Im Schnitt hat die Angst vor den Prüfungen nach dem Kurs abgenommen

Fragebögen legen nahe: Mit Hypnose weniger Abi-Stress

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Hypnotiseur Holger Ahlsdorff und Kursteilnehmerinnen in einer Sitzung im November.

Brinkum - Von Andreas Hapke. Mit der Premiere seines Kurses „Mit Selbsthypnose besser durchs Abi“ an der KGS Brinkum kann Holger Ahlsdorff zufrieden sein.

In einem Fragebogen stimmten zwölf von 13 Teilnehmerinnen für eine Wiederholung des Angebots – im nachfolgenden Jahrgang wohlgemerkt. Sie selbst haben das Abitur geschafft. Laut Ahlsdorff war es das erste langfristige Projekt zur Selbsthypnose mit Schülern in Deutschland. Sämtliche Probanten stammten aus dem Seminarfach „Wissenschaftspropädeutisches Arbeiten“ bei Religionslehrerin Ilse Zelle.

Welchen Anteil genau die rund zehn Sitzungen mit Hypnotiseur Ahlsdorff an den Abiturergebnissen haben, lässt sich nicht nachweisen. Der Kurs sollte den Schülerinnen dazu verhelfen, ihre Ängste abzubauen und das Abi in einer entspannten Gefühlslage zu erleben. Dazu setzte Ahlsdorff unterschiedliche Techniken ein – von der Gruppen- über die Selbsthypnose bis hin zur Klopftechnik (wir berichteten). Sie scheinen zumindest teilweise gefruchtet zu haben. Dies legen die Ergebnisse der anonymen Fragebögen vor Kursbeginn und nach den Abiprüfungen nahe.

Demnach war Angst zu Beginn das am meisten verbreitete Gefühl, vor der mündlichen Prüfung mehr als vor der schriftlichen. Im Schnitt landeten die angehenden Abiturientinnen auf einer Skala von 0 („Mein Hals schnürt sich zu“) bis zehn („Ich gehe gelassen in die Prüfung“) bei 4,3. Vier Mädchen verspürten eine große Angst, nur drei stuften sich als gelassen ein. Termindruck und schulische Anforderungen nannten sie als wesentliche Gründe für ihren Stress. Ein Mädchen gab zu Beginn des Kurses an, bereits „seit längerer Zeit fast täglich“ an die Abiturprüfungen zu denken. Entsprechend groß waren die Erwartungen an Ahsldorff. Die Teilnehmerinnen wünschten sich unter anderem, das Abi entspannter anzugehen, sich keine Gedanken über Stress zu machen und einfache Techniken zu erlernen.

Eine andere Gefühlslage vermittelt der unmittelbar nach der mündlichen Prüfung ausgefüllte Fragebogen. Rückblickend ordneten sich die Teilnehmerinnen auf der „Angst-Skala“ im Schnitt bei 5,9 ein, die Mehrzahl der Mädchen tendierte also mehr zur Gelassenheit. Zehn von ihnen gaben an, vor den Prüfungen Selbsthypnose angewandt zu haben, neun hatten dafür auch eine von Ahlsdorff verteilte CD ausprobiert. Auf einer Skala von 0 („Der Kurs war überflüssig“) bis zehn („Der Kurs hat mir sehr geholfen“) lag der Schnitt bei acht. „Ein gutes Ergebnis“, findet Ahlsdorff.

Als wenig aussagekräftig stellte sich ein Gespräch mit sechs Teilnehmerinnen heraus. Allein Jessica Buchfeld (18) gab an, sich per CD mit Hypnose auf die Prüfungen vorbereitet zu haben. „Das hat mir ziemlich geholfen.“ Sie glaubt, dass die Hypnose ihr Erinnerungsvermögen verbessert hat. „Zumindest in der mündlichen Prüfung (Fach Religion, die Red.) ist mir das so vorgekommen.“ Laura Nelde (18) hingegen fand es „von Anfang an schwierig, so lange die Konzentration zu halten“. Vor dem Abi habe sie nicht die Ruhe für die Hypnose gehabt.

Dass Entspannungsübungen nicht nur bei schulischen Belangen hilfreich sind, stellten Jessica Buchfeld und Anna Westermann fest. Während Jessica damit erfolgreich ihre Beklemmungen in engen Räumen bekämpfte, geht es Anna wieder besser, wenn sie sich alleine zu Hause aufhält. Das war nach einem Einbruch in die Wohnung eine Weile lang nicht der Fall gewesen. Beide hatten die Klopftechnik eingesetzt.

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