Sieben Modelleisenbahner arbeiten seit Sommer 2008 in Bassum an ihrem großen Traum

Fertigstellung ist Nebensache

Bassum - (bt) · Arbeitsame Ruhe und Konzentration herrschen in der großen Halle, in der die Bassumer Modelleisenbahner werkeln. In einer Ecke surrt ein Akku-Schrauber, im Vordergrund vollendet Klaus Ohnsorge einen Wald, während Jens Dietrich vor seinem „Sägewerk“ steht. Die Bretter, die dort auf Waggons verladen werden, die Stämme, die sich in das Sägegatter schieben und auf dem Holzstapel liegen, sehen aus wie echtes Holz.

„Das ist auch Echtholz“, lacht Jens Dietrich. Mehrere hundert Bretter hat er aus 0,5 Millimeter starkem Furnier einzeln ausgeschnitten, die „Stämme“ waren vorher kleine Äste, die er mit der Gartenschere auf gleiche Längen geschnitten hat.

Im Wald, der von einer Starkstromleitung und den dazu gehörenden Masten durchschnitten wird, stehen 60 unterschiedliche Baumarten in jeweils mehreren Exemplaren. „Jeder Baum ist ein Unikat“, erklärt Klaus Ohnsorge dem Besucher. Trampelpfade ziehen sich durch den Wald und führen sogar an einem Hünengrab vorbei.

Bis ins kleinste Detail stimmig, der Nachbau des Bassumer Bahnhof der 70-er Jahre.

In diesem Bereich führt die Modelleisenbahnstrecke schon durch eine fertige Landschaft. Aber dies ist nur ein kleiner Teil der Anlage, denn die sieben Modelleisenbahner haben sich eine gewaltige Aufgabe vorgenommen. Sie wollen an drei jeweils etwa 25 Meter langen Schenkeln, die am Kopf durch eine etwa sechs Meter breite Plattform verbunden sind, eine Eisenbahnanlage aufbauen, die in einzelnen Bereichen Original-Bahnhöfen nachgebaut ist. So werden der Bahnhof Bassum der 70-er Jahre, der Bahnhof Lüneburg und der Bremerhavener Columbus-Bahnhof entstehen. Dazwischen führen Geleise detailverliebt durch norddeutsche Landschaft, durch Wälder, Hügel, Felder, über die Aller, vorbei an Gehöften und kleinen Dörfern.

Jede freie Minute investieren die Modelleisenbahner, im Bild Jens Dietrich (vorn) und Peter Schulz, in die Anlage.

Der Rohbau der Wendeschleife am Ende des mittleren Schenkels ist fast fertig. Hier liegen die Gleise in fünf Ebenen über- und untereinander. Die unterste Ebene führt zu einem Schattenbahnhof, in dem schon jetzt zahlreiche Züge parken. Dieser Bahnhof wird später überbaut und ist von außen nicht sichtbar. Jedes Gleis liegt auf einer Kunststoffplatte, die wiederum auf eine Korkunterlage geklebt wurde. Dadurch fahren die Züge extrem geräuscharm, gleichzeitig bildet dieser Unterbau den „Damm“, der später „abgeschottert“ in die Landschaft integriert wird.

Beim Rohbau arbeiten die Modellbahner sogar mit einem Lasergerät, denn die Steigungen dürfen an keinem Streckenabschnitt 1,5 Prozent übersteigen.

Jens Waltje, der diesen Bereich bearbeitet, zeigt den Bauplan. Um den Verlauf der verschiedenen Gleise verfolgen zu können, sind diese farbig markiert. „Das ist besonders wichtig wegen der späteren Verkabelung“, erklärt er, denn die gesamte Anlage wird digital gesteuert.

In regelmäßigen Abständen überwachen so genannte „Melder“ den Zugverkehr. In jeder Lokomotive übersetzt ein Decoder den Rangier- oder Fahrbefehl aus dem Computer. Dieser Computer verfolgt gleichzeitig die Bewegungen der anderen Züge und erkennt mögliche Risiken, auf die er autonom reagiert. Die Aufgabe der Verkabelung hat Peter Schulz übernommen, während Rolf Werner den Signalbau und die Telegrafeneinrichtungen überwacht.

Seit dem Sommer 2008 arbeitet das Team an der Anlage. Über die Fertigstellung macht sich niemand Gedanken. „Der Modellbahnbau macht so lange Spaß, wie man planen und bauen kann“, erklärt Rolf Werner, und Peter Schulz fügt hinzu: „Der Weg ist das Ziel“. Aber sie haben beschlossen, in der Adventszeit 2011 zu einem Tag der offenen Tür einzuladen, denn ein bisschen stolz sind sie schon auf ihr Projekt.

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