgängerbrücke.“ Das hatte die Bahn als zuständiger „Infrastrukturbetreiber“ abgelehnt. Argument: Erst ab 1000 Fahrgästen täglich würden sich solche Umbauten rechnen. Barrien ist von dieser Größenordnung weit entfernt und kommt lediglich auf etwa 300 bis 400 Fahrgäste pro Tag.  Außerdem würden die Bahnhöfe Kirchweyhe und Syke zu 100  Prozent barrierefrei ausgebaut und stellten in solchen Fällen Alternativen in zumutbarer Entfernung dar.

Das war Stand Dezember 2012. Seitdem ruhte still und starr der sprichwörtliche See. Erst jetzt ist wieder Bewegung in das Umbauprogramm gekommen. Grund: Die Verhandlungen zwischen Bund, Land und Bahn über die Finanzierung erwiesen sich als kompliziert. „Erst gegen Ende 2013 war die unter Dach und Fach“, sagt Rainer  Peters, der Pressesprecher der Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG).

Geplanter Baubeginn in Barrien ist frühestens im dritten Quartal. Der Bahnhof erhält auf einer Länge von 220 Metern an beiden Gleisen Bahnsteige mit einer Höhe von 76 Zentimeter, was dem Höhenniveau der Zug eingänge entspricht. Auch die Zuwegungen zu den Bahnsteigen müssen daher auf beiden Seiten erneuert werden. Hinzu kommen Wartehäuschen und eine neue Beleuchtung. Die  Fertigstellung ist für 2015 geplant.

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