Angesehene Wahrsager aus ganz Europa prognostizieren Syke ein turbulentes Jahr / Zeltstadt auf dem alten Gelände

Feuerwehr-Volksfront schlägt zurück

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Auf dem alten Feuerwehrgelände am Feuerwehrturm ist es schummerig ...

SYKE · Liebe Leser, an sich pflegen wir an dieser Stelle den satirischen Rückblick auf Vergangenes oder auf Dinge, wie sie hätten kommen können, wenn… Aus gegebenem Anlass haben wir uns diesmal erlaubt, die angesehensten Wahrsager Europas zu konsultieren, um Ihnen heute bereits einen verlässlichen Ausblick auf das zu ermöglichen, was im neuen Jahr auf uns alle zukommt:

   7. Januar

Die Sondersitzung des Stadtrats zum Thema Feuerwehrstandort endet in einem Fiasko: Wider Erwarten findet sich keine Mehrheit für den beabsichtigten Neubau am ZOB. Nicht zuletzt, weil eine Gruppe aus der Nachbarschaft mit einer gerichtlichen Klage „bis zur letzten Instanz“ gegen diesen Standort gedroht hat. Der Vorsitzende der SPD-Fraktion Schumacher sieht die alleinige Schuld dafür beim  Bürgermeister.

9. Januar

Auf ihrer Jahreshauptversammlung beschließt die  vollständig anwesende Syker Feuerwehr einstimmig, das Syker Rathaus zu besetzen und nicht eher zu weichen, bis es eine für sie akzeptable Entscheidung für einen Neubau gibt. Der Vorsitzende der SPD-Fraktion Schumacher sieht die alleinige Schuld dafür bei Bürgermeister Dr. Harald Behrens.

14. Februar

Als Valentins-Gruß lässt der Bürgermeister das Rathaus räumen. Für die Feuerwehr wird auf ihrem alten Gelände eine Zeltstadt errichtet, da der bisher noch nutzbare Sozialtrakt für die bevorstehende Erweiterung des Hachepark-Centers abgerissen werden muss und bereits entkernt ist. Hachepark-Investor Könecke verteilt kostenlos Bratwürstchen an die  Zeltstadtbewohner. Der Vorsitzende der SPD-Fraktion Schumacher sieht die alleinige Schuld… – genau!

13. März

Die Feuerwehr schlägt als alternativen Standort die bereits geräumten städtischen Grundstücke an der Sulinger Straße vor, auf denen eigentlich der neue Kindergarten gebaut werden soll. Die Stadtverwaltung findet die Idee „charmant“. Der Bau solle jedoch so konzipiert werden, dass dort auch eine „Begegnungsstätte für Frauen, Ausländer, Senioren, sonstige Randgruppen und Fundtiere“ untergebracht werden könnte. Die Anlieger veröffentlichen eine Presseerklärung: „Wir haben ja nichts gegen die Feuerwehr, aber hier ist dafür kein geeigneter Standort.“

22. April

Die Syker Feuerwehr registriert massive Auflösungserscheinungen. Zahlreiche Mitglieder treten aus Frust aus und gehen in den Untergrund: Zur Feuerwehr-Volksfront Freie Fläche. Die Werbegemeinschaft bringt einen weiteren Vorschlag zur Standortfrage ins Spiel: Das Regenrückhaltebecken zwischen Schlossweide, Ernst-Boden-Straße und Georg-Hoffmann-Straße. Es könne zugeschüttet und planiert werden. Daraufhin lässt der Syker Angelverein durch seinen Justiziar erklären: „Wir haben ja nichts gegen die Feuerwehr, aber hier ist dafür kein geeigneter  Standort.“

8. Mai

Kurz vor Saisonbeginn bringt der Kaninchenzüchterverein das Freibadgelände als Feuerwehrstandort in die Diskussion. Als Nachbar sagt Museumsleiter Dr. Ralf Vogeding dazu: „Ich habe ja nichts gegen die Feuerwehr, aber…“ Der Vorschlag wird im Rat abgelehnt. Der Vorsitzende der SPD-Fraktion Schumacher hat den Schuldigen schnell gefunden.

