Bewegter Elternabend im Kindergarten Scholen / „Wahrnehmung lässt sich trainieren“

Eine Baustelle für die Sinne

In der Bewegungsbaustelle trainieren die Scholer Kindergartenkinder ihre Sinne.
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In der Bewegungsbaustelle trainieren die Scholer Kindergartenkinder ihre Sinne.

Scholen - Das war kein normaler Elternabend: Über einen Bewegungsparcours gelangten die Mütter und Väter in den Gruppenraum im Kindergarten Scholen. Besonders angetan waren sie von einem langen Seil, an dem sie mit verbundenen Augen verschiedene kleine Gegenstände ertasten konnten. „Der Weg nahm kein Ende“, sagte später ein Mann. „Entfernung ist ohne die Augen schwer abschätzbar.“

Im Rahmen des Projekts „TigerKids“ hatte der Bewegungskindergarten Scholen zusammen mit der AOK-Präventionsberaterin Karin König-Schneider einen bewegten Elternabend vorbereitet. Im Zentrum standen Wahrnehmung und Bewegung.

„Gerade die Sinne, die dem Menschen Rückmeldungen über den eigenen Körper geben, werden heute oft vernachlässigt“, sagte König-Schneider. Das erschwere den Aufbau eines eigenen Körperbilds, des Selbstbewusstseins und der Selbsteinschätzung, aber auch die Wahrnehmung von Räumen und Formen außerhalb des eigenen Körpers. So könne ein schlecht ausgebildeter Gleichgewichtssinn klares Hören und Sehen behindern. Wenn die Augen beim Sehen nicht auf einer Linie balancieren können, störe das beim Lesen und Schreiben ungemein. Außerdem drücke sich mangelndes Gleichgewicht oft in Ungeschicklichkeit und damit in Unsicherheit, Angst, Vermeidungsverhalten oder Herumkaspern aus. Die gute Nachricht: „Wahrnehmung lässt sich trainieren!“

In Gruppen erarbeiteten die Eltern, wie sie in alltäglichen Situationen – zum Beispiel beim Schaukeln und Wäschezusammenlegen – die Entwicklung ihrer Kinder unterstützen und dabei ganz nebenbei das Verständnis für Mathematik (beispielsweise Raumwahrnehmung, Vergleichen, Sortieren) und Physik (zum Beispiel Gleichgewicht und Schwerpunkterfahrung) fördern können. Die Ergebnisse der Gruppenarbeit hängen derzeit im Kindergarten aus.

Zum Schluss des Abends errichteten die Mütter und Väter im Bewegungsraum eine „Baustelle“ für den nächsten Tag: „Toll, welche Ideen unsere Eltern haben und dass sie den Kindern viel zutrauen“, freute sich Kita-Leiterin Marina Radeke über die Kreativität und das Engagement.

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