Ganztagsangebot an der Schwarmer Grundschule: Bilanz zum ersten Halbjahr im Schulausschuss

Familien-Essen mit 30 Kindern

Tim (8), Jonas (6), Jona (7), Mattis (6) und Felix (9, v.l.) mit den Hühnern, um die sich die Kinder der Garten- und Koch-AG kümmern. Noch heißen die Tiere mal Fritz oder Blacky, da ihre richtigen Namen noch gesucht werden.

Bruchhausen - SCHWARME (ah) · Wenn Schulausschussvorsitzender Dr. Dr. Wolfgang Griese (CDU) die Schwarmer Grundschule als Leuchtturm der Ganztagsbetreuung darstellt, dann schwingt immer auch ein Seitenhieb in Richtung Bruchhausen-Vilsen mit. Dort hat die Grundschule noch kein Nachmittagsangebot auf die Beine gestellt. Nicht nur Griese beklagt dieses Vakuum auf dem Weg des Sprösslings von der Krippe zum Abitur.

In diesen Momenten springt Schwarmes Schulleiterin Christiane Grimpe ihrer Kollegin Renate Kück zur Seite. „Die Zeit dafür muss reif sein“, sagte sie am Mittwochabend im Schulausschuss. Und: „Wir haben besonders günstige Voraussetzungen in Schwarme.“ Damit meinte sie den Schulhof als geschützten Bereich hinter der Schule sowie die Turnhalle und das Schwimmbad, die die Kinder gefahrlos erreichen können.

In diesem Umfeld aber – da ist Bescheidenheit fehl am Platz – haben Grimpe und ihr Kollegium mit Beginn dieses Schuljahrs ein erstaunliches Angebot geschaffen. Vier Lehrer und elf Honorarkräfte sind eingebunden, darunter auch eine Sozialpädagogin. Mittagessen, Hausaufgabenbetreuung und Freizeit bilden die Eckpunkte des Konzepts zwischen 13 und 16 Uhr. Um ab 14 Uhr eine effektive Hausaufgabenbetreuung zu gewährleisten, nutzt Grimpe die Überhang stunden ihres Personals für den Ganztagsbereich statt für Förderunterricht. Speziell die Betreuung der Dritt- und Viertklässler ist Sache der Klassenlehrer.

Um 15 Uhr beginnen draußen und drinnen die Nachmittagsangebote. Die Kinder können zwischen freiem Spiel, Garten- und Koch-AG, Tanzen, Theater, Leseclub und Schreibwerkstatt wählen. Zudem gibt es jeweils zwei EDV- und Gitarrenkurse. Auch für das Reiten, eine Kooperation mit dem Reit- und Rennverein Schwarme, würde Grimpe gerne eine zweite AG einrichten. Doch dies sei mit dem Schulbudget nicht mehr zu stemmen. „Dafür brauchen wir Sponsoren“, erklärte Grimpe, die das Angebot im kommenden Halbjahr durch Besuche bei der Feuerwehr, Schwimmen und weitere Sportarten ausbauen möchte.

Dass sich die Schwarmer Schule in Ergänzung zum Elternhaus als Lern- und Lebensort begreift, kommt auch nachmittags zum Ausdruck. Die Kinder sollen lebenspraktische Kompetenzen erwerben, Verantwortung übernehmen und lernen, Entscheidungen zu treffen. Dies geschieht unter anderem dadurch, dass Schüler aller Jahrgänge die AGs besuchen. „Auch wenn das mal schwierig ist“, wie Grimpe zugab. Doch auf diese Weise würden die Großen lernen, den Kleinen zu helfen, und umgekehrt die Kleinen lernen, die Großen um Hilfe zu bitten.

Insgesamt nahmen im ersten Halbjahr 60 der 115 Schüler am Ganztagsangebot teil. Für das kommende Halbjahr sind bereits 67 von 110 Schülern dafür angemeldet. Die meisten Kinder kamen an zwei Nachmittagen in der Woche (25), die wenigsten an vier Tagen (3). Neun Kinder blieben an allen fünf Tagen länger, zehn an drei Tagen und 19 an einem Tag. Zum Vergleich: Im kommenden Halbjahr wollen sechs Kinder durchgängig dabei sein sowie sieben Kinder an vier und acht an drei Tagen. 21 Sprösslinge sind für zwei Nachmittage, 30 für einen Nachmittag angemeldet.

Als Probleme nannte Grimpe, dass Zeit für den Förderunterricht und für die Ausbildung der Lehrer an der interaktiven Tafel fehle. Doch sie sei froh, dass sich das Kollegium für die Ganztagsschule entschieden habe. „Kinder, die den ganzen Tag zusammen sind, verstehen sich so gut, dass wir keine sozialen Probleme mehr haben. Mittags sind wir wie eine Familie mit 30 Kindern.“

Für Grünen-Ratsherr Ulf Schmidt ist das Schwarmer Modell der Beweis, dass Nachmittagsbetreuung funktioniere, wenn man engagierte Personen vor Ort habe. „Das macht uns Mut“, sagte Schmidt. Er meinte: Mut, es in Bruchhausen-Vilsen auch anzupacken.

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