Selbsthilfegruppe Alleinerziehender trifft sich alle zwei Wochen zum Erfahrungsaustausch / Schmidt-Hartmann neue Moderatorin

„Ein-Eltern-Familien“: Dunkelziffer kaum zu ermitteln

Wenngleich die Zahl der Alleinerziehenden in der Syker Selbsthilfegruppe noch überschaubar ist, so ist die Erziehung durch nur einen Elternteil weit verbreitet. ·
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Wenngleich die Zahl der Alleinerziehenden in der Syker Selbsthilfegruppe noch überschaubar ist, so ist die Erziehung durch nur einen Elternteil weit verbreitet. ·

Syke - Sprechen, zuhören, Tipps geben – einfach für einander da sein. Das ist das Ansinnen der Gesprächsgruppe Alleinerziehender. Jeden zweiten Montag trifft sich die derzeit siebenköpfige Gemeinschaft im Hort an der Lindhofstraße zum Austausch. Seit kurzem unter der Moderation von Silke Schmidt-Hartmann.

Dass die Gruppe lediglich aus sieben Mitgliedern besteht, überrascht gewaltig. Bundesweit wird jede dritte Ehe geschieden, in Niedersachsen liegt die Zahl der im Verband registrierten allein erziehenden Mütter und Väter, so genannte „Ein-Eltern-Familien“, bei 240 000. „Und das sind nur die, die im Verband registriert sind“, betont Gleichstellungsbeauftragte Agatha große Macke. Sie geht  davon aus, dass die Dunkelziffer „mindestens doppelt so hoch“ ist. Die statistische Erhebung sei eben nicht immer leicht, denn Trennung gehe nicht zwangsläufig mit einer (statistisch nachweisbaren) Scheidung  einher.

Hinzu kommt: Auch der Tod des Lebenspartners oder berufliche Umstände können zu Lebenssituationen führen, in denen die Erziehung an einem Elternteil allein hängen bleibt. Meist bei der Mutter. Das heißt aber nicht, dass nur Frauen betroffen sind. Dennoch liegt der Frauenanteil der Syker Gesprächsgruppe bei 100 Prozent.

„Vermutlich, weil Mütter offener für diesen Schritt sind“, meint Silke Schmidt-Hartmann. Es gehöre ja auch Mut dazu, sich in einer Selbsthilfegruppe zu  organisieren.

Jaqueline Tinnemeyer zögerte zum Beispiel nicht, sich der Gruppe anzuschließen. Die 21-Jährige zog nach ihrer Trennung mit ihrem acht Monate alten Sohn Carlos nach Syke. „Mir ging es darum, Kontakte zu knüpfen, einfach mit anderen quatschen, die auch alleinerziehend sind“, sagt sie. „Zu unserer Gruppe können aber auch Leute kommen, die zwar nicht  alleinerziehend sind, sich aber so fühlen“, ergänzt Gleichstellungsbeauftragte Agatha große Macke.

Der Erfahrungsaustausch untereinander oder gemeinsame Aktivitäten sind dabei nur zwei wesentliche Punkte im Miteinander. Zu den Treffen und auch zu anderen Terminen sollen in unregelmäßigen Abständen Experten für Fachvorträge eingeladen werden. Rechtsanwälte informieren dann zum Thema „Sorge- und Unterhaltsrecht“, Psychologen zum Thema „Trennung“ und weitere Referenten reden über Erziehungsfragen.

„Es geht um den Erfahrungsaustausch. Es können alle davon profitieren. Wichtig ist, dass Alleinerziehende mit ihren Sorgen und Nöten nicht alleine sind, sondern sie mit anderen teilen können“, sagt Agatha große Macke.

Die Kinder werden in der Zeit der Treffen kostenlos betreut. · dsc

Auskunft und Anmeldungen bei der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Syke unter 04242 / 164 540 oder per E-Mail unter

mackea@syke.de

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