Schulausschuss stimmt für Mensa-Umbau / Neuer Caterer soll vor Ort kochen / Kritik an „sagenhafter Ungemütlichkeit“

250 000 Euro für besseres Mittagessen

Br.-Vilsen - Von Mareike HahnDie Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen investiert 250 000 Euro in einen Umbau der Mensa am Schulzentrum. Gleichzeitig sucht sie einen neuen Caterer, der ab Sommer 2014 vor Ort „Tiefkühlmischkost mit hohem Frischeanteil in Büfettform“ zubereitet. Das hat der Schulausschuss bei seiner Sitzung am Donnerstagabend im Rathaus empfohlen.

Zurzeit liefert Caterer Heiner Bomhoff täglich vorgekochtes Essen. Offensichtlich schmeckt das jedoch nicht jedem: „Mal essen am Tag 70 Schüler, das ist aber selten. An anderen Tagen haben wir nur 14 bis 25 Essen. Insgesamt waren es in den vergangenen zehn Monaten 4 500 Mahlzeiten“, sagte Cattrin Siemers, Ressortleiterin Bildung im Rathaus. Ursprünglich sei man davon ausgegangen, dass jeden Mittag 100 bis 200 der insgesamt 1 300 Schüler des Schulzentrums in der Mensa speisen.

Für drei Millionen Euro hatte die Samtgemeinde das Gebäude inklusive Veranstaltungshalle, Essensraum und Saal vor sieben Jahren bauen lassen, 50 Prozent davon zahlte der Bund. „In den letzten Jahren gab es immer wieder Kritik. Weil das Essen lange warmgehalten wird, ist die Qualität nicht so hoch, als wenn vor Ort gekocht würde“, sagte Siemers am Donnerstag. Daher suchte die Verwaltung nach Alternativen – und wurde fündig.

Die Rathaus-Mitarbeiterin erklärte das gewünschte System, das sich Vertreter von Verwaltung, Politik und Schulen kürzlich an einer Schule in Wilhelmshaven angesehen hatten: „Wir favorisieren eine Büfettform. Die Gerichte werden teils aus Tiefkühlkost, teils aus frischen Zutaten gekocht.“ Der künftige Caterer soll laut Beschlussvorlage mit seinem Personal alle Aufgaben in der Mensa übernehmen – von der Zubereitung und Ausgabe der Gerichte über den Abwasch des Geschirrs bis zur Reinigung des Küchenbereichs.

Für die erhoffte Steigerung von Qualität und Nachfrage seien bauliche Veränderungen nötig, sagte Siemers. Die Kosten: 250 000 Euro. Man müsse Wände neu ziehen, Türen erneuern, einen Abzug und die nötige Einrichtung einbauen sowie Elektro-Leitungen verlegen, ergänzte Samtgemeindebürgermeister Horst Wiesch.

Geplant sei, das neue System im nächsten Schuljahr einzuführen, die Arbeiten in der Mensa sollen in den Sommerferien erfolgen.

Die Ausschussmitglieder diskutierten nicht lange, bevor sie sich mit wenigen Enthaltungen für das Vorhaben aussprachen. Michael Albers (SPD) betonte, dass die Samtgemeinde unter Erfolgsdruck steht: „Wir haben über Jahre versucht, die Mensa-Situation zu verbessern – aber die einzigen, die davon profitiert haben, waren Aldi, Rewe und der Döner-Laden. Da muss was passieren.“ Er halte es aber für sinnvoll, sich noch ein weiteres Modell anzuschauen.

Von einer „erfreulichen Tendenz“ sprach Ulrike Lampa-Aufderheide (Linke). Sie mahnte allerdings eine schon lange gewünschte Elternbefragung an.

Oberschulleiterin Tatjana Pfau widersprach Albers‘ Vermutung, dass sich in Zukunft die Zahl der schulischen Ganztag-Angebote und damit auch das Interesse am Mittagessen erhöhen werden. „Zurzeit haben wir eine 98-prozentige Unterrichtsversorgung, und das wird laut Landesschulbehörde auch so bleiben“, sagte sie. „Als erstes wird der Nachmittagsunterricht gestrichen.“ Das beratende Ausschussmitglied Ines Kieselhorst fügte hinzu, dass das Gymnasium ebenfalls weniger nachmittäglichen Unterricht anbieten dürfte, wenn das Abitur nach 13 Jahren wiederkomme.

Pfau nannte einen weiteren Aspekt, der die Mensa nicht gerade zu einem Anziehungspunkt macht: der Lärm. Eine „sagenhafte Ungemütlichkeit“ bescheinigte Kieselhorst dem Raum. Um eine Wohlfühl-Atmosphäre zu schaffen, müsste die Samtgemeinde indes weiteres Geld in die Hand nehmen. „Dieses Thema werden wir im Blick haben“, versprach Wolfgang Griese. Der CDU-Mann warb für das Wilhelmshavener Modell: „Der dortige Caterer bestückt 75 Schulmensen mit positivem Ergebnis. In unserer veränderten Gesellschaft ein gesundes Mittag essen anzubieten ist ein Erziehungsauftrag.“

Marlies Plate (Grüne) fragte, ob ein Küchen-Sharing mit anderen Einrichtungen möglich sei. „Nein“, antwortete Wiesch. „Aus hygienischen Gründen.“ Längerfristiges Ziel ist es laut Siemers aber, auch die Mahlzeiten für die Kindertagesstätten der Samtgemeinde in der Mensa zu kochen.

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