Ratsapotheke schließt

Dunker: „Im Dezember ist Schluss“

Schließt die Ratsapotheke: Jens Dunker, auf dem Bild mit dem Privileg aus dem Jahr 1788. ·

Sulingen - Das Schild an der Eingangstür, das auf die „geänderten Öffnungszeiten“ hinweist, ist nur ein Vorbote: „Ich habe mir die Entscheidung nicht leicht gemacht“, sagt Apotheker Jens Dunker. „Zum 31. Dezember schließen wir die Ratsapotheke endgültig. Wir haben bis zuletzt gehofft, dass wir das noch abwenden können, aber es geht nicht mehr.“

Dunker folgt damit dem Rat seines ihn betreuenden Anwaltes, des Steuerberaters – und nicht zuletzt dem Druck der Kreditinstitute: „Seit Anfang des Jahres befinden wir uns in ständigen Gesprächen mit den Banken.“ Im Juni sei dann die Entscheidung gefallen. „Dass wir bis heute damit gewartet haben, an die Öffentlichkeit zu gehen, liegt daran, dass wir gehofft haben, noch etwas drehen zu können.“

Nicht betroffen von der Betriebsschließung ist die „Bullenschluck“-Manufaktur. „Die läuft weiter“, sagt Jens Dunker. Apotheke und „Bullenschluck“-Manufaktur seien zwar unterschiedliche Betriebszweige, aber unter einer Einzelfirma zusammengefasst. „Mit der Apotheke fahren wir jährlich sechsstellige Verluste ein. Wenn wir länger warten, nimmt auch die Manufaktur Schaden.“

Fünf Mitarbeiter sind von der Schließung betroffen.

Der Apotheker führt die wirtschaftliche Situation des Traditionsbetriebes unter anderem auf dessen Lage zurück. „Was uns fehlt, ist ein Arzt oder sogar ein Ärztehaus in unmittelbarer Nachbarschaft.“ Bisher habe man sich mit der Stammkundschaft über Wasser halten können. Doch die wird weniger. „Natürliche Folge des demografischen Wandels“, sagt der Apotheker.

Das Fachwerkhaus auf dem Grundstück Lange Straße 60 beheimatet seit dem Jahr 1788 Apotheken – mit im Lauf der Jahre unterschiedlichen Inhabern. Jens Dunkers Großvater Dr. Emil Dunker übernahm den Betrieb 1930, dessen Sohn Hans die Apotheke Mitte der 40-er Jahre. Hans Dunker entwickelte 1949 auch die Rezeptur für den „Bullenschluck“, die laut Jens Dunker seitdem unverändert in der Manufaktur Anwendung findet.

Er selbst habe die Apotheke 1985 von seinem Vater übernommen. „Ich bin seitdem mit Leib und Seele Apotheker.“

Und dabei stand sein persönlicher Werdegang nach dem Abitur 1973 noch gar nicht fest. „Biologie und Pharmazie standen zur Auswahl.“ Dass die Entscheidung auf Pharmazie fiel, verdankt der heutige Apotheker dem Numerus Clausus. „Um das Warten auf einen Studienplatz zu verkürzen, habe ich eine Ausbildung zum Pharmazeutisch-technischen Angestellten absolviert. Dann bin ich in der Pharmazie geblieben.“

1987/88 war das Anwesen im westlichen Teil der Langen Straße zuletzt mit viel Aufwand umgebaut worden.

„Pünktlich zum 200. Geburtstag der Apotheke“, sagt der Inhaber. Jetzt stehen erneut Umbaumaßnahmen an, wenn auch im kleineren Umfang: Die Apotheke soll der „Bullenschluck“-Manufaktur als Verkaufsraum dienen. · oti

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