Das Große Moor hat viele Namen

Eines der letzten Schlatts

Der Leester Lehrer Kurt Borchert gab am Böttchers Moor auch Schwimmunterricht. Auf dem Foto von 1932 (v.l.): Heinz Grahn, Hermann Meyer, unbekannt, Heinz Nienstedt, Heinrich Landsberg, Marga Wolters und Anni Andermann.Repro/

Weyhe - LAHAUSEN (wm) · Er hat viele Namen, dieser idyllisch gelegene, kreisrunde See zwischen Lahausen, Melchiorshausen und Leeste. Er ist ein Schlatt, entstanden nach der jüngsten Eiszeit. Diese Art Gewässer werden nur von Regenwasser gespeist und haben eine fast undurchlässige Bodenschicht.

Auf der amtlichen Karte heißt es „Großes Moor“. Im Volksmund zumeist „Böttchers Moor“, nach der Melchiorshauser Hofstelle Nr. 1 (Bötjer) benannt, heute von der Familie Röpke an der Böttcherei bewohnt, manchmal auch „Esdohrs Moor“ nach einem Anwesen auf der Lahauser Seite oder einfach nur „Leester Moor“.

Unzählige Kinder und Erwachsene der Umgebung haben hier das Schwimmen erlernt, liefen im Winter Schlittschuh oder wanderten am Ufer des größten Schlatts dieser Region entlang. Schon lange ist es eines der wenigen Landschaftsschutzgebiete der Gemeinde. Baden ist dort nicht mehr erlaubt. Für Badefreudige gibt es inzwischen ein großzügig angelegtes Freibad.

Ältere Karten des Gemeindegebietes zeigen, wie viele Tümpel, Schlatts oder Moorflächen noch vor 200 Jahren vorhanden waren. Allein im Dreieck Melchiorshausen/Leeste/Lahausen existierten 1773 noch rund zehn Gewässer dieser Art.

Die kleineren Tümpel waren in den vergangenen Jahren häufig willkommene Schuttabladestellen. Teilweise ist den heutigen Landwirten gar nicht mehr bewusst, dass sie auf früheren Schlatts ackern.

Seit über 40 Jahren hat die Grundwasserabsenkung, verursacht durch Trinkwasserförderung, Flurbereinigung und Bachbegradigungen, zur Austrocknung vieler Feuchtgebiete geführt.

Einer der wenigen noch intakten Seen ist auch das „Otten-Moor“ in Melchiorshausen, zwischen Kuhweg und Heideweg. Seinen Namen erhielt er vom „Otten-Hof“ (Johann Lange), der in der Nähe liegt. Das „Böttchers Moor“ hat ebenfalls rund einen Meter an Wassertiefe verloren, und nach Trockenperioden fallen weite Seeflächen trocken.

Längst haben Gemeinde, Umweltschutzgruppen und die Stiftung Naturschutz des Landkreises Überlegungen angestellt, das Böttchers Moor behutsam zu entschlammen. Ähnliche Projekte haben beim Rieder und Kirchweyher See schon deren Bestand gesichert.

Etwa 100 Meter südlich vom Böttchers Moor findet man das „Kleine Moor“. Man hatte es vor Jahrzehnten mit Müll verfüllt. Es konnte auch wieder renaturiert und in den Landschaftsschutzbereich einbezogen werden.

2009 errichtete die Gemeinde mit Förderung der Stiftung Naturschutz einen Steg an der westlichen Seite des Moores. Dort können Besucher einen Blick über die Wasserfläche werfen. Außerdem kann man mit dem Boot anlegen, um etwa Gewässerproben zu nehmen. Der Nabu unterhält an der „Böttcherei“, unweit des Sees, sein Vereinsheim und benannte es nach dem 1995 verstorbenen Gemeindedirektor Dr. Dietrich Schütte. Ein hier angelegter Baum- und Naturlehrpfad wird häufig von Schulklassen und anderen Gruppen aufgesucht.

Spaziergänger erreichen das Große Moor nur zu Fuß oder mit dem Fahrrad vom Moorweg aus oder über einen Pfad, der von der Rumpsfelder Heide abgeht. Dabei sollten sie auf den Wegen bleiben: Das Gewässer mit seinen Randzonen gehört jetzt der Natur.

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