52-Jähriger wegen Besitzes von kinderpornografischen Bildern zu empfindlicher Geldstrafe verurteilt

„Es ist einfach widerwärtig“

Diepholz - REHDEN/DIEPHOLZ (pz) · Er könne es nicht verstehen und es sei ihm mehr als peinlich, sagte ein 52-jähriger Angeklagter aus der Samtgemeinde Rehden, nachdem eine Staatsanwältin vor dem Amtsgericht die Anklageschrift verlesen hatte, in der dem Angeklagten der Besitz von kinderpornografischen Bildern zur Last gelegt wurde.

Auf der Festplatte seines Computers hatte der Beschuldigte 641 Bilddateien und sieben Videodateien mit sexuellen Darstellungen von Kindern unter 14 Jahren gespeichert. Darunter befanden sich Sequenzen, in denen kleine Kinder von Erwachsenen gepeinigt wurden.

„Es ist einfach widerwärtig, auf diesen Bildern und Filmen unter anderem sexuelle Darstellungen von Kleinstkindern nicht nur mit Erwachsenen sondern auch mit Tieren zu sehen. Hier werden kleine Körper und Kinderseelen brutal gequält, weil es Männer wie Sie gibt, die sich daran ergötzen“, empörte sich die Richterin Sabine Fuhrmann-Klamt.

„Mir wurde es im Chat angeboten und ich habe es auf meiner Festplatte gespeichert. Ich wusste, dass das verboten war, aber ich war neugierig“, so der Angeklagte, der einen äußerst deprimierten Eindruck machte und der sich während der Verhandlung entschuldigte.

Ihm sei auch bewusst gewesen, dass es sich nicht um virtuelle Darstellungen handelte, sondern um reale sexuelle Misshandlungen, die gefilmt oder fotografiert wurden. Zur Entlastung fügte er an, dass er direkt dargestellte Misshandlungen gelöscht habe.

Sein Verteidiger, Rechtsanwalt Clemens Louis, hob noch einmal hervor, dass seinem Mandaten bewusst sei, dass hinter jedem Bild eine Misshandlung stehe. Es solle keine Entschuldigung sein, aber leider sei die Besitzbeschaffung und der Besitz von kinderpornografischem Material kein Randproblem mehr, Täter finde man in allen sozialen Schichten.

Positiv wurde vom Gericht bewertet, dass der Angeklagte sich bisher straffrei geführt hatte. Seit Mitte des Jahres befindet sich der 52-Jährige, der auch unter erheblichen Existenzängsten leidet, in therapeutischer Behandlung.

Das Gericht sah noch einmal von einer Freiheitsstrafe, die zwischen drei Monaten und fünf Jahren betragen kann, ab. Es verurteilte den Angeklagten zu einer empfindlichen Geldstrafe von 7200 Euro.

„Ich sehe, dass die Ermittlungen und diese Verhandlung Sie belasten. Ich hoffe auf eine heilsame Wirkung. Aber denken Sie auch daran, wie die Kinder gelitten haben“, schloss die Richterin die Verhandlung.

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