„Spök in‘t Moor“ hatte Premiere am Tatort / Dorfhörspiel in der Auburg vorgestellt / Pflege der plattdeutschen Sprache

„Etwas Wunderbares geschaffen“

„Spök in‘t Moor“ ist als CD auf dem Großmarkt erhältlich.

Wagenfeld - (sbb) · „Geld haben wir natürlich auch ausgegeben, aber in erster Linie haben wir alle gemeinsam etwas Wunderbares geschaffen.“ Mit diesen Worten fiel bei Doris Kleemeyer, Projektleiterin und Kulturpädagogin alle Aufregung der letzten zwei Jahre zum Premiere-Hören des Dorfhörspiels „Spök in´t Moor“ am Mittwoch in der Auburg in Wagenfeld ab.

Eigentlich gab es im Tonstudio der Filmemoker um Martin Herrmann in Sulingen noch den Arbeitstitel „Dat Sünneamulett“. Letztlich war die Entscheidung zum Endtitel doch noch näher an die Region gerückt, spielten doch die Auburg, das Moor und der tatsächliche Archivar Timo Friedhoff im Hörspiel eine entscheidende Rolle. Und wie es sich für eine gute Premiere gehört, saßen natürlich die fünf Akteure, aus der Gruppe der „Plattsnaker“, in der „Ersten Reihe“. Das karge Bühnenbild glich dem CD-Cover symptomatisch, assoziierend mit den zwei Birkenstämmen zwischen Bühne und Decke geklemmt, Fahrrad und Schlafsack. Mittwochabend gab es etwas zu Hören, weniger zu Sehen. „Wir hören das einfach mal an, eine Stunde, Handys aus und dann geht’s los!“

Und wie das Netzwerk um Initiatorin Doris Kleemeyer losging, zeigte das brillante Ergebnis in plattdeutscher Sprache, in Vertonung und Dramatik. Um und für Kinder, aber nicht nur, regionalen Bezug und Kriminalcharakter sollte es haben; das schon so lange ersehnte Hörspiel. Mit ihrem Konzept holte Kleemeyer alle ins Boot: die Autorin Birgit Kattelmann für das Hörspielskript, die Freilichtbühne Wagenfeld mit ihren aktiven Spielern, das Kulturkreis Auburg-Team und den Heimatverein Wagenfeld. Vom Titelsong des Jugendchores Wagenfeld bis zur Öffentlichkeitsarbeit von Stephan Kawemeyer, den Tonaufnahmen in Sulingen bei Erfolgsautor Martin Herrmann, dem Naturstimmenarchiv von Karl-Heinz Garberding und der moralischen Unterstützung der Pastöre Edith und Michael Steinmeyer des Ortes. Das schrie nach einer Party nach der Hörspielpremiere, bei dem ausgeprägten Dorfgemeinschaftsgefühl. Und da das Stück in der Zukunft 2081 spielt, immer Rückblicke einblendet und von der Autorin einen klassischen fünfaktigen Dramenaufbau mit Exposition/Steigerung/Peripetie(Höhepunkt oder Wendepunkt)/retardierendes Moment (fallende Handlung) und Katharsis (Katastrophe) und/oder Lösung besitzt, klingt es keinen Moment langweilig.

Die „Spökengeschichte“ von een upgeregte Schatzsöke in Sommer 2003 von dee fünf Frünne Arne (Frederik Tepe), Lisa (Carolin Hartrampf), Paul (Jesper Kawemeyer), Laura (Xenia Ahrens) und Mina (Annika Hartrampf) nimmt ihren spannenden Lauf. Man verspürt die Magie der gesprochenen Geschichte um das magische Sündenamulett der Inkas, welches den Weg bis nach Wagenfeld ins Moor fand bei den jugendlichen und erwachsenen Sprechern. Heino Bultmann als alter Arne an seinem 90. Geburtstag, den die Geschichte erneut heimsucht, Karsten Kleemeyer als Geist Käpt´n Törf Kopp, Walter Rogge als verwegener Schatzsucher und Timo Friedhoff als Archivar, der sich selbst spielt versprühen Spannung.

Aber was ist ein Hörspiel ohne passende Vertonung? Hierfür zeichnet der Toningenieur Philipp Bitter aus Berlin mit vielen Ideen, Supports und special guests: Regisseur Martin Herrmann persönlich als Wachmatrose, die Chöre Wagenfelds als Geisterchor oder gröhlende Mannschaft. Für Rainer Ehlers, Geschäftsführer des Landschaftsverbandes Weser Hunte, der das Projekt maßgeblich mit unterstützte, war klar, dass die Bühne der Auburg nach dem Hörspiel gerappelt voll wurde. Er freute sich über die Pflege der plattdeutschen Sprache und sah die Investition in Honorarkräfte in Grundschulen gut angelegt.

Adelheid Köster, die als Lehrerin in AGs jungen Menschen das Plattdeutsch näher bringt, freut sich riesig, dass es „so komen is: Son Hörspeel kannst du jümmer wedder afspeelen. Un Lüe, de Platt nich von Mudder leert hebbt und nich gliecks allns bien ersten Tohörn verstoat, hebbt dor so bestimmt ock eern Spoaß an“.

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