Erster Feldtag der Landwirtschaftskammer zeigt technische Innovationen und mehr/2800 Besucher in Borwede

Die Zukunft: Ackerschlepper ohne Fahrer

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Feldversuche mit der Ackerbohne: Hier begutachten (v.l.) Kreislandwirt Wilken Hartje, Landwirtschaftskammer-Bezirksstellenleiter Henrich Meyer zu Vilsendorf, Kammerpräsident Gerhard Schwetje sowie Stefan Ortmann als Geschäftsbereichsleiter Landwirtschaft bei der Kammer den Pflanzenstand in Borwede.

Twistringen-Borwede - Von Anke Seidel. Ein Landwirt am Steuer eines Ackerschleppers: Das war gestern. Künftig genügt eine Handykarte, um das 290 PS starke Gefährt über das Feld zu lenken – GPS-gesteuert und zentimetergenau. Wie das funktioniert, bestaunten gestern Landwirte in Borwede (Stadt Twistringen). Beim ersten Feldtag der Landwirtschafskammer Niedersachsen präsentierten 100 nationale und internationale Aussteller sowohl technische als auch biologische Innovationen, die den Landwirten und der Umwelt zugute kommen. Die Landwirtschaftskammer zählte 2800 Besucher in Borwede.

„Akzeptanz durch modernen, ressourcenschonenden Ackerbau“, formulierte Kammerpräsident Gerhard Schwetje den elementaren Leitsatz für die Landwirte. Effektive Bodenbearbeitung und Bodenschutz haben deshalb enorme Bedeutung. Mit welcher innovativen Technik sich das Unkraut auf dem Acker mechanisch entfernen lässt, erlebten Landwirte gestern bei den Vorführungen auf dem Ausstellungsgelände nahe dem Versuchsfeld in Borwede.

Dort testet die Landwirtschaftskammer seit nunmehr sechs Jahrzehnten immer wieder neue Sorten für den Feldanbau – und effektive Fruchtfolgen, um den Ertrag zu optimieren. In Borwede gedeiht zurzeit auch die Ackerbohne. Als pflanzlicher Eiweißträger könnte sie in der Zukunft das – vornehmlich aus Südamerika importierte – Sojaschrot ersetzen.

„Wir denken in Kreisläufen“, sagt Kreislandwirt Wilken Hartje – und ist damit auf einer Linie mit Kammerpräsident Schwetje, der die Verwertung von Mist und Gülle als organischen Dünger auf dem Feld als einen elementaren Teil dieses Kreislaufs betrachtet.

Doch die Landwirtschaft hat in Niedersachsen unterschiedliche Strukturen und vor allem unterschiedliche geografische Bedingungen. Deshalb kommen Landwirte in Regionen ohne Viehhaltung nicht ohne künstlichen Dünger aus. Den passgenau für jede Pflanze auf das Feld zu bringen, ist mit menschlichem Auge allein nicht zu ermessen. Selbst ein Schnelltest mit Blattgrün, wie ihn Henrich Meyer zu Vilsendorf als Leiter der Landwirtschaftskammer-Bezirksstelle Nienburg demonstriert, bietet keine optimale Lösung – wohl aber Sensorentechnik auf dem Ackerschlepper, die den Bedarf an Stickstoff sozusagen halmgenau berechnet, steuert und den Düngemitteleinsatz exakt protokolliert. Ersparnis für den Landwirt am Ende: Etwa 80 Euro pro Hektar, weil der Düngesensor exakt auf den – in der Regel unterschiedlichen – Pflanzenwuchs auf dem Acker reagiert. Diese Innovation hat ihren Preis: 27000 Euro kostet die Sensortechnik.

Wer die Entwicklung der Feldfrüchte in großen Schlägen mit einem Blick überwachen will, kann Drohnen einsetzen. Wie sie funktionieren, erfuhren die Besucher gestern ebenso.

Blickfang besonderer Art war auf dem trockenen, stellenweise staubigen Ausstellungsgelände ein besonderes Bodenprofil. Der ein Meter tiefe Schnitt zeigte, wie der Boden in der Borweder Feldmark aufgebaut ist und welche Fähigkeiten die einzelnen Schichten besitzen, um das Wasser zu speichern.

„Solche Feldtage sind Gold wert“, bilanzierte Stefan Ortmann als Geschäftsbereichsleiter Landwirtschaft bei der Landwirtschaftskammer. Denn diese Ausstellung dokumentiere vor einem großen Publikum auch das Engagement der Landwirte für die Umwelt, stellten die Vertreter der Landwirtschaftskammer klar. „Wir möchten nicht immer auf der Anklagebank sitzen“, erklärte Kammerpräsident Gerhard Schwetje. Der Feldtag zeigte Landwirten auch, wie sie so genannte Greening-Maßnahmen, also den ökologischen Bodenschutz, praktisch umsetzen können. An Alternativen zu Monokulturen wie Mais arbeitet die Landwirtschaft ebenso. So gilt die Zuckerrübe als vielversprechendes „Futter“ für Biogas-Anlagen. „Ziel ist es auch, den Mais durch Gülle und Mist zu ersetzen“, so Schwetje. „Wir gebrauchen den Acker, aber wie verbrauchen ihn nicht“, so Kreislandwirt Hartje.

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