Denis Fischer zeigt seinem Publikum die schönsten Seiten der Melancholie

Einfühlsamer Schattenmann

Denis Fischer trat am Samstag Abend im Konzertsaal der Kreissparkasse auf. ·
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Denis Fischer trat am Samstag Abend im Konzertsaal der Kreissparkasse auf. ·

Syke - Von Ilse-Marie VogesEr gehöre zu den vielseitigsten Künstlern – mit diesen Worten stellte Rainer Köster, Vorsitzender von Jazz Folk Klassik, am Freitagabend den Musiker, Schauspieler und Entertainer Denis Fischerim rappelvollen Konzertsaal der Kreissparkasse vor. Und Fischer wurde dieser Aussage von Beginn an gerecht.

„Fischer singt Cohen“ lautete der Titel des Programms. Der Bremer präsentierte sich charmant und einnehmend. Er überzeugte nicht nur stimmlich, sondern auch mit seinen launigen, augenzwinkernden Moderationen zwischen den  Liedern.

Der intellektuelle Leonard Cohen, Schriftsteller, Songwriter und Musiker, hat ein unglaublich vielfältiges Oeuvre geschaffen. Er schrieb für Kollegen, namhafte Regisseure wie Robert Altmann nahmen seine Songs für ihre Filme.

Denis Fischer nahm die lyrischen Texte an als seien sie eigens für ihn geschrieben worden. Die Melancholie Cohens ließ er mit sanfter, tiefer Stimme abtropfen. Er konnte sich einfühlen in die Ambivalenz des Texters und Komponisten.

Blau-weiß war das Licht auf der Bühne, und der Interpret, zart von Statur, wirkte wie der geheimnisvolle Schattenmann, als er „Dance me“ anmoderierte,

Fischer präsentierte sich, weich, fordernd, unterlegte die Texte mit einfühlsamem Stimmvolumen. Er sparte Ironie nicht aus. „Wir sind gekommen, euch zu depressieren. Unsere Linderung ist Melancholie.“ Überzeugend forderte er: „So sagt man nicht GoodBye.“ Die schönen Frauen in Wien beschrieb er heiter in „Take This Waltz“ – man tanzt mit ihnen, bis der Walzer sein Lächeln  verliert.

Als Kind hatte Fischer in der Plattensammlung seiner Mutter „Joan Of Arc“ entdeckt, die etwas angekratzte Platte mit der Scheiterhaufenromantik. Fischer sang sie und warf musikalisch eine Metapher auf, die zu Brautkleidträumen ermunterte. Wie lebensgünstig sich Berlin erweist, wurde deutlich in einem selbst geschriebenen Lied, eine Hommage an die Hauptstadt, in der es sich an der „Kastanienallee“ gut frühstücken lässt. In der Stadt mit der Toleranz gibt es noch echte Wunder.

Der legendäre Song „Chelsea Hotel“, einst Künstlerherberge in New York und von Cohen für die Beziehung zu Janis Joplin geschrieben, durfte nicht fehlen. Fischer gab sich ganz dem Lied hin und erreichte mit dem von unzähligen Künstlern gecoverten „Halleluja“ absolut die Syker Fans. Seine Stimme trug den Song geradezu in die Wolken. Das galt auch für „Marianne“ und „First We Take Manhattan“.

Fischer wurde dem Anspruch der Gäste im Konzertsaal gerecht und schenkte mit seiner musikalischen Verwandtschaft zu Cohen wunderbaren Konzertgenuss. Das Publikum feierte ihn frenetisch, ebenso seine musikalischen Begleiter Carsten Sauer (Piano) und Ralf Stahn (Kontrabass), die mehrfach verdient  Szenenapplaus erhielten.

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