Anwohner verärgert über Raserei

Fest installierter „Blitzer“ soll Abhilfe schaffen

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Der Sudweyher Ortseingang an der L 334. ·

Sudweyhe - Von Philipp Köster. „Bei dem Krach, den die machen, fällt man vom Sofa“, sagt Heinrich Beneke. „Die“ – das sind Autos, Laster und Motorräder, die mit hoher Geschwindigkeit auf der Sudweyher Straße aus Richtung Barrien kommend nach Sudweyhe einfahren.

Beneke und seine Frau Renate bewohnen das erste Haus im Ort auf der linken Seite. Auf der Höhe befindet sich ein Ortsschild. Doch die vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit von 50 Kilometern pro Stunde (km/h) gilt schon ein paar Hundert Meter vorher. Für das Aufstellen eines entsprechenden Schilds hat sich Beneke vor einigen Jahren mit Unterstützung des damaligen Ordnungsamtsleiters Herbert Bischoff eingesetzt.

Doch weder das Schild noch eine Verkehrsinsel hätten das Problem des zu schnellen Fahrens aus der Welt geschafft. Wenn LKW zu schnell unterwegs sind, ruft Beneke bei der Firma an. Bei einem Sandhandel auch mit Erfolg. „Das Unternehmen hat seine Fahrer angehalten, langsamer zu fahren.“ Anlieferer für die Biogasanlage am Kabelweg seien in der Vergangenheit oft nicht nur zu schnell gefahren, durch das hohe Tempo sei auch Maissilage durch die Luft in die Vorgärten gewirbelt worden.

„Und die Motorradfahrer sieht man gar nicht, die hört man nur kurz, und dann sind sie auch schon wieder verschwunden, so schnell fahren die“, sagt Heinrich Beneke.

Der Sudweyher hat schon mit der Polizei gesprochen. Doch die habe gesagt, die Stelle am Ortseingang sei kein Unfallschwerpunkt. Und Verfahren wegen zu schnellen Fahrens seien von den Gerichten kassiert worden.

Doch damit geben sich die Benekes nicht zufrieden. Renate Beneke hat ein Schreiben an den Landkreis aufgesetzt, in dem sich 150 Sudweyher mit ihren Unterschriften für einen festinstallierten Blitzer am Ortseingang einsetzen. Gestern hat das Ehepaar gemeinsam mit den Nachbarn Günter Müller und Kurt Garlich die Unterschriftenliste im Rathaus übergeben. „Der Radweg zur KGS Kirchweyhe kreuzt in Höhe des Ortsschildes. Vielleicht muss er erst eine Person überfahren werden, ehe etwas unternommen wird“, heißt es in dem Schreiben. Und weiter: „Unter der Raserei leidet unsere Wohn- und Lebensqualität.“

„Wir haben die Straße im Auge“, versichert Andreas Oetjen von der Weyher Polizei. Die Beamten stünden regelmäßig an der Sudweyher Straße, und zwar im Bereich, wo noch 70 km/h gefahren werden darf. „Das ist einer der wenigen Unfallschwerpunkte in der Gemeinde Weyhe“, sagt Oetjen und deutet vor allem auf die S-Kurve gut einen Kilometer weiter in Richtung Barrien. Dort käme es öfter zu Unfällen, wenn Verkehrsteilnehmer zum Beispiel bei Feuchtigkeit zu schnell fahren.

Auf Höhe des Ortseingangs sei es für die Polizei aber schwierig zu messen, sagt der Hauptkommissar.

Das bestätigt auch Wolfgang Nogga, Fachdienstleiter Bürgerservice und Straßenverkehr beim Landkreis Diepholz. „Wir können da keine Anlage aufbauen, die gerichtsfeste Ergebnisse liefert.“ Ordnungswidrigkeitsverfahren wegen Geschwindigkeitsüberschreitung seien in der Vergangenheit vom Gericht gekippt worden, bestätigt Nogga die Auskunft, die Beneke erhalten hat.

Messfahrzeuge des Landkreises stehen laut dem Fachdienstleiter auf der L 334 regelmäßig in der Nähe der Schule und im Jeebel. Die Stelle am Ortseingang soll sich demnächst ein Bereichsleiter anschauen, stellt Nogga in Aussicht. Die Errichtung einer fest installierte Anlage sei an die Frage gebunden, ob es sich um einen Unfallschwerpunkt handele.

Beneke hat indes von einem Polizisten den Tipp erhalten, eine Attrappe zur Abschreckung zu basteln. „Das ist auf privatem Grund nicht verboten“, sagt der Sudweyher.

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