Weyher Theater „Pur“ sorgt mit dem „Seelenbrecher“ für Nervenkitzel

Feine Nuancen des Grauens

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Grauenhafte Geschehnisse ereignen sich in der Teufelsmoor-Klinik: „Der Seelenbrecher“ treibt sein Unwesen. ·

Heiligenfelde - Bevor die grauenhaften Turbulenzen auf der Bühne mit dem Psychothriller „Der Seelenbrecher“ am Samstag begannen, hatte Dr. Sophia Dorn (gespielt von Manuela Rüter) erst einmal Beruhigungspillen an die mehr als 100 Besucher im Saal des Dorfgemeinschaftshauses in Heiligenfelde verteilt.

Vom Geschmack her nicht schlecht, doch geholfen haben die Traubenzuckerpillen mit Orangengeschmack kaum: Das Weyher Theater „Pur“ verbreitete eine beinah unerträgliche Spannung. Autor Sebastian Fitzek hat mit dem „Seelenbrecher“ eine Figur geschaffen, die das Publikum bis zum Ende des Theaterstücks im Dunkeln tappen lässt.

In der Vorweihnachtszeit verschwinden in Bremen drei junge, hübsche Frauen. Sie befinden sich in der Gewalt eines Psychopathen, des „Seelenbrechers“. Die Verschwundenen tauchen wieder auf – körperlich anscheinend unversehrt, psychisch jedoch gebrochen.

Als dann ein verwirrter Mann aufgefunden wird, der weder Papiere noch Erinnerung an seine Identität hat, kommt die Teufelsmoor-Klinik für Psychiatrie ins Spiel. Der Mann wird aufgenommen und Caspar (Christian Haase) genannt. Als in der Nähe der Klinik ein Unfall passiert, werden außerdem Verletzte zur Psychiatrie gebracht.

Danach geschehen unheimliche und grausige Dinge in der Teufelsmoor-Klinik. Alle sind überzeugt, der „Seelenbrecher“ hat Einzug gehalten. Die Nerven liegen blank bei Caspar, Patientin Greta Kaminsky (Margret Hermes), Krankenschwester Yasmin Schiller (Ludowika Kattner), Psychiaterin Dr. Sophia Dorn und dem Hausmeister. Die Rolle des Chefarztes Professor Dr. Samuel Raßfeld spielte Janis Häseker.

Die Gänsehaut stellt sich bei den Besuchern spätestens dann ein, als Dr. Jonathan Bruck (Thomas Behrens) blutbesudelt versucht, an einer Scheibe mit blutverschmierten Händen eine wichtige Botschaft zu hinterlassen.

Ein Mord darf nicht fehlen, und die Angst breitet sich weiter aus. Nur einer behält die Nerven, Rettungssanitäter Tom Schadeck (Marco Picklapp). Er hat Casper im Verdacht.

Auf der Bühne herrschen Chaos, Misstrauen und die Angst, denn jeder kann der „Seelenbrecher“ sein.

Die feinen Nuancen des Grauens bringt das Ensemble des Theaters „Pur“ dem Publikum darstellerisch bestens nahe. Ein rasanter Alptraum spielt sich ab, immer von der Angst vor dem durchgeknallten „Seelenbrecher“ getrieben. Am Ende führt der Autor sein Publikum doch noch aufs Glatteis und präsentiert einen „Seelenbrecher“ (oder gar eine Seelenbrecherin?) mit dem (oder mit der) niemand rechnet. Da das Theater „Pur“ noch mehrmals mit dem Stück in der hiesigen Region auftritt, wird das Geheimnis um den „Seelenbrecher“ noch nicht gelüftet.

„Pur“ ist die erste Laienspielgruppe, die den Psychothriller als Amateur-Bühnenstück aufführt. Das Ensemble hat überzeugend auf der Bühne agiert. Die Spielleitung haben Irene Häseker und Sonja Kattner. Für den Bühnenbau sind Thomas und Janis Häseker zuständig. Um die Technik kümmern sich Arne Suhl und Marco Langer, während Nisrin Rayan verantwortlich für die Maske ist.

Die Besucher dankten den Darstellern zum Schluss mit verdientem, lang anhaltendem Beifall. · nie

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