Hundefriseurin Silvia Knublauch behandelt in ihrem Salon neben dem Tierheim Vierbeiner, damit diese sich wohlfühlen

Einmal baden, schneiden und trocknen

Der Mischlingsrüde Paul genießt die Aufmerksamkeit, die Hundefriseurin Silvia Knublauch ihm schenkt.

Stuhr - BRINKUM (sb) · Paul wirkt zufrieden. Der Mischlingsrüde hat viel Fell gelassen, fühlt sich aber sichtlich wohl und sitzt völlig entspannt auf dem Behandlungstisch von Hundefriseurin Silvia Knublauch. Die 51-Jährige betreibt ihren Salon seit einem guten halben Jahr im Tierheim „Arche Noah“.

„Viele Hunde merken, dass ihnen meine Behandlung gut tut“, sagt die Bremerin. Dabei geht es ihr in erster Linie um die Gesundheit des Hundes, danach kommt das gute Aussehen. „Natürlich ist es auch wichtig, dass ein Hund vernünftig aussieht, aber die richtige Grundpflege muss sein, damit die Tiere sich wohlfühlen.“

Bei Paul hat die Hundefriseurin als Erstes die großen Fellbüschel unter den Pfoten beseitigt. „Ein Hund schwitzt über die Pfoten. Durch die Haare, die dort nicht hingehören, funktioniert der körpereigene Mechanismus nicht mehr.“ Argumente, dass langes Fell an den Pfoten vor Verletzungen durch Glasscherben schütze, lässt die Fachfrau nicht gelten. „Das ist Quatsch.“ Im Gegenteil: Im Falle einer Verletzung sei es für den Tierarzt einfacher die Wunde zu versorgen, wenn die Tatzen freiliegen.

Viele Hundehalter würden ihre Vierbeiner zwar bürsten, aber oftmals falsch. So blieben sie oft an der Oberfläche und würden sich nicht bis an die Knoten im Unterfell vorarbeiten. Um das zu vermeiden, zeigt Knublauch ihren Kunden individuell, wie der eigene Vierbeiner am besten von losem Fell befreit wird. Denn je nach Rasse muss anders gearbeitet werden. Um auf dem neuesten Stand zu bleiben, bildet sich Silvia Knublauch regelmäßig fort.

Dass ihr Herz für Hunde schlägt, hat sie früh erkannt. Jahrelang hat sie selber welche besessen, zwei sogar bei der Rettungshundestaffel ausbilden lassen. 30 Jahre lang verdiente sie als Berufskraftfahrerin ihr Geld, bis der Wunsch, mit Hunden zu arbeiten, immer stärker wurde. Sie ließ sich an einer Heilpraktikerschule in Osnabrück zur Tierpsychologin ausbilden. Mit dem Abschluss in der Tasche fing sie bei der Tierhilfe in Rotenburg an. „Dort kamen oft extrem verwahrloste Hunde an“, erinnert sie sich. Eine Ausbildung zur Hundefriseurin schloss sich an. Durch ihre mobile Hundepflege kam sie nach Brinkum und baute Kontakt zur „Arche Noah“ auf. „Irgendwann habe ich einfach gefragt, ob ich hier nicht einen Raum nutzen kann.“ Eine Kooperation, von der auch das Tierheim profitiert. Denn Silvia Knublauch kümmert sich auch um die vierbeinigen Bewohner der „Arche Noah“.

Der kleine Salon ist auf die speziellen Bedürfnisse der vierbeinigen Kunden ausgerichtet. Wichtigstes Utensil sind die Badewanne, ein Rasierer, um die Hunde von überschüssigem Fell zu befreien sowie zahlreiche Bürsten und Kämme.

Ernsthafte Schwierigkeiten bei der Behandlung habe es erst mit einem „Fellkunden“ gegeben: „Der hat trotz Maulkorb solch ein Theater gemacht, dass ich die Behandlung abgebrochen habe. Das nützt keinem.“ Ansonsten sind die meisten relativ gelassen und lassen sich von ihr mehr gefallen, als von ihren Besitzern, sagt Knublauch. „Wenn ein Hund auf dem Behandlungstisch ist, dann bin ich der Chef. Und das wissen die Tiere auch.“ Und die meisten finden sogar Gefallen an der Behandlung. So wie Paul. Nach gut eineinhalb Stunden Behandlung verlässt er den Brinkumer Salon fröhlich, frisch gebadet und mit gestutztem Fell.

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