Neustrukturierung des Bereitschaftsdienstes für Bruchhausen-Vilsen, Engeln und Süstedt

Entlastung für die Mediziner

Br.-Vilsen - (ah) · Von der Neustrukturierung des ärztlichen Bereitschaftsdienstes für die Region Bassum sind auch die Gemeinden Bruchhausen-Vilsen, Engeln und Süstedt betroffen. Deren Bewohner müssen künftig die Bereitschaftsdienstpraxis am Krankenhaus Bassum, Marie-Hackfeld-Str. 6, aufsuchen.

Wie die Bezirksstelle Verden der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN) mitteilt, tritt die Regelung zum 3. Januar kommenden Jahres in Kraft. Sie wurde in Absprache mit dem Ärzteverbund Nord getroffen.

Als Hauptgrund für die Reorganisation nennt die KVN die „langfristige Sicherstellung der ärztlichen Versorgung insbesondere in ländlichen Gebieten“. Die zeitliche Belastung im Bereitschaftsdienst sei für viele junge Mediziner bislang ein wesentlicher Hinderungsgrund gewesen, sich als Vertragsarzt auf dem Land niederzulassen.

Der vertragsärztliche Bereitschaftsdienst umfasst die dringende Versorgung in der sprechstundenfreien Zeit. Davon ausgenommen ist der Rettungsdienst, der bei lebensbedrohlichen Zuständen zu alarmieren ist.

Im Zweifel entscheidet der Dienst habende Arzt in der Bassumer Praxis auch über eine Einweisung in die Klinik. Patienten, denen aus gesundheitlichen Gründen kein Besuch der Sprechstunde zuzumuten ist, steht ein Hausbesuchsdienst zur Verfügung.

Laut Michael Schmitz, Geschäftsführer der KVN-Bezirksstelle Verden, hat die Bevölkerung die Neustrukturierung in anderen Bereichen bereits „gut angenommen. Patienten, die mobil sind, können sich außerhalb der normalen Öffnungszeiten untersuchen lassen. Und in der Regel hat die Praxis ein Krankenhaus im Hintergrund“, erklärt Schmitz. Innerhalb von drei Jahren habe die KVN 43 Bereitschaftsdienstbereiche zu 30 Gebieten zusammengelegt.

Für die Engeler Allgemeinmedizinerin Gerda Meyer-Duncker bedeutet die neue Struktur eine „Verbesserung der Lebensqualität“. Die Zahl ihrer Notdienste reduziere sich von 17 auf vier pro Quartal. Bei ihren Patienten habe sie eine große Verunsicherung festgestellt: „Sie wissen nicht, was das konkret für sie bedeutet.“

Ein bis zwei statt bis zu acht Dienste im Monat – über diese „Erleichterung“ freut sich auch Dr. Frank Pellmann aus Bruchhausen-Vilsen. Dies könne junge Ärzte motivieren, aufs Land zu ziehen. Nach Ansicht von Gerda Meyer-Duncker würde das eher über finanzielle Anreize funktionieren. Die Fahrtstrecke nach Bassum empfindet Pellmann in einer Zeit der „mobilen Gesellschaft“ nicht als Problem für die Patienten.

Deutlich mehr Kilometer reißen künftig die Ärzte ab. „Wir müssen das Handy vor dem Hausbesuchsdienst aus Bassum abholen und morgens vor unserer eigenen Sprechstunde wieder dorthin zurückbringen“, erklärt Allgemeinmediziner Christian Grabowski aus Bruchhausen-Vilsen. Hinzu kämen die weiten Fahrten zu den Patienten, da unter anderem auch Harpstedt und Twistringen zum Bereitschaftsdienstbereich zählen.

Der Entlastung durch weniger Dienste – etwa sechs statt wie bisher 34 pro Halbjahr – stellt Grabowski den damit einhergehenden finanziellen Verlust gegenüber. Besonders neugegründete Praxen würden dies zu spüren bekommen. Und auch für die Patienten sieht der Arzt wegen der weiten Anfahrt „tendenziell eine Verschlechterung. Aber vergessen wir nicht, dass die Versorgung in Deutschland immer noch hervorragend ist.“

Die Bassumer Praxis ist montags, dienstags und donnerstags von 19 bis 21 Uhr, mittwochs und freitags von 16 bis 20 Uhr sowie sonnabends, sonntags und feiertags von 9 bis 12.30 Uhr und von 16.30 bis 20 Uhr geöffnet. Die Rufnummer lautet 04241/ 97 07 07. Ein Hausbesuchsdienst ist zu folgenden Zeiten möglich: von Montag bis Dienstag, Dienstag bis Mittwoch und Donnerstag bis Freitag, jeweils 8 bis 18 Uhr; Mittwoch bis Donnerstag und Freitag bis Sonnabend, jeweils 13 bis 8 Uhr; Sonnabend, Sonntag und Feiertag (inklusive Heiligabend und Silvester) von 8 Uhr bis zum Folgetag um 8 Uhr.

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