Heimische DLRG- und THW-Kräfte kämpfen gegen Wassermassen

Elbeflut in Niedersachsen: Bassumer sichern Deiche

Die DLRG-Helfer aus Bassum: Frank Voßmerbäumer (v.l.), Susanne Wührmann, Monika Verhoeven und Rolf Künzel kurz vor der Fahrt ins Hochwassergebiet.
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Die DLRG-Helfer aus Bassum: Frank Voßmerbäumer (v.l.), Susanne Wührmann, Monika Verhoeven und Rolf Künzel kurz vor der Fahrt ins Hochwassergebiet.

Bassum / Hitzacker  - Von Daniel Wiechert. „Es ist spitzenmäßig, wie unsere Einsatzkräfte dort aufgenommen wurden“, sagt Wilfried Theissen, Pressesprecher des THW-Ortsverbandes Bassum. Ein Kollege informiert Theissen jeden Abend von den Erlebnissen des Tages aus dem Hochwassergebiet in Dannenberg.

Denn die Elbeflut hält die Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerkes (THW) seit Tagen in Atem: Zur Unterstützung in den Hochwassergebieten des Landkreises Lüchow-Dannenberg sind mehrere Hundert ehrenamtliche THW-Kräfte aus 35 Ortsverbänden der Landesverbände Niedersachsen und Bremen im Einsatz. Seit Sonntag auch acht Kräfte aus Bassum.

Die dortigen Bürger seien aufgeschmissen ohne die externe Hilfe, berichtet Theissen. Deshalb auch der warmherzige Empfang. „Wenn unsere Leute dort durch die Straßen fahren, hält dort alles für sie an – und zeigt sich erleichtert“, so Theissen.

Die Bandbreite der Hilfeleistungen des THW ist groß: Die freiwilligen Kräfte sichern Deiche, bauen Hochwasserstege und -schutzwände, räumen Verkehrswege frei oder stellen die Notversorgung von Strom und Trinkwasser sicher. Untergebracht waren die Bassumer THW-Kräfte zwischenzeitlich in einer alten Polizeikaserne. Rund um die Uhr werde in Zwölf-Stunden-Schichten geackert, lässt Theissen wissen.

Dass dies so reibungslos funktioniert, ist keine Selbstverständlichkeit. Die große Mehrzahl der Helfer sind ehrenamtlich im Einsatz. Daher sind sie darauf angewiesen, dass ihre Arbeitgeber ihnen keine Steine in den Weg legen. Die Namen der Helfer vom THW in Bassum wollte Theissen nicht nennen. „Die sind in diesem Fall Schall und Rauch. Es soll niemand herausstechen. Wichtig ist, dass wir ‚Helfer in Blau‘ dort vor Ort sind.“

Auf die Großzügigkeit ihrer Arbeitgeber konnten auch Frank Voßmerbäumer, Susanne Wührmann, Monika Verhoeven und Rolf Künzel bauen. Sie sind allesamt Mitglieder beim DLRG in Bassum und seit Sonntagnachmittag in Hitzacker im Hilfseinsatz.

Alarmierung kam

Sonntagmorgen

Seit Tagen waren die DLRG-Mitglieder in Alarmbereitschaft, doch die endgültige Einsatzalarmierung trudelte erst am Sonntagmorgen ein. Auch wenn die Bassumer gut vorbereitet waren, ging nun alles Schlag auf Schlag. Die endgültige Info an den Arbeitgeber musste raus, letzte Hilfsmaterialien in den Wagen, und los ging‘s. Bei sommerlichen Wetter gestartet, schien die Katastrophe zunächst noch weit weg. Doch auf den Weg ins Einsatzgebiet merkten die Bassumer schnell die Ausmaße der Wassermassen: Überflutete Felder, so weit das Auge reichte.

Doch in der Sporthalle in Hitzacker hieß es erstmal: Runterkommen, Quartier beziehen und auf den Einsatz warten. Der folgte am nächsten Morgen. Mit dem Einsatzboot wurden Materialien zur Deichsicherung über die wassergefluteten Straßen transportiert und Sandsäcke geschleppt.

Ganze Ortschaften seien von der Außenwelt abgeschnitten, berichtet Sven Stubbe vom DLRG in Bassum. Er ist daheim geblieben und steht mit Voßmerbäumer im ständigen Kontakt. Die Bassumer versorgen in 24-Stunden-Schichten die von den Fluten eingekesselten Bewohner mit dem Nötigsten: Etwa Treibstoff für Stromaggregate.

Wie es genau weitergeht, wissen die Bassumer DLRG-Kräfte noch nicht. Geplant ist, dass sie am morgigen Freitag Richtung Heimat reisen. Doch: „Die Lage ist wohl derart schlimm, dass wir eventuell in der kommenden Woche nochmal alarmiert werden“, sagt Stubbe.

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