Blutzuckerwarnhündin entlastet Schwarmer Familie

Für Finn hat ein neues Leben begonnen

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„Mit Amica macht alles viel mehr Spaß“, sagt der sechsjährige Finn. ·

Schwarme - Von Mareike Hahn. Wenn Hündin Amica dem sechsjährigen Finn Kraczewski mit der Schnauze in den Bauch stupst, dann versteht er sofort: Eine Unterzuckerung droht – Zeit, etwas zu essen.

Amica ist ein ausgebildeter Diabetikerwarnhund und lebt seit Mitte November bei Finn und seiner Familie in Schwarme. Der Junge leidet an Glykogenose Typ 1A. Dank des Vierbeiners hat sich sein Leben stark verändert. „Alles macht viel mehr Spaß“, sagt er.

Finn muss wegen seiner Krankheit auf Frucht-, Milch- und Haushaltszucker komplett verzichten. Er braucht alle ein bis zwei Stunden eine Mahlzeit, um nicht zu unterzuckern. Seit der Diagnose im Alter von sieben Monaten war seine Mutter Maike ständig auf Abruf, denn im Notfall benötigt ihr Sohn sofort Hilfe. Im Februar berichtete die Kreiszeitung über den Wunsch der Familie nach einem Diabetikerwarnhund. Die Kraczewskis konnten die rund 15 000 Euro für den Kauf eines solchen Tiers, das eine Unterzuckerung sofort bemerkt und anzeigt, jedoch nicht aufbringen.

Eine Welle der Hilfsbereitschaft rollte als Reaktion auf den Zeitungsartikel los, viele Bürger organisierten Spendenaktionen. Im Sommer hatte die Familie das Geld zusammen – und war überglücklich. „Wir hatten gar nicht mit so viel Hilfe gerechnet und sind total überwältigt, dass wir Amica nun bei uns haben“, sagt Maike Kraczewski. Wie zum Beweis tänzelt das Tier um Finn herum und schleckt ihm über die Wange. Der Erstklässler verzieht lachend das Gesicht.

Bevor die einjährige Hündin bei der Familie einzog, lernten sich Zwei- und Vierbeiner bei mehreren Treffen kennen. Schon jetzt wollen die Kraczewskis Amica nicht mehr missen. „Endlich kann ich auch mal alleine im Garten spielen“, erzählt Finn. „Früher musste immer meine Mutter dabei sein.“ Ob Verabredungen mit Freunden oder Fußballtraining – der Sechsjährige nimmt die junge Hündin überall mit hin. Nur für den Schulbesuch ist sie noch zu unruhig. Eine persönliche Assistenz passt während des Unterrichts auf Finn auf, langfristig soll auch der Mini Australian Shepherd dabei sein.

„Tagsüber klappt es schon gut, dass Amica alle bevorstehenden Unterzuckerungen anzeigt, indem sie Finn anstupst oder, wenn er nicht reagiert, zu uns läuft“, sagt Maike Kraczewski. Nachts üben die Schwarmer noch mit der 40 Zentimeter großen, braun-weißen Hündin, die in der Öffentlichkeit eine Weste mit der Aufschrift „Blutzuckerwarnhund“ trägt. Sie soll bei einer beginnenden Unterzuckerung einen kleinen Hebel an einem Alarmknopf an stupsen, sodass ein lauter Alarm losgeht. Wenn die Familie Tipps braucht, kann sie sich jederzeit an Amicas Trainerin wenden.

Finn freut sich nicht nur über seine neu gewonnene Freiheit, sondern auch darüber, dass die Hündin eine gute Spielkameradin ist. „Rolle“, sagt er und bewegt den Zeigefinger kreisend durch die Luft. Amica rollt sich einmal über den Rücken. „Super!“, sagt Finn und gibt ihr ein Leckerli. Sekunden später toben die beiden glucksend über den Fußboden. Maike Kraczewski lächelt. „Amica ist wirklich eine tolle Entlastung. Ein großer Wunsch ist in Erfüllung gegangen.“

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