Begegnungsstätte Gleis 1 stellt zweite Veranstaltungsreihe vor / Karten jetzt auch im Abo / Sitzpaten gesucht

Erfolgsgeschichte mit Satire und Kabarett

Die Zeit der Holzstühle ist vorbei: Zur neuen Saison soll das Publikum im Gleis 1 bereits auf Polsterstühlen Platz nehmen. Das demonstrieren hier (v.l.) Gleis 1-Klient Knud Heinrichs, Leiter Joachim Schröder und Mitarbeiterin Gaby Klein.

Syke - SYKE (mwa) · Mit gleich drei guten Nachrichten beschenkt das Gleis 1 sein Kabarett Publikum zu Weihnachten. Erstens: Das Programm für die neue Saison ist fast fertig. Zweitens gibt es die Eintrittskarten ab sofort auch vergünstigt im Abonnement. Und drittens: Die Zeit der Holzstühle ist vorbei.

Ab der neuen Saison sitzt das Publikum auf gepolsterten Stühlen. „Für das neue Mobilar suchen wir noch  Paten“, sagt AWO-Trialog-Leiter Joachim Schröder, der für die Begegnungsstätte im Syker Bahnhof verantwortlich zeichnet. „Der einzelne Stuhl kostet 150 Euro. Wer diesen Betrag spenden möchte, erhält eine Spendenbescheinigung und wir bringen an der Lehne eine Plakette mit dem Namen an.“ Jeder Sitzpate erhält obendrein gratis fünf Eintrittskarten nach Wahl.

Zur ersten Veranstaltung der neuen Saison am 5. Februar soll das neue Mobiliar bereits da sein. „Wenn sich keine drei Meter Schnee zwischen Italien und hier auftürmen“, so Schröder.

Mit Marco Tschirpke eröffnet an diesem Tag der Träger des Deutschen Kabarettpreises 2007 die neue Saison im Gleis 1. „Youtuben Sie ihn!“, rät Joachim Schröder. „Der macht ganz kurze Lapsus-Lieder mit völlig absurden Texten.“ Kennen könnte Tschirpke eine breitere  Öffentlichkeit aus der WDR-Reihe „Nightwash“ oder von der „Intensivstation“ des NDR.

Mit dem jetzt ausklingenden Jahr ist Joachim Schröder durchaus zufrieden. „Das war ja unser Übungsjahr“, sagt er angesichts des Umstands, dass AWO-Trialog und das Gleis 1-Team „mit null Erfahrung“ als Betreiber einer so genannten Kleinkunst-Bühne angetreten sind. „Der gesamte Veranstaltungsbereich war für uns völlig neu. Wie kommt man überhaupt an die Künstler? Wie tritt man mit denen in Kontakt? Wie verhandelt man mit ihnen und wie groß ist der Spielraum?“

Dabei habe man schnell an Erfahrung gewonnen. Auch in der Hinsicht, was im Gleis 1 funktioniert und was nicht.

„Kindertheater geht ganz offensichtlich nicht“, hat Schröder gelernt. „Da ist es uns nicht gelungen, ausreichend Publikum hierher zu kriegen.“ Gleiches gilt für reine Musikveranstaltungen. „Da hatten wir im Februar eine Band hier, die Balkan-Blues spielt. Auf Festivals treten die vor 10 000 bis 20 000 Zuhörern auf. Bei uns waren es 10 bis 20“, so Schröder.

Eine echte Erfolgsgeschichte ist hingegen der Bereich Satire und Kabarett. Schröders Konzept ist dabei ganz einfach: „Wir machen das für uns zum Spaß und bekommen keinerlei Förderung. Das heißt, es muss am Ende mindestens ein Nullsummen-Spiel sein. Wir wollen nicht großartig Geld mit unseren Veranstaltungen verdienen. Aber wir können auch nicht jedesmal draufzahlen.“ Engagiert wird, was dem Team vom Gleis 1 selbst gefällt und „was inhaltlich zu uns passt“.

Unterm Strich ist die Rechnung aufgegangen. „Wenn das erste Jahr in die Hose gegangen wäre, würde es mit Sicherheit kein Zweites geben.“ Zwei von neun Veranstaltungen der Eröffnungssaison 2010 waren mit jeweils 100 Zuschauern ausverkauft. Die anderen sieben sahen im Schnitt 80 Leute. Weniger als 60 Zuschauer waren es nie. Schröder: „Von daher sind wir den Sykern sehr dankbar, dass sie unseren Geschmack teilen.“

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