Kundgebung gegen Gewalt in Weyhe

Emotionen eskalieren: Aufrufe zur Lynch-Justiz

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Am Samstag gibt es eine Kundgebung gegen Gewalt in Weyhe.

Kirchweyhe - Von Anke Seidel. Nach dem Tod des 25-jährigen Streitschlichters, der in Kirchweyhe ins Koma getreten worden war, eskalieren die Emotionen: Aufrufe zur Lynch-Justiz erschienen gestern auf Facebook.

„Ein klares und unübersehbares Zeichen gegen Gewalt“ wollen dagegen der Präventionsrat der Gemeinde Weyhe, der „Runde Tisch gegen Rechts“ und der Integrationsrat setzen: Am Samstag um 11 Uhr am Kirchweyher Bahnhof.

„An die mauerstellen und elendlich verbrennen!!!“ lautete gestern einer der Hetzaufrufe auf Facebook – „Der Knast ist zu gut für diesen Hurensohn!“ ein zweiter. „Irgendwann wird es Zeit für Selbstjustiz“, drohte derselbe Schreiber – und schlug vor, „den alten Galgen außem Keller“ zu holen: „Können sie dann aufem Marktplatz aufstellen dann noch eine Wurst und Bierbude, wäre ein top Samstag Nachmittag! :))“

Die Polizei prüfe sehr genau, so Pressesprecher Andrik Hackmann, ob in Internet-Foren und sozialen Netzwerken zu Straftaten aufgerufen oder strafrechtlich Relevantes veröffentlicht werde. „Dagegen werden wir mit aller Konsequenz vorgehen“, sagte Hackmann.

Auf den Bahnhöfen in Syke und Kirchweyhe heizten derweil Plakate und Flugblätter mit Parolen wie „Er musste sterben, weil er Deutscher war“ die Stimmung an.

Die Polizei entfernte die Flugblätter, die zur Teilnahme an einer „Mahnwache“ heute um 15 Uhr am Kirchweyher Bahnhof aufriefen – genauso die Plakate, deren Urheber eine „Türkenbande“ und „Bestien in Menschengestalt“ als Täter anklagten und das Symbol der „Identitären Bewegung“ trugen – eine Organisation, die im Fokus des Verfassungsschutzes steht (wir berichteten).

Die Gemeinde Weyhe hat diese nachmittägliche „Mahnwache“ ebenso wenig genehmigt wie die für morgen angekündigte Demo der NPD.

Die Polizei erarbeitete gestern Einsatzpläne für das Wochenende. „Wir sind auf alles vorbereitet und gehen fest davon aus, dass alles friedlich verläuft“, kündigte Andrik Hackmann große Polizeipräsenz an. Er bestätigte, dass es sich bei dem mutmaßlichen Haupttäter um einen Weyher mit ausländischen Wurzeln handelt. Er sei kein Unbekannter für die Polizei.

Die Staatsanwaltschaft hatte Haftbefehl gegen den 20-Jährigen wegen Mordes aus niedrigen Beweggründen erwirkt. Aus ihren Stellungnahmen geht klar hervor: Die Nationalität spielte bei der tödlichen Auseinandersetzung keine Rolle.

„Wir trauern um Daniel“ ist die gemeinsame Erklärung des Präventionsrats der Gemeinde Weyhe, des „Runden Tisches gegen Rechts“ und des Integrationsrats überschrieben. „Unser Mitgefühl gilt Daniels Angehörigen und Freunden, insbesondere seinen Eltern. Unsere Gedanken sind in diesen schweren Tagen bei ihnen.“ Die Tat müsse schnell und umfassend aufgeklärt, der Täter konsequent bestraft werden: „So wie unsere Gesetze dies vorsehen.“

