Familie von Dorothee Löhmann hat Sulinger Friedhof 100 Jahre in ihrer Obhut

Einmal unterschreibt sie noch...

Dorothee Löhmann mit einem der Lagepläne, die Abschnitte der insgesamt rund 5 000 Grabstätten zeigen. Sorgfältig geführte Dateikarten finden sich im Büro im Haus der Familie an der Schmelingstraße – die Schreibmaschine wurde hier nicht vom PC verdrängt. ·
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Dorothee Löhmann mit einem der Lagepläne, die Abschnitte der insgesamt rund 5 000 Grabstätten zeigen. Sorgfältig geführte Dateikarten finden sich im Büro im Haus der Familie an der Schmelingstraße – die Schreibmaschine wurde hier nicht vom PC verdrängt.

Sulingen - Auf den Tag genau seit 100 Jahren liegt die Verwaltung des kirchlichen Friedhofs in Sulingen in den Händen der Familie von Dorothee Löhmann: Ihr Großvater Fritz Siemers nahm am 1.

Februar 1914 seine Arbeit als „Kirchengehilfe und Friedhofswärter“, wie es damals hieß, auf. Dass sich Freunde, Nachbarn, Kirchenvorstandsmitglieder und Pastoren bereits gestern Vormittag zum Gratulieren einfanden, hängt mit einem weiteren feierlichen Anlass zusammen: Dorothee Löhmann beging ihren 73. Geburtstag.

Beim gemütlichen Plausch ging es natürlich auch um das Familienjubiläum: „Jan Teerling hat erzählt, dass sein Vater Geert mit meinem Großvater zusammen den Leichenwagen fuhr – da wurden die Pferde eingespannt, die sonst den Bäckereiwagen der Teerlings zogen. Die Geschäftsleute standen ganz andächtig am Straßenrand, wenn der Trauerzug durch die Lange Straße kam.“ Als Geschenk der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde gab es gestern ein Gemälde der Sankt Nicolai Kirche – auch um die kümmerte sich die Familie bis 2001, Dorothee Kuhlmann selbst seit 1970 als hauptberufliche Küsterin: „Taufen, Trauungen und Gottesdienste durfte ich aber schon vorbereiten und begleiten, seit ich konfirmiert war. Bei uns war immer die ganze Familie eingebunden.“ Das gilt auch für Dorothee Löhmanns Kinder, Hilka und Jens. Die werden allerdings nicht ihre Nachfolge antreten.

Von Fritz Siemering übernahmen seine Tochter Frieda und ihr Mann Otto Hoge die Friedhofsverwaltung, in den 70er Jahren dann deren Tochter Dorothee und Schwiegersohn Walter Löhmann, der vor anderthalb Jahren verstorben ist.

Das mühsame Ausheben der Gräber gehörte früher mit zu den Aufgaben. Heute macht das Friedhofswärter Carsten Meyer, die Arbeit erleichtert ihm ein Mini-Bagger. Vieles änderte sich im Laufe der Jahrzehnte, „heute gibt es immer mehr Feuerbestattungen, im Kolumbarium, das vor zwei Jahren auf dem Friedhof eingerichtet wurde, gibt es kaum noch Plätze für die Urnen“, stellt Dorothee Löhmann fest. Sie vermittelt den Angehörigen die Grabstellen, sucht sie mit ihnen auf dem Friedhof aus – auch an Wochenenden, das ist für sie selbstverständlich. Sie erfülle ihre Aufgaben gerne, sagt Dorothee Löhmann, „ich trauere mit den Angehörigen, kann sie aber ein Stück begleiten.“ Die Vereinbarung über die Friedhofsverwaltung wird jährlich neu getroffen – die 73-Jährige kündigt gestern lächelnd an: „Morgen werde ich bei Pastor Schafmeyer vorbeischauen und noch einmal unterschreiben...“ · ab

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