Sven Szubin unterstützt Gemeinde im russischen Samara / Seine Familie in Wetschen verbringt Weihnachten ohne ihn

Ein Freiwilliger für alle Fälle

In einer Hilfsaktion verteilte Sven Szubin (Mitte) 40 Kilo schwere Kartoffelsäcke an Menschen auf dem Land.

Lemfoerde - Von Lilian BertramWETSCHEN · Bei Familie Szubin in Wetschen bleibt dieses Jahr ein Platz an der Weihnachtstafel frei – Sohn Sven absolviert bis Mitte März seinen Freiwilligendienst in Samara, der sechstgrößten Stadt Russlands.

Für Erna und Karl-Heinz Szubin ist es das erste Weihnachten ohne ihren jüngsten Sohn. „Es ist schade, dass er nicht da ist, aber die Hauptsache ist, dass es ihm in Samara gut geht. Er ist dort in einer Gemeinschaft und hat Freunde“, sagt seine Mutter. „Sven fühlt sich dort pudelwohl“, freut sich sein 61-jähriger Vater. „Viele haben ja die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen, als er von seinen Plänen erzählt hat.“

Seine Stelle hatte der 25-jährige, der in Wetschen aufwuchs und in Stuttgart Bauingenieurwesen studiert, am 1. September in der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde St. Georg angetreten. Ausgesandt worden war er vom Gustav-Adolf-Werk (GAW), dem ältesten evangelischen Hilfswerk in Deutschland. Das GAW ist Partner evangelischer Minderheiten weltweit und unterstützt diese.

Da die Arbeit des jungen Mannes durch Spenden finanziert wird, hatten seine Eltern Erna und Karl-Heinz zusammen mit dem Team der DRK-Schwesternstation Rehden einen Bingo-Nachmittag für Senioren veranstaltet (wir berichteten). „Den Erlös hat Sven aufgestockt und davon eine neue Schließanlage für das Wohnheim neben der Kirche, in dem er lebt, finanziert“, erläutert Karl-Heinz Szubin. „Überhaupt haben schon etliche Wetscher gespendet.“

In Samara zählen hauptsächlich Hausmeister-Tätigkeiten und Fahrdienste zu Svens Aufgaben. Auch besucht der angehende Ingenieur mit der Pastorin alte sowie kranke Menschen in der Gemeinde, gestaltet Gottesdienste mit, betreut die Jugendgruppe und gibt Schülern beim Deutschlernen Hilfestellungen. „Sven hat wirklich eine soziale Ader. Ich weiß gar nicht, woher er die hat“, gibt Vater Szubin schmunzelnd zu Protokoll. Den 25-Jährigen habe der Aufenthalt in der russischen Gemeinde immer gereizt, weil er dort etwas bewegen könne.

„Die Zeit in Samara wird ihn gewaltig prägen“, ist sich der 61-Jährige Wetscher sicher. In regelmäßigen Abständen sprechen er und seine Frau mit ihrem Sohn in der Ferne, ansonsten hält Sven Freunde und Familie per E-Mail auf dem Laufenden. „Die erste Frage ist immer ‚Wie geht´s Opa?‘“, erzählt Karl-Heinz Szubin von der engen Beziehung zwischen Enkel und Großvater, der mit im Haus wohnt. Heimweh? – Keine Spur. „Sven hört sich nie traurig an, er ist mit Leib und Seele ‚Russe‘ geworden.“ Probleme mit der Verständigung gebe es keine.

Dennoch ist Sven, sofern die Technik mitspielt, nicht ganz aus der Welt. „Wir hoffen, dass an einem der Weihnachtstage ein ‚Videoabend‘ zustande kommt.“ Dieser sieht wie folgt aus: Die ganze Familie Szubin versammelt sich um den Computer und telefoniert mit Sven über das Internet – mithilfe einer Webcam kann sie ihn sogar live und in Farbe sehen.

Svens Freundin Sabrina, die gebürtig aus Burlage stammt, und in Stuttgart arbeitet, fliegt am 27. Dezember nach Samara. „Wir haben schon einen Brief an ihn geschrieben, den nimmt seine Freundin dann mit“, sagt Mutter Erna, die in Diepholz arbeitet.

Und wie sehen die Feiertage bei den Szubins aus? „Es wird ruhiger“, so die Wetscherin, „unser anderer Sohn verbringt Heiligabend bei seiner Freundin, unsere Tochter bei ihren Schwiegereltern. Wir sind also nur zu dritt.“ Heiligabend gehen die Szubins in die Wetscher Kirche, zu essen gibt es schlesische Bratwürste. Sohn Björn und Tochter Nicole kämen am ersten oder zweiten Weihnachtstag zu Besuch. „Wir hoffen, dass Sven nächstes Jahr an Weihnachten zuhause ist“, so Karl-Heinz Szubin. Bis dato könnte dieser Wunsch in Erfüllung gehen – das Praxissemester, das Sven im arabischen Oman verbringen möchte, dauert nur bis Oktober.

Wer die Arbeit Sven Szubins und anderer Freiwilligendienstler unterstützen möchte, überweist seine Spende auf das Konto Freiwilligendienste des GAW, Kontonummer 102 649 2, Bankleitzahl 520 60 410 mit dem Verwendungszweck „Freiwilligendienst“.

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