Die Angst fährt manchmal mit

Nach Corona-Pause: Fahrschulen freuen sich über Neustart

Maskenpflicht: Bei den Fahrstunden müssen Mund und Nase bedeckt sein. Foto: Katharina Schmidt
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Maskenpflicht: Bei den Fahrstunden müssen Mund und Nase bedeckt sein.

Wochenlang stand der Betrieb in den Fahrschulen still, ausgebremst durch das Coronavirus und den damit verbundenem Shutdown. Vor rund zwei Wochen hat das Land Niedersachsen wieder grünes Licht gegeben.

Stuhr – Es wird also wieder fleißig gepaukt, geübt und gefahren. Die Fahrlehrer in Stuhr freut das – auch wenn ihr Arbeitsalltag jetzt schwergängiger ist als noch vor der Krise.

In Brinkum, Syke und Bassum sind die Filialen der Fahrschule Reinholz zu finden. Inhaber Volker Reinholz und sein Team geben gerade alles, in der Hoffnung, die Verluste der vergangenen Woche irgendwie wieder reinholen zu können. „Aber wir schaffen gar nicht alles, was wir gerne schaffen würden“, sagt Reinholz. Denn es koste viel Zeit, nach jeder Unterrichtsstunde alles zu desinfizieren, was die Fahrschüler angefasst haben – sei es das Lenkrad oder, bei Motorrad-Anfängern, das Funkgerät.

Desinfektion gehört zu Corona-Auflagen für Fahrschulen

Die gründliche Desinfektion gehört zu den Corona-Auflagen in Niedersachsen, die Fahrschulen derzeit einhalten müssen, ebenso wie das Achten auf Abstand. Eine weitere Vorgabe: das Tragen von Masken, sowohl beim theoretischen Unterricht als auch bei den Fahrstunden. „Das ist anstrengend und belastend“, so Reinholz. Insbesondere die Fahrlehrer müssten die Masken fast den ganzen Tag tragen. Im Gegensatz zu anderen Berufsgruppen seien sie das einfach nicht gewohnt. Und: „Die Angst, dass man sich als Fahrlehrer infiziert, fährt mit.“

Trotz all der Einschränkungen und Herausforderungen ist Volker Reinholz froh, dass es weitergeht. „Wir sind dankbar, dass wir wieder arbeiten dürfen“, erzählt der Fahrlehrer weiter. „Wir hatten null Einnahmen, aber weiterhin laufende Kosten.“

Die Schüler sind ihm zufolge nach der mehrwöchigen Pause wieder ziemlich gut reingekommen: „Nach einer halben Stunde bis Stunde sind die meisten wieder auf dem Level wie vor Corona.“

Corona-Schließung deutlicher Einschnitt für Fahrschulen

Auch für die Fahrschule Dodo Garrelfs war die Zwangspause ein merklicher Einschnitt. „Wir haben sieben Wochen überhaupt kein Geld verdient“, sagt Inhaber Jörg Thomsen. Die Versicherung sei ihnen entgegengekommen, aber auch die Leasingraten für die Fahrzeuge wollen zum Beispiel gezahlt werden. Neben der Maskenpflicht und den Abstandsregelungen nennt er noch eine weitere Herausforderung: Wochenlang hat es keine Prüfungen gegeben – und nun wollen alle auf einmal. In der Zeit hat sich einiges angestaut. „Das aufzuholen ist schwierig“, sagt Thomsen. Die Fahrschulen seien da vom TÜV Nord abhängig.

Dass in den Fahrschulen Stillstand herrschte, bekommen letztlich auch andere Wirtschaftszweige zu spüren: Beim Nachschub an Berufskraftfahrern hat es gestockt. Dabei herrscht in diesem Bereich sowieso ein Fachkräftemangel, wie Juliane Flechsig schildert. Sie arbeitet im Aus- und Weiterbildungsmanagement der Firma Fahrerkonzept, deren Zentrale an der Jupiterstraße in Brinkum liegt. In Zusammenarbeit mit Fahrschulen bildet das Unternehmen Berufskraftfahrer aus. Gleichzeitig ist es Ansprechpartner für alle, die auf der Suche nach Fahrern sind.

Interesse an Job des Berufskraftfahrers steigt nach Corona-Pause

Laut Flechsig ist es nicht nur durch die Einschränkungen für Fahrschulen zu Verzögerungen in der Ausbildung neuer Fahrer gekommen. Erste-Hilfe-Kurse sind flachgefallen, Bildungsstätten für Gefahrgut-Schulungen hatten zu.

Die Nachfrage nach Lastkraftwagenfahrern sei aktuell noch höher als vor der Krise, so Flechsig. Zwar würde es in manchen Branchen kriseln, in anderen gebe es hingegen aber einen erhöhten Bedarf, zum Beispiel in der Lebensmittelbranche. Auch das Interesse, den Job des Berufskraftfahrers zu ergreifen, sei gestiegen. Die Krise habe den ganzen Markt verändert – und auch die Ansicht davon, was ein sicherer Job ist.

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