17. Juni

Ex-Stadtdirektor und TuS-Vorsitzender Peter Schnabel schlägt als neuen Feuerwehrstandort das Waldstadion vor. Als Ausgleich solle der TuS dafür die Wiese am Hallenbad sowie die Steinwiese am ZOB samt Skulpturen erhalten. Sofort reaktiviert sich die Bürgerinitiative „Rettet den Wald“ und bereitet ein Bürgerbegehren vor. Ein bestimmter SPD-Fraktionschef is not amused. In einer minutiös geplanten Guerilla-Aktion setzt die Feuerwehr-Volksfront Freie Fläche das SPD-Grillfest unter Wasser. Der Vorsitzende der SPD-Fraktion Schumacher: „Schuld daran ist allein blubb-blubb, gurgel, gluck.“

12. Juli

Die Grünen schlagen als neuen Standort den Rathausplatz vor. Begründung: Brennt es im Rat, wäre die Feuerwehr sehr schnell zum Löschen da. Superintendent Schröder erklärt als nächster Nachbar dazu: „Ich habe ja nichts gegen die Feuerwehr, aber…“ Pastor Wilhelm Tesch veranstaltet einen  Taizé-Abend unter dem Motto „Rettet den Rathausplatz“. Dort bildet sich spontan eine neue Bürgerinitiative. Und jetzt raten Sie mal, was der SPD-Vorsitzende Schumacher dazu sagt…

20. August

Ein Brand auf einem Stoppelfeld nahe der Westermark breitet sich rasch aus und greift auf den Wald über. Die Syker Feuerwehr kann nicht rechtzeitig ausrücken, weil sich zwei Löschfahrzeuge in den Zeltschnüren verheddern. Der Vorsitzende der SPD-Fraktion Schumacher sieht die alleinige Schuld… na, Sie wissen schon… In Folge dieser Verzögerung werden große Waldflächen ein Raub der Flammen. Unter anderem auch der Unterschlupf der Feuerwehr-Volksfront Freie Fläche. Deren Mitglieder kehren notgedrungen in den Schoß der Mutter Feuerwehr zurück.

21. August

Eine weitere Konsequenz des Brandes ist die Idee, die Feuerwehr auf den abgebrannten Flächen im Wald neu zu errichten. Der ehemalige Forstamtsleiter Johannes Huljus sagt dazu: „Ich habe ja nichts gegen die Feuerwehr, aber…“

1. September

Das neue Schuljahr beginnt mit einer dicken Überraschung: Es gibt freie Kapazitäten an den Syker Schulen. Wegen der Konfusion um den Feuerwehrstandort haben viele Familien die Stadt verlassen. Einige mit Bemerkungen wie: „Die spinnen, die Syker.“ Der Rat beschließt, für die Feuerwehr eine Notunterkunft an der La-Chartre-Straße einzurichten, da das alte Feuerwehrgelände umgehend für die Erweiterung des Hachepark-Centers eingeebnet werden muss. Die Schulleiter, Lehrerkollegien und Elternräte erklären in einer gemeinsamen Pressemitteilung: „Wir haben nichts gegen die Feuerwehr, aber…“

1. Oktober

Der Rat beschließt in einer Sondersitzung den Neubau der Feuerwehr auf der bisher  unbebauten Seite des Mühlendamms. Den Mühlenteich widmet der Rat zum Löschteich um. Der neue Mehr generationenplatz wird als Übungsgelände genutzt, ebenso der Boules-Platz. Die am Mühlenteich ansässigen Enten protestieren: „Wir haben ja nichts gegen die Feuerwehr, aber…“

33. Oktober

Die Kreiszeitung titelt: „Behrens in die SPD eingetreten“. Der Bürgermeister dementiert prompt. Der SPD-Fraktionschef sieht diesmal die alleinige Schuld nicht bei Behrens, sondern vor allem bei der Kreiszeitung: „Die hat wie immer wieder mal alles verdreht und völlig falsch dargestellt.“

28. November

Es grenzt an ein Wunder: Das Wetter hat gehalten, und sämtliche Baumaßnahmen konnten rechtzeitig abgeschlossen werden. In einer konzertierten Aktion bewältigt die Syker Ortsfeuerwehr den Umzug von ihrer provisorischen Unterkunft in der Turnhalle am Riederdamm an nur einem einzigen  Nachmittag. Sieben Demonstranten aus der Nachbarschaft versuchen vergeblich, den Bezug des Neubaus mit einer Menschenkette zu  verhindern.

17. Dezember

Die erste Weihnachtsfeier in ihrem neuen Zuhause rührt etliche der sonst eher hartgesottenen Syker Feuerwehrleute zu Tränen. Bis tief in die Nacht erklingen Weihnachtslieder, dankbare Choräle und huldvolle Dankeshymnen. Als sich die Gesellschaft in den frühen Morgenstunden langsam auflöst und Arm in Arm nachhause schwebt, bleibt ein einzelner Adventskranz unbemerkt, der einsam und vergessen in einer Ecke weiter brennt…

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