Tonkuhle: Bürgerverein und AWG einig / Schlüssel, Spaten und Geld zum Start

Fossiliensuche geht weiter

Torschlüssel, Spaten und 100-Euro-Gutschein für die ersten Schürfgeräte überreicht Andreas Nieweler (3.v.r.) an (v.l.) Thomas Thamm, Martin Lütjen, Birger Schröder, Edmund Rasche und Ludwig Beckmann vom Heimat- und Bürgerverein. ·
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Torschlüssel, Spaten und 100-Euro-Gutschein für die ersten Schürfgeräte überreicht Andreas Nieweler (3.v.r.) an (v.l.) Thomas Thamm, Martin Lütjen, Birger Schröder, Edmund Rasche und Ludwig Beckmann vom Heimat- und Bürgerverein. ·

Twistringen - Von Theo WilkeIm Sommer ist an den Ziegelei-Tonkuhlen in Twistringen eine Probeschürfung geplant, bevor Hobby-Geologen – nach 20 Jahren – erneut die Chance bekommen, nach Fossilien zu suchen. Gestern Nachmittag hat Andreas Nieweler, Geschäftsführer der Bassumer AbfallWirtschaftsGesellschaft (AWG), den Torschlüssel an den Heimat- und Bürgerverein überreicht. Vorsitzender Birger Schröder: „Das wird hier aber kein Massentourismus.“

Im Gepäck hatte Nieweler auch einen Spaten und einen 100-Euro-Gutschein. Nach zwei Jahren der Gespräche haben Flächeneigentümerin AWG und Bürgerverein einen Gestattungsvertrag unterzeichnet, der eine erneute Ausgrabungsstätte ermöglicht. Dafür stellt die AWG zunächst rund 40 Quadratmeter als Grabungsareal in der Nähe der Steinstraße bereit. 2014 will man sich über eine weitere Fläche unterhalten.

„Wir möchten im Sommer in einer Probeschürfung zwei bis drei Baggerschaufeln voll Erde aus einer schrägen Hanglage holen“, so Vorsitzender Schröder. Alle sind überzeugt, fündig zu werden.

Vor 20 Jahren hat die AWG die Tonkuhlen der Ziegelei Sunder gekauft und die Abbaurechte erworben. Den hochwertigen Ton benötige man für die Deponieabdichtung, so Nieweler. In der Vergangenheit habe man häufig etwas gefunden. Daraufhin führten AWG sowie Heimat- und Bürgerverein Gespräche über eine zukünftig streng kontrollierte Grabung. Häufiger gab es Nachfragen von Hobby-Geologen, etwa aus Bremen und Lübeck. Auch Twistringer, die früher schon geschürft haben, können es kaum noch erwarten.

Martin Lütjen, Gymnasiumleiter und Fossilienexperte des Vereins: „Das ist auch für junge Menschen, zum Beispiel für Schüler im Fachunterricht, sehr interessant und ein besonderes Naturerlebnis.“ Es sei ein Versuch, man hoffe in einer Tiefe von bis zu fünf Metern auf weitere Fossilien. Später soll es eine Präsentation geben. Im Museum der Strohverarbeitung sind in einer Dauerausstellung frühere Funde zu bestaunen – dank einer gut 12 000 Stück umfassenden Sammlung des ehemaligen Twistringer Bauamtsleiters Ludwig Böhme, der seinen „Schatz“ dem Verein vermacht hat.

Der Fischereiverein nutzt bereits das Tonkuhlengelände und hat ein wachsames Auge darauf. Bis in die 1990er Jahre wurde in den Gruben der Ziegelei Ton abgebaut; es wurden mehr als 250 Schneckenarten aus der Tertiär-Zeit vor etwa 15 Millionen Jahren entdeckt – darunter die einzigartige „Hinia twistringensis“.

http://www.hbv-twistringen.de

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