Bürger äußerten im Stadtrat Bedenken gegen Projekt in der Streitheide

„Erst sind es drei Silos“

Syke - Streit wollten die Anlieger der Barrier Streitheide nicht, aber Antworten. Die gab es am Donnerstagabend im Stadtrat nicht wirklich. Selbst Politik und Verwaltung stochern noch im Nebel, was die genauen Pläne des Unternehmens GS agri (wir berichteten) anbelangen. Fest steht aber: Das landwirtschaftlich ausgerichtete Unternehmen hat Interesse an einem Grundstück im Gewerbegebiet Streitheide.

Die Nachricht, dass sich in der Streitheide etwas tun könnte, hatte bei Anliegern für Unruhe gesorgt. Vom Stadtrat erhofften sie sich Antworten.

Bürgermeister Harald Behrens bestätigte eine Anfrage der Firma. Weiteres wisse er aber nicht.

Man müsse sich erst über das Gelände einig sein, erklärte Behrens und sprach mal von Misch- und mal von Gewerbegebiet. Der Bürgermeister erwähnte einen rechtsverbindlichen Bebauungsplan. Der erlaube beispielsweise einen Baustoffhandel. Ein Futtermittelwerk aber wohl nicht.

Gegenüber den Anliegern aus der Bremer Straße und dem Handelsweg machte Behrens aber zumindest deutlich, dass der Stadtrat das Gelände Streitheide als Gewerbegebiet ausgewiesen habe, damit sich dort Betriebe ansiedelten.

Das beruhigte die Bürger nicht. „Wir machen uns ernsthafte Gedanken über unsere Wohnqualität und befürchten starke Belästigungen durch Lärm“, erklärte Jürgen Möhlenbrock.

Anlieger Wilfried Plate forderte Verwaltung und Politik auf, mit offenen Karten zu spielen.

In Weyhe habe es mit agri größte Probleme gegeben. Leeste sei zur Erntezeit voll mit Lastern gewesen. Hausfrauen hätten nicht mehr zum Schlachter und Kinder nicht mehr zur Schule gehen können, so Plate, der ein ähnliches Bild für Barrien zeichnete.

„Wir führen sie nicht hinters Licht“, versprach der Bürgermeister. Seiner Meinung nach plane agri vielleicht drei Silos und eine Halle in der Streitheide. Jetzt müsse man aber vorurteilsfrei an das Thema herangehen, forderte Harald Behrens.

„Erst sind es drei Silos, dann werden es mehr, und dann stehen Hunderte von Treckern dort“, betonte Wilfried Plate.

Eine Anliegerin äußerte Angst, die sich breit mache, seitdem das Projekt kursiere. Ein Anlieger des Handelswegs wollte wissen, warum agri nicht in vorhandenen Gewerbegebieten wie Nordfeld oder am Bahnhof seinen Betrieb errichte.

„Weil wir auch in der Streitheide ein Gewebegebiet haben. Das hat der Rat so gewollt und beschlossen“, entgegnete Behrens.

Der Bürgermeister ließ aber keinen Zweifel daran aufkommen, dass die Stadt „Herr des Verfahrens“ sei und die Bürger mit in das Geschehen einbinde.

„Wir berücksichtigen die Bedenken der Anlieger“, erklärte auch Barriens Ortsbürgermeister Peter Cohrsen. Jetzt gelte es aber, die Anfrage zu prüfen, denn im Augenblick sei das alles weder Fisch noch Fleisch.

Informationen von der Verwaltung forderte der SPD-Fraktions-Chef Heinfried Schumacher und wünschte, dass das Thema im Ortsrat und in den Ausschüssen behandelt wird.

Es gebe ja auch andere Wege, die die Politik gehen könne, meinte der Ratsherr und nannte beispielhaft eine Veränderungssperre, wenn das Vorhaben letztendlich nicht im Sinne der Stadt sei. · vog

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