Erinnerungen sollen nicht verloren gehen / Gregor Lawatsch: Themen sind Kindheit und Jugend

Erzählwerkstatt in Siedenburg

Gregor Lawatsch möchte eine Erzählwerkstatt einrichten.

Sulingen - DIENSTBORSTEL (mks) · „Menschen in fortgeschrittenem Alter erzählen gern über das, was früher war“, beschreibt Gregor Lawatsch die Erkenntnis, die in den Reihen des Vereins „KULTURbunt“ der Samtgemeinde Siedenburg zu dem Entschluss reifte, eine Erzählwerkstatt einzurichten.

„Die Erinnerungen der Leute vor Ort illustrieren Heimatgeschichte, wir wollen sie in Form von Interviews festhalten“, erklärt der Dienstborsteler. Er hatte die Idee in den Kulturverein getragen. Seine Vermutung ist, dass das persönliche Gespräch vielen entgegenkommt: „Nicht jeder hat Lust, zu Papier und Bleistift zu greifen – besonders Männer mögen lieber erzählen.“

Das Projekt „Erzählwerkstatt“ entwickelte sich im Laufe des bald vergangenen Jahres. Die ursprüngliche Idee, Geschichten über „Arbeit auf dem Lande“ einzuholen, habe man verworfen, sagt Gregor Lawatsch. „Kindheit und Jugend“ sei ein Thema, das offensichtlich mehr anspreche. Im Zuge der Vorbereitung habe man von ehemaligen Einwohnern erfahren, die gut und viel zu erzählen wüssten, einige seien leider inzwischen verstorben. Im Grunde genommen suche man Menschen jeden Alters, die Lust haben aus ihrer Kindheit zu berichten, denn auch die heutige Zeit sei unversehens Geschichte.

Für die Umsetzung sucht Lawatsch Verbündete. Anfang des Jahres will er über die Vereine Jugendliche für seine Idee gewinnen. Denkbar sei auch die Kooperation mit den Schulen. „Ich könnte zwar selbst die Interviews machen, aber es ist auch eine Chance für die Gemeinde, sich in die Kultur vor Ort einzubringen“, sagt Lawatsch. Er ist gespannt auf das, was sich entwickelt.

Das Projekt lässt Raum für Ideen. Gesammelt werden Dokumente in Bild und Ton, aber auch Tagebuchaufzeichnungen, Fotos oder Erinnerungsstücke, die Kindheit und Jugend in der Samtgemeinde darstellen und Unterschiede und Veränderungen zwischen Generationen illustrieren. Am Ende des Projekts könnte eine Ausstellung stehen. Oder ein Erzählarchiv, das fortlaufend ergänzt wird. Aus diesem Material könne man verschiedene Kunstaktionen aufbauen, sagt Lawatsch. Er hält etwa ein Hörspiel für ein mögliches Ergebnis.

„Vielleicht findet sich ein Kreis von Leuten, die sich für die Sache begeistern können“, hofft Lawatsch. Der 61-jährige Kölner Schauspieler, der seit 15 Jahren seinen Wohnsitz in Dienstborstel hat, ist über den Verein „KULTURbunt“ selbst in die dörflichen Strukturen eingetaucht. Die Vorstellung, dass sich aus der Idee etwas entwickelt, das einerseits die regionale Geschichte dokumentiert, andererseits die Generationen an einen Tisch bringt, gefällt ihm.

Beim Kulturfrühstück am Sonntag, 2. Januar, im Gasthaus Bückmann in Campen wird er seine Idee noch einmal vorstellen.

Wer schon jetzt Interesse bekunden oder seine Mitarbeit anbieten möchte, wer Lust hat, die Interviews durchzuführen oder sich vorstellen kann, sich als Interviewpartner zur Verfügung zu stellen, kann bereits mit Gregor Lawatsch unter Tel. 0 42 72 / 17 32 Kontakt aufnehmen.

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