Trauer in Kirchweyhe nach Tod des 25-Jährigen

Nach dem Tod des 25-jährigen Schläger-Opfers wurden am Tatort am Kirchweyher Bahnhof heute Kerzen aufgestellt und Mahnschriften platziert.  © Mediengruppe Kreiszeitung / Kater
Nach dem Tod des 25-jährigen Schläger-Opfers wurden am Tatort am Kirchweyher Bahnhof heute Kerzen aufgestellt und Mahnschriften platziert.  © Mediengruppe Kreiszeitung / Kater
Nach dem Tod des 25-jährigen Schläger-Opfers wurden am Tatort am Kirchweyher Bahnhof heute Kerzen aufgestellt und Mahnschriften platziert.  © Mediengruppe Kreiszeitung / Kater
Nach dem Tod des 25-jährigen Schläger-Opfers wurden am Tatort am Kirchweyher Bahnhof heute Kerzen aufgestellt und Mahnschriften platziert.  © Mediengruppe Kreiszeitung / Kater
Nach dem Tod des 25-jährigen Schläger-Opfers wurden am Tatort am Kirchweyher Bahnhof heute Kerzen aufgestellt und Mahnschriften platziert.  © Mediengruppe Kreiszeitung / Kater
Nach dem Tod des 25-jährigen Schläger-Opfers wurden am Tatort am Kirchweyher Bahnhof heute Kerzen aufgestellt und Mahnschriften platziert.  © Mediengruppe Kreiszeitung / Kater
Nach dem Tod des 25-jährigen Schläger-Opfers wurden am Tatort am Kirchweyher Bahnhof heute Kerzen aufgestellt und Mahnschriften platziert.  © Mediengruppe Kreiszeitung / Kater
Nach dem Tod des 25-jährigen Schläger-Opfers wurden am Tatort am Kirchweyher Bahnhof heute Kerzen aufgestellt und Mahnschriften platziert.  © Mediengruppe Kreiszeitung / Kater
Nach dem Tod des 25-jährigen Schläger-Opfers wurden am Tatort am Kirchweyher Bahnhof heute Kerzen aufgestellt und Mahnschriften platziert.  © Mediengruppe Kreiszeitung / Kater
Nach dem Tod des 25-jährigen Schläger-Opfers wurden am Tatort am Kirchweyher Bahnhof heute Kerzen aufgestellt und Mahnschriften platziert. © Mediengruppe Kreiszeitung / Hundt
Nach dem Tod des 25-jährigen Schläger-Opfers wurden am Tatort am Kirchweyher Bahnhof heute Kerzen aufgestellt und Mahnschriften platziert. © Mediengruppe Kreiszeitung / Hundt
Nach dem Tod des 25-jährigen Schläger-Opfers wurden am Tatort am Kirchweyher Bahnhof heute Kerzen aufgestellt und Mahnschriften platziert. © Mediengruppe Kreiszeitung / Hundt
Nach dem Tod des 25-jährigen Schläger-Opfers wurden am Tatort am Kirchweyher Bahnhof heute Kerzen aufgestellt und Mahnschriften platziert. © Mediengruppe Kreiszeitung / Hundt
Nach dem Tod des 25-jährigen Schläger-Opfers wurden am Tatort am Kirchweyher Bahnhof heute Kerzen aufgestellt und Mahnschriften platziert. © Mediengruppe Kreiszeitung / Hundt
Nach dem Tod des 25-jährigen Schläger-Opfers wurden am Tatort am Kirchweyher Bahnhof heute Kerzen aufgestellt und Mahnschriften platziert. © Mediengruppe Kreiszeitung / Hundt
Nach dem Tod des 25-jährigen Schläger-Opfers wurden am Tatort am Kirchweyher Bahnhof heute Kerzen aufgestellt und Mahnschriften platziert. © Mediengruppe Kreiszeitung / Hundt
Nach dem Tod des 25-jährigen Schläger-Opfers wurden am Tatort am Kirchweyher Bahnhof heute Kerzen aufgestellt und Mahnschriften platziert. © Mediengruppe Kreiszeitung / Hundt
Nach dem Tod des 25-jährigen Schläger-Opfers wurden am Tatort am Kirchweyher Bahnhof heute Kerzen aufgestellt und Mahnschriften platziert. © Mediengruppe Kreiszeitung / Hundt
Nach dem Tod des 25-jährigen Schläger-Opfers wurden am Tatort am Kirchweyher Bahnhof heute Kerzen aufgestellt und Mahnschriften platziert. © Mediengruppe Kreiszeitung / Hundt

Die Weyher Gruppierungen erklären ausdrücklich: „Klar und deutlich entgegentreten werden wir jedem Versuch von rechtsextremen und neonazistischen Kräften, die berechtigte Empörung über die Gewalttat für ihre politischen Zwecke zu instrumentalisieren und rassistische Hetzparolen zu verbreiten.“ Die haben nach den Beobachtungen des Verfassungsschutzes System. Pressesprecherin Anke Klein: „Teile in der rechtsextremistischen Szene versuchen, den 25-Jährigen zum Märtyrer zu stilisieren.“ Seinen tragischen Tod hatten am Donnerstag rund 50 Rechtsextreme in Hannover zum Anlass für eine „Mahnwache“ genommen. „Zehnmal mehr Demonstranten“, so Anke Klein, seien dagegen zu einer Gegenkundgebung der bürgerlich-demokratischen Parteien gekommen.

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