Abschiedsüberraschung für Johann Beste

Am Ende mit Hammer ins Büro...

Bürotür „zugemauert“: Johann Beste, Leiter der Stabsstelle Kulturbetriebe, musste gestern zum Hammer greifen. Doch nur fürs Bild: Die „Mauer“ entfernte er anschließend mit dem Akku-Schrauber.

Landkreis - (sdl) · Da staunte Johann Beste nicht schlecht: Die Tür zu seinem Büro war gestern morgen – zugemauert! Zumindest erweckte eine sorgfältig befestigte Holzplatte mit Steintapete diesen Anschein. Angebracht hatten sie Bestes Kollegen Uwe Timmermann, Karl Finkenstedt und Ralf Dirksen. Ihre Botschaft: „Jetzt ist Feierabend!“ für den 62-Jährigen, denn Johann Beste verabschiedete sich gestern in den Vorruhestand.

Lange Abschiedsreden und Rückblicke sind seine Sache nicht – obwohl er in seiner 39-jährigen Laufbahn beim Landkreis zahlreiche strategische Aufgaben bewältigt hat. „Mit vielen Mitstreitern“, betont Beste. Die Wurzeln des Bruchhausen-Vilseners liegen in der Landwirtschaft. Als „Quereinsteiger“, so formuliert er es selbst, hatte er 1970 seine Ausbildung beim damaligen Landkreis Grafschaft Hoya begonnen. Vier Jahre später – nach Abschluss- und Aufstiegslehrgängen – übernahm er die Geschäftsführung des damaligen Volksbildungswerkes und gestaltete weitere vier Jahre später den Zusammenschluss des kommunalen Bildungswerkes mit der Volkshochschule des Kreises Grafschaft Diepholz zur heutigen Kreisvolkshochschule.

Eine turbulente Zeit: Während das Volksbildungswerk im Norden hauptamtliche Kräfte beschäftigte, arbeitete die Volkshochschule im Süden ausschließlich mit Ehrenamtlichen. So sei das Gefühl entstanden, so Beste, der Norden werde dem Süden übergestülpt. Das ist heute Geschichte – ebenso wie der 1984 gegründete Ausbildungsverbund des Landkreises, dessen Geschäftsführung Johann Beste mit übernahm. Die Bildungsstätten bestehen allerdings heute noch – unter dem Dach des Bildungswerkes Niedersächsischer Volkshochschulen.

Als Verwaltungsleiter war Beste ebenso für die 1981 gegründete Kreismusikschule zuständig. Zehn Jahre später übernahm er die stellvertretende Leitung im Fachdienst für Personal und Organisation, 1998 dann die Fachdienstleitung.

Seit 2006 leitet der heute 62-Jährige die Stabsstelle Kulturbetriebe des Landkreises, ist damit zuständig für Volkshochschule, die Kreismusikschule und das Kreismuseum als Eigenbetriebe. Die drei Kulturbetriebe zusammen zu fassen, war für Beste ein richtiger Schritt: „Die Einrichtungen sind heute weniger anfällig für das Auf und Ab der kommunalen Finanzlage.“ Durch Bildung des so genannten „Einlagemodells“ fließen ihnen die Dividenden des regionalen Stromversorgers (E.ON Avacon) zu, die mit den Betriebsverlusten der Einrichtungen verrechnet werden. „Dies erspart dem Landkreis auf der einen Seite Steuerlasten, auf der anderen Seite werden die kulturellen Einrichtungen langfristig gesichert und die Einrichtungen selbst können mit entsprechenden Budgets über das Wirtschaftsjahr hinaus kalkulieren“, benennt der Stabsstellenleiter die Vorteile dieses Modells. Seine Aufgaben übernimmt künftig Thomas Stahl, bisher stellvertretender Leiter des Gesundheitsamtes.

Johann Beste will sich künftig ehrenamtlich engagieren – wo, will er noch nicht sagen. Seine Aufgabe im Prüfungsausschuss für Nachwuchskräfte im öffentlichen Dienst will er noch zwei Jahre lang ausfüllen.

Außerdem freut sich der Vorruheständler auf ausgedehnte Fahrradtouren in den Flussniederungen von Elbe, Weser und Donau.

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