Konzert der „Soulfamily“ in der Alten Ziegelei wird zu einem begeisternden Erlebnis – für Publikum und Band

Familientreffen mit Herz und viel Seele

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Lichtgestalten in der Alten Ziegelei: Mr. Big Fat Mad Moose und seine „Soulfamily“ in Action. ·

Twistringen - Von Felix Gutschmidt. Der Abend endet mit einer Enttäuschung. Bis drei Uhr morgens soll das Konzert der Soulfamily in der Alten Ziegelei in Twistringen gehen. Das hat Frontmann Mr. Big Fat Mad Moose versprochen. Doch gegen halb eins machen die 13 Musiker schlapp.

Nach mehreren Zugaben verabschiedet sich die Band erschöpft von der Bühne. „Ihr seid so geil“, ruft der Sänger, dessen Stimme nach mehr als drei Stunden dem sonoren Knurren Joe Cockers ziemlich nahe kommt.

Zum Abschluss geben Musiker und Publikum noch einmal alles. Zu den Klassikern „Soulman“ oder „Everybody needs somebody“ von den Blues Brothers, „Sexmachine“ von James Brown und „We are family“ von Sister Sledge zucken und zappeln die Zuschauer in den vorderen Reihen ein letztes Mal. Weiter hinten wippen und schnippen sie selig im Takt. Etwa 400 Gäste dürften es sein, und alle wollen die letzten Momente das Konzertes voll auskosten. Gute Soulmusik gibt es nicht alle Tage.

Im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen neben Mr. Big Fat Mad Moose die beiden Sängerinnen Jennylie und Maren. Allen dreien gelingt es, die nicht immer einfachen Lieder der Rhythm'n'- Blues- und Disko-Epoche mit viel Kraft und der notwendigen Lockerheit zu singen. Als vierter Freigeist der Soulfamily hat Gitarrist Wolfgang einen Platz in der ersten Reihe reserviert. Souverän tanzen die Melodiestimmen über das Fundament von Schlagzeug und Bass. Den nötigen Wumms für die Rhythmusgruppe liefert die fünfköpfige Bläserabteilung „The Matterhorns“. Das Zusammenspiel funktioniert perfekt. Kein Wunder – seit 25 Jahren ist Soulfamily auf der Bühne zu Hause. Trotz aller Routine haben die Musiker sichtbar Spaß.

„I said 'Hey'!“ Mr. Big Fat Mad Moose gönnt dem Publikum keine Ruhe. Als wären Tanzen, Jubeln, Beifall klatschen nicht schon genug  – jetzt soll es auch noch mitsingen. „Hey!“, tönt es aus hunderten Kehlen. Multitasking – kein Problem. Weder für die älteren Zuschauer, die beim Sound der Soulfamily an die eigene Jugend zurückdenken, noch für die junge Generation, die so manchen Klassiker als Versatzstück in einem Hip-Hop-Beat kennengelernt haben dürfte.

Nach Hause gehen will niemand, nachdem der letzte Akkord verklungen und die Band in einer Art Polonaise von der Bühne gegangen ist. Lange hält es die Musiker nicht im Backstage-Bereich. Schon bald mischt sich die Soul-Großfamilie unter das Publikum. Die After-Show-Party kann beginnen. Sie dauert bis weit in den Morgen. Mr. Big Fat Mad Moose hat Wort gehalten.

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