Wischmeyer im Stadttheater

„Endlich raus aus der Grauzone“

Brachte am Sonntagabend im voll besetzten Stadttheater den Saal zum Kochen: Dietmar Wischmeyer.

Sulingen - (mks) · Verrückte Welt: Jeder möchte gewitzt sein und die Taschen voller Geld haben, glücklich aber ist der verarmte Blödmann. „Wer glücklich ist, ist entweder doof oder besoffen“; folgert Dietmar Wischmeyer.

Am Sonntagabend katapultierte der Kabarettist das Sulinger Publikum „raus aus der Grauzone und rein in den Schwarz-Weiß-Sektor“. Regungslos liest er seine Papier gewordenen „fäkalhumoristischen“ Betrachtungen vom Blatt ab. Nicht jeder könnte sich das erlauben. Wischmeyer darf. Und er bringt das Publikum im vollbesetzten Stadttheater zum Kochen. Schneller, messerscharfer Witz und anzügliche Boshaftigkeiten sind es, die die Fans hören wollen – immer scharf an der Grenze des guten Geschmacks.

„Alle doof, außer ich“, heißt die Buchvorlage seiner „Schwarz-Weiß-Tour“, auf der er alles auf die Schippe nimmt, was Beine hat: Die schwarz-gelbe Regierung etwa, die das Gesetz bestätigt, dass „jede neue Regierung noch bescheuerter als die vorige ist“. Und die Aussichten auf die Politiker-Generation namens „Kevin & Co.“, die das Gruselkabinett „Frau, schwul und Vietnamese“ noch toppen kann.

Kaum ein Thema bleibt außen vor. Als „Kleiner Tierfreund“, „Treckerfahrer“ oder Nazirentner „Willi Deutschmann“ wagt er einen Blick auf den Tellerrand. Weniges ist einem so zuwider wie das, was einem am ähnlichsten ist, philosophiert er über das „Ösiland“, dem Volk der Versager und Schleimer: „Da sehen wir, was aus uns geworden wäre, wenn Großmutter es sich von einem Ziegenbock...“ Immerhin kann man endlich wieder wie Opa ohne Passformalitäten ins Ausland reisen.

Chicken-Wraps sind „Vogelfleischfetzen auf Rasenschnitt im Kartonmantel“ und angesagt sind nicht „Erfolg, Reichtum und stramme Weiber stemmen“, sondern Work-Life-Balance: Zwei Weisheiten, die er seinem Publikum mit auf den Weg gibt. Ein ausgewogenes Leben eben. Drei Tage stiften gehen und niemandem sagen wohin. Oder seinem Chef eine tote Katze vor die Tür legen. Einfache Freuden des Alltags. Und dazu kostenneutral.

Auch das Landleben ist Thema. Bauer sucht Frau – ein Humbug! Mit dem spitzen Bleistift durchgerechnet sei eine Heirat „total bescheuert“: „Modernes Erotik-Management heißt ‚automatische Schweinefütterung, Mikrowelle und Dauerkarte im Puff‘.“ Wohl dem, der seine Mitte gefunden hat. Wen die Götter hassen, lassen sie den eigenen Ruhm Jahrzehnte überleben, lästert Wischmeyer, Boris Becker im Sinn. Vom 17-jährigen Gott zum Vollidioten – wer will schon mit dem Tennishelden aus dem letzten Jahrtausend tauschen, der nicht einmal Steuern hinterziehen kann. Auch das Leben als Humorist sei im Übrigen weit weniger lustig, als angenommen. Post vom Finanzamt, obwohl gefühlte 100 Jahre Steuern bezahlt, dann Zwangsvollstreckung, weil 32 Euro Steuer für das Motorrad vergessen. Da sei ein persönlicher „Bräunungszuschlag“ auf dem Postweg fällig. Aber: Wie muss Kot beschaffen sein, um in der Behörde maximale Wirkung zu erzielen ...

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