Radweg von Nordwohlde nach Syke ist offiziell freigegeben / „Was lange währt, wird endlich gut“

Zur Freigabe knallen die Sektkorken

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Vor allem für die Kinder bedeutet der neue Radweg mehr Freiheit. Sie müssen künftig nicht mehr gefahren werden. Bürgermeister Wilhelm Bäker, Uwe Schindler und Vertreter der beteiligten Firmen gaben gestern den Weg frei. ·

Bassum - Von Frauke AlbrechtPESTINGHAUSEN · Nach der offiziellen Freigabe, den Reden und dem obligatorischen Foto knallten gestern endlich die Sektkorken. Der Radweg entlang der Landesstraße 340 ist fertiggestellt und für die Öffentlichkeit freigegeben. Die Pestinghäuser und Nordwohlder haben lange darauf gewartet.

Nordwohldes Ortsvorsteherin Inge Evers brauchte gar nicht einzuladen. Die meisten Anwohner hatten schon im Vorfeld signalisiert, bei der Freigabe dabei sein zu wollen, denn für sie ist es ein besonderer Tag. Vor allem die Eltern atmen auf.

„Bisher hatten wir unseren Kindern immer verboten, mit dem Rad nach Syke zu fahren. Sie mussten den Bus nehmen, den Umweg durch den Wald oder wir haben sie gefahren“, sagt beispielsweise Dirk Huckenbeck. Seine Frau Simone ist in Pestinghausen aufgewachsen und kennt die Versprechen der Behörden seit sie klein ist. Nun kommen wenigstens ihre Kinder in den Genuss einer Radverbindung. „Es ist ein Stück Sicherheit“, sagt sie.

Als Uwe Schindler, Leiter der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, das Wort ergriff, hatten es sich die Anwohner schon am Tisch und auf den neuen Bänken gemütlich gemacht, die der Künstler Andreas Koch-Warnken zusammen mit Freiwilligen aus einer Eiche gefertigt und neben der Bushaltestelle aufgestellt hat. Der Baum musste dem Radweg weichen.

„Was lange währt, wird endlich gut“, scherzte Schindler und versprach, sich um den Unterhalt des Radweges zu kümmern. Er könne aber nicht sagen, ob die Verbindung so lange hält wie das Eichenholz, auf dem die Gäste sitzen.

Schindler lobte alle am Bau Beteiligten und vor allem die Anlieger, die ohne große Diskussionen Grundbesitz zur Verfügung gestellt hatten. „Das funktioniert nicht immer so reibungslos. Damit haben wir sehr viel Zeit gespart.“

Auch die Bauphase sei relativ problemlos verlaufen. Das bestätigte Bassums Bürgermeister Wilhelm Bäker. Man habe den Zeitplan einhalten können, nicht zuletzt ein Verdienst der ausführenden Firmen. Bäker nannte das Planungsbüro Thalen aus Neuenburg und die ausführende Firma BTS Bochnig-Müller aus Bassum. „Eine tolle Arbeit, die hier geleistet wurde.“

Der Radweg sei ein wichtiger Beitrag zur Sicherheit der Verkehrsteilnehmer. Es ginge nicht nur darum, von A nach B zu kommen. „Der Radweg schafft Verbindungen, ist ein Stück Lebensqualität“, so der Bürgermeister.

Doch auch er konnte es sich nicht verkneifen, die lange Wartezeit zu erwähnen – und dass die Stadt Bassum 50 Prozent der Kosten übernehmen musste. Grunderwerb, Baukosten und Planung belaufen sich insgesamt auf 410 000 Euro.

Im Jahr 2000 hat das Niedersächsische Landesamt für Straßenbau für den Neubau eines Gemeinschaftsradweges im Zuge der L 340 den Planungsauftrag erteilt, aber nur unter der Option, dass sich die Stadt mit 50 Prozent an den Kosten beteiligt.

Zur Vorbereitung für den spätereren Bau des Radweges wurde 2000 im Zuge der Erneuerung der Fahrbahndecke der Landesstraße in Pestinghausen gleichzeitig eine Hochbordanlage auf 200 Metern Länge hergestellt.

Dann gab es zehn Jahre lang lediglich viel Schriftverkehr – bis 2010 endlich die Vereinbarung zum Bau zwischen Land und Stadt geschlossen worden war. Die Stadt habe die Aufträge für die Planung erteilt und die Bauausführung vergeben. Das Land hat sich mit 50 Prozent beteiligt.

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