Neues Konzept der Sozialstation / Leitung auf zwei Schultern / Note 1,5 vom Medizinischen Dienst

„Flächendeckender Pflegenotstand“ drückt

Kirchenrendant Hubert Brunkhorst, Sozialstationsleiterin Kerstin Ernst, Vertreterin Dörte Höner und Pastor Reinhard Molitor (v.l.).

Bassum - TWISTRINGEN (tw) · In drei Jahren kletterte die Anzahl der monatlich zu versorgenden Patienten von 85 auf 120. Zudem verzeichnete die Twistringer Sozialstation an der Steller Straße einen starken Anstieg im Bereich der Demenz-Betreuung.

Der „flächendeckende Pflegenotstand“ (Pastor Reinhard Molitor) hat auch die Arbeit der katholischen Einrichtung beeinträchtigt. Die Folge: eine personelle Fluktuation, die inzwischen weitestgehend aufgefangen wurde.

Seit Herbst 2010 gibt es ein Führungsduo mit eigenem Konzept. Die neue Pflegedienstleiterin Kerstin Ernst – Vorgängerin Monika Schnitger schied im August aus persönlichen Gründen aus – und Dörte Höner als Vertreterin schultern seitdem gemeinsam die Aufgaben. Vor allem geht es hier um Beratung am Telefon, in der Sozialstation und zu Hause. Ernst und Höner klären über Möglichkeiten zur Organisation privater und Pflege mit Hilfe der Sozialstation auf.

„Das läuft gut. Unser Motto ist: ,Mensch ist mein Name’. Bei uns steht der Mensch im Vordergrund“, betonte gestern Morgen Kirchen-Rendant Hubert Brunkhorst. Dies ist leichter gesagt als getan, denn, was auch Leiterin Kerstin Ernst bestätigte: Die Sozialstation muss wie andere Pflegedienste eine umfangreiche Patientendokumentation betreiben. Pastor Molitor zu einem weiterem Problem: Gesetzgeber und Pflegekassen verlangten hohe Standards, aber das Entgeld sei zu niedrig. „In der häuslichen Pflege sind wir in Niedersachsen am unteren Ende.“ Molitors Sorge: in Zukunft noch weniger Fachpersonal. Kerstin Ernst: Es sei schwer, qualifizierte Fachkräfte zu bekommen. Inzwischen sei der Pflegeberuf nicht mehr so attraktiv, gerade wegen der Wochenenddienste.

Ein zusätzlicher Leistungsbereich an der Steller Straße umfasst die hauswirtschaftlichen Dienste wie Einkaufen, Wohnungsreinigung, Haus- und Familienpflege. Mitarbeiterinnen der Sozialstation kommen in die Familie, wenn die Mutter für einige Zeit ausfällt, im Krankenhaus liegt oder zur Kur muss. Hubert Brunkhorst: „Bei der Gründung der Sozialstation 1984 betreuten drei Mitarbeiter die Patienten. Heute sind in allen Bereichen 40 ständig im Einsatz.“ Jährlich werden rund 350 Patienten und Familien durch die Sozialstation betreut, im Alter von 40 bis 100 Jahren, zumeist allerdings 70- bis 90-Jährige.

Die 27-jährige Twistringerin und zweifache Mutter Kerstin Ernst und die gebürtige Nienstedterin Dörte Höner aus Wildeshausen, 45, ebenfalls zweifache Mutter, sind ausgebildete Krankenschwestern und haben die Fortbildung zur Pflegedienstleiterin absolviert. „Jeder macht alles“, erklärt Ernst. Höner ist außerdem Wundexpertin.

Gestern stellten Brunkhorst und Molitor nicht nur das neue Leitungsteam vor, sondern berichteten auch, dass die Sozialstation nach einer Prüfung durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) vom Juni 2010 die Gesamtnote 1,5 erhalten habe. Von 101 versorgten Kunden wurden jeweils sieben Pflegefälle und befragte Patienten in die Prüfung einbezogen. Für die Pflegeleistung gab es Note 1,7, für verordnete Leistungen 1,0, für Dienstleistung und Organisation 1,4 und die Patientenbefragung 1,0. Schwerpunkt der MDK-Prüfung ist die aufwändige Patientendokumentation.

Brunkhorst noch: Die gute Benotung habe den Kirchenvorstand St. Anna besonders gefreut; dadurch würden die hervorragenden Leistungen des Sozialstations-Teams sowie die Rückmeldungen von Patienten und Angehörigen in der Vergangenheit bestätigt. Außerdem liege die Gesamtnote 1,5 über dem Landesdurchschnitt (2,0).

Öffnungszeiten der Sozialstation: montags bis freitags 7.30 bis 12 Uhr, donnerstags auch 16 bis 18 Uhr, jeden 1. Sonnabend im Monat 9 bis 11 Uhr, und nach Absprache, Tel. 04243/ 933030.

WWW.

gemeindeverbund.de/sozialstation

pflegelotse.de

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