Aber vor genau einem Jahr feierte KGS-Initiative Etappensieg / Wie wirken die Erfahrungen heute?

Am Ende doch kein Happy End...

„Ein Etappensieg für Bassum“, titelte diese Zeitung am 28. Januar 2009. Carsten Fischer und Torsten Eggelmann (kleines Bild, von links) sind noch heute überzeugt: „Eine KGS würde funktionieren.“

Landkreis - (sdl) · Das Jahr 2020: Schüler dürfen mitbestimmen, wenn es um den Lehrplan geht. Gerade deshalb haben sie Freude am Unterricht. Eltern sind eingebunden in pädagogische Fragen der Schule, die Bildung auf hohem Niveau in der Breite statt elitärer Förderung vermittelt, integrativ bis zur neunten Klasse. So beschreiben Torsten Eggelmann und Carsten Fischer aus Bassum „ihre“ Wunschschule auf Anfrage dieser Zeitung.

Beide kennen sich mit Schulfragen bestens aus: Sie standen an der Spitze der Initiative für eine KGS in Bassum – der kleinste gemeinsame, realistische Nenner der idealen Schule. Und dennoch 2008/2009 ein heißes Politikum im Landkreis. „Etappensieg für Bassum“, titelte diese Zeitung exakt vor einem Jahr – und berichtete über die Beratungen im Fachausschuss für Bildung und Kultur. Demonstranten begleiteten sie mit Spruchbändern wie „Willkommen in der KGS Bassum“. Die begrub der Kreistag nach einem Argumentations-Marathon am 26. Mai in Barnstorf – in geheimer Abstimmung.

Wie sehen Fischer und Eggelmann den Kampf der insgesamt 16 engagierten Mitstreitern im Rückblick? Der Kern der Initiative, sechs Leute, hätte über einen „sehr sehr hohen Zeitraum großes persönliches Engagement mit einem unheimlich hohen Kraftaufwand geleistet“, blicken Fischer und Eggelmann zurück – durchschnittlich zehn Stunden in der Woche, das etwa ein Jahr lang. 870 Mails zum Thema KGS hatte allein Eggelmann bearbeitet. Ganz zu schweigen von etlichen Telefonaten.

Der Förderverein für die KGS in Bassum hatte in kurzer Zeit 300 Mitglieder – und existiert noch heute. Die Stadtelternrats-Mitglieder informierten als „Botschafter“ in den Klassen, verteilten Rundschreiben. Allein 20 öffentliche Informations- und Diskussionsveranstaltungen organisierte die Initiative, holte Politik, Verwaltung und Wirtschaftsbetriebe mit ins Boot.

Die KGS-Befürworter referierten in Ratsfraktionen, „sezierten“ komplexe Zahlenwerke, führten Gespräche in Hannover – und mussten am Ende doch eine politische Niederlage ertragen. „Die Argumentation, die geführt worden ist, war teilweise nicht redlich“, sagt Carsten Fischer. Jedesmal, wenn nach dem Motto „es geht nicht“ Gründe gegen eine KGS genannt worden seien, habe die Initiative gründlich recherchiert und nachweisen können, „dass es doch geht.“ Die beiden KGS-Kämpfer wünschen sich Ehrlichkeit: „Wenn es politisch nicht gewollt ist, dann sollen die Politiker auch so entscheiden“, fordert Fischer. Eggelmann sagt klar: „Ich habe mich zum Teil verarscht gefühlt.“ Denn immer wieder hätten Politiker gesagt: „Wir würden ja gerne...“, letztendlich aber ganz anders entschieden. In der Kreistagssitzung am 26. Mai hätten nicht die besseren Argumente gesiegt, „sondern der Fraktionszwang.“ Aber es habe auch positive Dinge gegeben. Ulf Schmidt, Fraktionschef der Grünen und zunächst KGS-Gegner, habe „das gemacht, was ich von jedem Politiker erwarte: Er hat sich unsere Argumente angehört, uns eingeladen und sich nach Prüfung aller Fakten überzeugen lassen“, so Eggelmann.

Die Überzeugung der KGS-Kämpfer ist ungebrochen: „Wir sind nach wie vor der Meinung, dass eine KGS funktionieren würde.“

Wie gehen sie mit ihren Erfahrungen um, wie wirken die auf ihr persönliches Engagement für eine Sache? Carsten Fischer, seit fast drei Jahren Vorstandsmitglied der Steuerberater-Kammer Niedersachsen, will sich dort verstärkt einbringen. Außerdem ist für ihn als FDP-Mitglied weiteres politisches Engagement grundsätzlich nicht ausgeschlossen.

Auch Torsten Eggelmann will sich grundsätzlich weiter engagieren. Er kann sich „sehr gut vorstellen“, bei den Kommunalwahlen 2011 zu kandidieren.

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