Kindergarten und Grundschule wollen Standort erhalten und laden für den 6. Februar zu einem Informationsabend ein

Eltern fordern klare Entscheidung für Neubruchhausen

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Christian Vespermann, Andrea Nowak, Anett Borchers und Joachim Hinrichs setzen sich für den Standort Neubruchhausen ein.

Neubruchhausen - Drei Generationen wurden in den vergangenen 52 Jahren in der Grundschule Neubruchhausen unterrichtet. Und dabei soll es nicht bleiben.

Geht es nach dem Willen einer kürzlich gegründeten Elterninitiative, sollen auch noch die Enkelkinder der heutigen ABC-Schützen ihre schulische Laufbahn in Neubruchhausen beginnen. Alle Freunde und Förderer der Grundschule Neubruchhausen sind für Mittwoch, 6. Februar, eingeladen, ab 20 Uhr an einem Informationsabend in der Schule teilzu nehmen. Es geht um den Erhalt von Grundschule und Kindergarten in Neubruchhausen.

„Wir wollen über die aktuelle Lage und die neue Elterninitiative informieren“, erläutern Anett Borchers, Andrea Nowak, Joachim Hinrichs und Christian Vespermann. Zusammen möchte man Argumente für den Erhalt der Schule sammeln, aber auch Aktionen vorbereiten. Überlegt wird unter anderem eine Fotoausstellung.

Im vergangenen Jahr hatten sich die Eltern aus Neubruchhausen weitgehend aus der Diskussion um mögliche Schulschließungen heraus gehalten. „Wir wollten nicht dazu beitragen, dass eine Schule gegen die andere ausgespielt wird“, so die Gruppe.

Dass sich die Eltern nun doch äußern, habe vor allem zwei Gründe: Zum einen beginnen in Kürze erneut die Beratungen um Änderungen in der Schulstruktur beziehungsweise um die Errichtung eines Vorschulzentrums. Zum Zweiten ärgern sich die Neubruchhäuser über Bürgermeister Wilhelm Bäker, der in der Vergangenheit aufgrund der geringen Schülerzahlen wiederholt den Schulstandort Neubruchhausen in Frage gestellt hat.

„Mit dem Meinungsprozess ist das so eine Sache. Je öfter etwas in der Öffentlichkeit genannt wird, desto eher manifestiert sich der Gedanke in den Köpfen, bevor es überhaupt zu einer Entscheidung gekommen ist“, fürchtet Joachim Hinrichs um die kleine Schule. Die Gruppenmitglieder schicken eines vorweg: „Unserer Meinung nach sollte keine Schule geschlossen werden.“

Da sie in Neubruchhausen leben, wissen sie vor allem um die Vorteile ihrer Schule. Großer Pluspunkt sei der familiäre Charakter. „Kinder lernen in kleinen Gruppen, die Großen helfen den Kleinen. Klassenübergreifender Unterricht wird an vielen Schulen mit Erfolg – und als pädagogisches Konzept – gelebt“, so Hinrichs und verweist auf die Privatschulen.

Andrea Nowak, Vorsitzende des Fördervereins der Schule, fügt hinzu: „Die Eltern sind zufrieden mit der Schule Neubruchhausen. Unsere Kinder werden hier sehr gut auf ihren weiteren Weg vorbereitet.“ Das zeige die Rückmeldung aus den sechsten Klassen. Von 23 Kindern seien 16 aufs Gymnasium gekommen und keiner sei zurückgestuft worden. Nowak plädiert für Individualität in der Schule. „Wir brauchen keine Lernfabriken.“

Sie wünscht sich von der Verwaltung „eine klare Entscheidung für Neubruchhausen“. Gefragt seien zudem Ideen, wie man Familien nach Bassum und in die Ortsteile locken könne. „Wir haben wundervolle Orte. Diese müssen weiterentwickelt und besser vermarktet werden.“

Anett Borchers und Christian Vespermann nennen noch ein ganz anderes Argument: Schule und Kindergarten seien vor allem für Zugezogene die Möglichkeit, sich in das Dorfleben zu integrieren. Beide wissen, wovon sie sprechen, waren sie doch selbst mal Neubürger.

Die Befürchtung der Elterninitiative lautet: „Ist die Schule erstmal weg, dann ist auch der Kindergarten fällig.“ Damit wäre nicht nur das Hortangebot in Frage gestellt. „Das ist das Aus für einen Ort.“ Davon ist die Gruppe überzeugt. Dabei sei gerade die Zusammenarbeit der beiden Einrichtungen, die sich in unmittelbarer Nachbarschaft befinden, „vorbildlich“. Der Kindergarten hält unter anderem ein Hortangebot vor. Derzeit liegen 18 Anmeldungen für die altersübergreifende Gruppe vor. „Das ist doch etwas, dass wir das ausbauen müssen“, sagt Borchers. Wünschenswert wäre, das Hortangebot des Kindergartens mit einer Ganztagsbetreuung der Grundschule zu verquicken, damit auch finanziell schwächer gestellte Familien ein solches Angebot nutzen können. Ziel der Elterninitiative ist es, 2014 Ganztagsschule zu werden. Und auch dafür benötigen sie Ideen und Unterstützung. · al

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