Twistringer Bahnhofsprojekt kommt wieder in Bewegung / Stefanie Helms' Master-Arbeit begeistert

Fahrrad-Hof und Stroh hinter Glas

Neue Ideen für den Twistringer Bahnhof gestern im Rathaus (v.l.): Wirtschaftsförderer Carsten Werft, Stefanie Helms, Karl Meyer sowie Joachim Klawitter und Ute Sievers aus Dimhausen (Onkel und Tante von Stefanie Helms).

Bassum - TWISTRINGEN (tw) · Es kommt wieder Bewegung in das Bahnhofsprojekt: Ein „Fahrrad-Hof“ als zentraler Treffpunkt, Übernachtungsmöglichkeiten über der alten Wartehalle, ein Aufenthaltsraum für Fahrgäste sowie Restaurant und Fahrrad-Werkstatt im Bereich des früheren Güterschuppen sind noch Zukunftsvision der Bassumer Architekturstudentin Stefanie Helms, für Twistringens Rat und Verwaltung Anlass für einen neuen Anlauf.

Gestern Mittag hat die Hochschulabsolventin Bürgermeister Karl Meyer und Wirtschaftsförderer Carsten Werft ihr Werk präsentiert. Nach viereinhalb Monaten für „Stadt Twistringen – Nutzungskonzept zur Revitalisierung des Bahnhofsgeländes“ ist die Bassumerin mit dem Master-Abschluss an der Bremer Hochschule „School of Architecture“ belohnt worden. Note: 2,3 für das Bahnhofsprojekt; insgesamt Note 1,9.

Die Idee kam der Bassumerin, als sie im Twistringer Bauamt nachfragte, ob es besondere Projekte gebe. Fachbereichsleiter Christian Gelhaus erwähnte das „größere Problem Bahnhofsgebäude“, vor Jahren von der Deutschen Bahn gekauft. „Eine beeindruckende Arbeit“, lobte nun Bürgermeister Meyer ganz begeistert. Die Studentin habe sich nicht nur auf das Gebäude konzentriert, sondern auch auf das Umfeld, beispielsweise durch eine Konzentrierung der bislang verstreuten Parkplätze direkt am Bahnhof, und nicht zuletzt auf den touristischen Aspekt Twistringens zwischen den Naturparken Wildeshauser Geest und DümmerWeserLand. Der Studentin ging es auch um eine Vernetzung mit umliegenden Zentren, die ebenfalls an einer Bahnstrecke liegen: Sandkrug bei Oldenburg, Steinfeld bei Vechta und Stolzenau-Leese. Folglich setzte Stefanie Helms den Schwerpunkt auf den Fahrradtourismus. „In Twistringen wird schon viel geboten.“ Auch hier sei es nicht nur aus städtebaulicher Sicht wichtig, den Bahnhof vor dem Verfall zu retten, betonte Karl Meyer. Über 300 Fahrräder stünden täglich dort, und 1 200 bis 1 300 Pendler würden die Bahn nutzen. Schließlich sei schon der Bahnhofsvorplatz erneuert und die Georgstraße saniert worden. Ab Dezember 2010 verkehre die neue Regio-S-Bahn zwischen Bremen und Twistringen“, hieß es. Außerdem: Für die Jahre 2012 und 2013 hat die Deutsche Bahn die Modernisierung des Schienenbereiches angekündigt, unter anderem durch barrierefreie, höhengleiche Bahnsteige und zwei Aufzüge.

Stefanie Helms hat neben ihrer textlichen Arbeit – von der Historie des Bahnhofs, seiner Entwicklung und der regionalen Lage bis zu den Konzept-Ideen – auch zwei Modelle gefertigt. Im Rathaus war man sich gleich einig, die Ergebnisse für alle Interessierten öffentlich auszustellen.

Die 26-Jährige, die in Bassum die Grundschule, in Syke das Gymnasium besucht und danach ihre Ausbildung zur Bauzeichnerin in einem Bremer Architekturbüro absolviert hat, möchte mit Bachelor (nach drei Jahren Studium) und Master of Arts (zwei Jahre später) als Architektin arbeiten.

Stefanie Helms schlägt vor, den Bahnhofs komplex zu entkernen und das Hauptgebäude in den Ursprungszustand zu versetzen. Glaswände der angrenzenden, offenen, aber überdachten Aufenthaltszone sollten mit Stroh befüllt und durch weitere Stadt-Infos bereichert werden. Stroh war lange Hauptwirtschaftszweig.

Noch in diesem Jahr werden Helms' Ideen Verwaltung, Rat und Ausschüsse beschäftigen. „Der Bahnhof liegt im Sanierungsgebiet, hier könnten auch Städtebaufördermittel fließen“, so Karl Meyer auf Nachfrage dieser Zeitung. Wirtschaftsförderer Werft: Mit Interessenten würden neue Gespräche aufgenommen.

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