„Denkmal gegen das Vergessen“: Einweihung für 2014 anvisiert

„Ein Drittel gedeckt“

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Der Entwurf der Steinbildhauermeisterin Ricarda Skibbe.

Sulingen - Das Projekt „Denkmal gegen das Vergessen“, das der Initiativkreis, der sich mit der Aufarbeitung der Geschichte von Zwangsarbeitern und Kriegsgefangenen in Sulingen beschäftigt, vorantreibt, nimmt Formen an. Die Sulingerin Eva Kurth, eine der Mitarbeiterinnen des Kreises: „Wir haben bisher 5 000 Euro zusammenbekommen können.“ Ein Drittel der erwarteten Kosten sei damit gedeckt. Kurth: „Waren wir anfangs von 10 000 Euro ausgegangen, sprechen wir heute über 15 000 Euro.“

Im Frühjahr dieses Jahres hatten die Mitglieder des Initiativkreises ihr Vorhaben öffentlich vorgestellt, sich unmittelbar danach auf die Suche nach Unterstützern gemacht. Kurth spricht von Informationsblättern, die die Gruppe verschickt habe, von Besuchen bei Firmen, um für das Projekt zu werben. „Wir erfahren auch viel Unterstützung von Privatpersonen, die uns kleinere und größere Beträge überwiesen haben.“

Neben den 5 000 Euro, die bereits auf den Konten des Initiativkreises eingegangen seien, stünden noch weitere Zuwendungen und Hilfestellungen aus, mit denen man aber fest rechne. Etwa die von der Stadt Sulingen: Hatte ursprünglich Sulingens im November ausgeschiedener Bürgermeister Harald Knoop Hilfe der Stadt zugesagt, wurde diese Zusage jetzt von Amtsnachfolger Dirk Rauschkolb erneuert. Rauschkolb gestern auf Anfrage dieser Zeitung: „Wir bereiten derzeit eine Beschlussvorlage für den Verwaltungsausschuss vor. Ich denke, wir werden Mitte Januar darüber beraten.“

Laut Eva Kurth plane der Arbeitskreis, den Auftrag für die Realisierung des Denkmals zu vergeben, wenn 80 Prozent der Kosten gedeckt sind. „Wir hoffen, unser Vorhaben im Jahr 2014 umsetzen zu können.“ Sie selbst, aber auch der Sulinger Günter Leymann, hätten schon für die ersten Wochen des Monats Januar Gesprächstermine mit weiteren möglichen Gönnern vereinbart. Kurth: „Für uns wäre es ein Traum, das Denkmal am 9. November offiziell vorstellen zu können.“ Der 9. November gilt in mahnender Erinnerung an die Novemberpogrome des NS-Regimes gegen die deutschen Juden im Jahr 1938 als Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus.

Die Kostensteigerung führt Eva Kurth auf Zusatzwünsche des Initiativkreises zurück, die inzwischen entwickelt worden seien. „Etwa eine Hinweistafel.“

Der Kreis hatte sich 2011 gebildet, um die Geschehnisse im Mittelzentrum in der Zeit von 1939 bis 1945 aufzuarbeiten.

Im März dieses Jahres hatten die ausschließlich ehrenamtlich tätigen Mitarbeiter erste Daten und Fakten öffentlich präsentiert; dabei auch die Idee, im wahrsten Sinne des Wortes ein Denkmal zu setzen.

Kurz darauf entschieden sich die Initiativkreismitglieder – Sulinger und ehemalige Sulinger aus Hamburg, Hannover, Walsrode, Osnabrück und Fallingbostel – für einen Entwurf von Steinbildhauermeisterin Ricarda Skibbe aus Hannover.

Auf einer Grundfläche von rund drei Quadratmetern sollen sechs Basaltsäulen (Höhe jeweils 1,80 Meter) aufgestellt werden – umfasst von einem matten Stahlband, das eine Inschrift tragen soll.

Ricarda Skibbe hat ihr Kunstwerk für das Eichenwäldchen am kirchlichen Friedhof (Ecke Schmeling-straße / Lindenstraße) konzipiert, das in Vorgesprächen mit der Stadt als möglicher Standort ins Auge gefasst worden war (wir berichteten).

Für die Finanzierung der Projekts hat der Initiativkreis mit Hilfe des Kirchenamtes Sulingen ein Spendenkonto eingerichtet: Kontonummer 36 905, Kontoinhaber Kirchenamt Sulingen, Kreissparkasse Grafschaft Diepholz (BLZ 256 513 25), Verwendungszweck 74 27-26 110 Denkmal Sulingen. · oti / mks

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