Hauptschule Sulingen: Abschied von Wolfgang Deiß

„Fels in der Brandung“

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Mit einer Stretch-Limousine fuhr Wolfgang Deiß, begleitet von seiner Ehefrau Heike, in den Ruhestand. Ehemalige Schülerinnen und Schüler der Hauptschule, die Deiß vor 38 Jahren unterrichtet hatte, hatten ihn am Ende der Feierstunde mit der Limousine überrascht.

Sulingen - Ein klarer Anspruch an Methodik und Didaktik im Unterricht, ein klarer Anspruch an den eigenen Erziehungsauftrag. Eigenschaften, die Marianne Carstens von der Landesschulbehörde gestern Mittag Wolfgang Deiß bestätigte. „Das ist beispielhaft.“ 1974 war Deiß an die Hauptschule Sulingen gekommen, gestern wurde der Schulleiter offiziell aus dem Schuldienst verabschiedet – mit großem Bahnhof.

Vertreter des Landkreises und der Stadt, aus dem Kollegium und der Elternschaft, von umliegenden Schulen und ehemalige Kollegen wollten den 62-Jährigen beim Übergang von der aktiven in die passive Zeit der Altersteilzeit begleiten. Marianne Carstens sprach von einem neuen Lebensabschnitt, der den Wahl-Sulinger jetzt erwarte. „Ein Abschnitt, der mit Schule formal nichts mehr zu tun hat.“

Von 38 Jahren war Wolfgang Deiß an die Hauptschule Sulingen gekommen. „Eine Zeit, die sie für die Schulgemeinschaft, aber besonders für die Kinder gut genutzt haben“, lobte die Dezernentin der Landesschulbehörde. Denen, die 1990 den zukünftigen Pensionär nach dessen Bewerbung um die Schulleiterstelle beurteilen sollten, bestätigte Carstens Weitsicht. Zitat aus der Beurteilung: „Seine Kenntnisse lassen keine Wünsche offen. Die Bewerbung wird uneingeschränkt befürwortet.“

Das Wirken Wolfgang Deiß’ als Schulleiter sei geprägt gewesen von klaren Linien, aber auch der Wertschätzung für die Kinder. Carstens: „Sie standen für Qualität.“ Das negative Bild, das Dritte nicht selten von Hauptschulen zeichnen, treffe auf die Hauptschule Sulingen nicht zu. „Ihr Verdienst.“ Anerkennung habe der Hauptschule unter anderem auch das Engagement um Innovationen eingebracht. „Die Form, in der sie mit der benachbarten Lindenschule zusammenarbeiten, dürfte einmalig sein.“

Das Engagement des scheidenden Schulleiters ist auch dem Schulträger, dem Landkreis Diepholz, nicht verborgen geblieben. Stellvertretender Landrat Ulf Schmidt: „Sie sind ein verlässlicher Partner.“ Sulingens Bürgermeister Harald Knoop sprach von einer engen Verzahnung von Stadt und Hauptschule, ging aber noch weiter: „Falls sie jetzt Langeweile bekommen sollten, ich habe mir schon etwas für sie ausgedacht.“ Manfred Evensen, Leiter der Carl-Prüter-Schule und namens der Sulinger Schulleiter, und Hans-Ulrich Freyer, ehemaliger Rektor der Lindenschule, bescheinigten dem scheidenden Rektor Teamgeist und Kooperationsfähigkeiten. Freyer: „Du hast unsere Kollegien zusammengeführt.“

Manfred Voigt für das Kollegium der Hauptschule verglich Wolfgang Deiß mit dem sprichwörtlichen „Fels in der Brandung“: „Wenn es Probleme mit Schülern gab, hast du uns immer das Rückgrat gestärkt.“

Wolfgang Deiß selbst blickte auf „erfüllte Jahre“ zurück, die er an der Hauptschule Sulingen habe erleben dürfen.

Dankesworte richtete er vor allem an das Kollegium: „Bei euch habe ich mich immer wie in einer Familie gefühlt.“

Die kommissarische Schulleitung bis zur Überführung der Hauptschule in eine Oberschule übernimmt die bisherige stellvertretende Schulleiterin, Bärbel Detert. · oti

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