800 Jahre Schwarme: Lesung aus dem Dekameron zum 14. Jahrhundert

Dunkelheit weicht langsam

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Axel Hillmann las im Hofcafé vom Biohof Meyer-Toms in Schwarme aus dem Werk „Dekameron“. ·

Schwarme - Von Dagmar Voß. Der Biohof Meyer-Toms in Schwarme veranstaltet zur 800-Jahr-Feier des Dorfs Lesungen. Acht Jahrhunderte wollen die Veranstalter und Besucher literarisch durchschreiten. Und das nicht nur mit Lesungen aus den Schriftwerken der hiesigen Umgebung – da wäre wohl auch nicht wirklich viel zu holen –, sondern mit dem, was der Rest der Welt in der Zeit zustande gebracht hat.

Jeden ersten Sonntag im Monat liest ein Referent, der sich mit dem entsprechenden Zeitraum befasst hat. Angefangen hatte es im Januar mit dem 13. Jahrhundert. Im Jahr 1214 wurde der Ort zum ersten Mal erwähnt. Axel Hillmann war vorgestern der Spezialist für das 14. Jahrhundert.

Hillmann – „er hat seine Wurzeln in Schwarme“, versicherte Hofbesitzer Hermann Meyer-Toms – war bei seiner Suche für ein passendes Thema auf das „Dekameron“ gestoßen. Ein Werk der Weltliteratur, das er für interessant befand.

Am Sonntagnachmittag lauschten die Gäste im Hofcafé von Meyer-Toms bei Kuchen, Kaffee oder Wein ein paar Geschichten aus dieser Novellensammlung. Der Italiener Giovanni Boccaccio verfasste das Werk, in dem es sich um die Zahl Zehn, „deca“, dreht – 100 Geschichten in zehn Tagen erzählt von zehn Erzählern.

Hillmanns begründete die Wahl für dieses Buch: „Da fing die Dunkelheit des Mittelalters langsam an zu schwinden, und die Renaissance dämmerte schon herauf.“ Landwirt Meyer-Toms berichtete, dass damals gerade die Pestwelle ein Drittel der europäischen Bevölkerung hinwegraffte.

So beschreibt es auch der Autor Giovanni Boccaccio, bei dem die zehn Protagonisten vor der Pest aufs Land fliehen. Jeder wird für einen Tag zum König oder zur Königin und bestimmt das Thema für die Novellen. Hillmann wählte den zweiten Tag mit dem Thema „Glück im Unglück“ aus und brachte derbe sowie amüsante Erlebnisse aus der damaligen Zeit zu Gehör – manches Mal mit erotisch-sinnlichen Passagen.

Zur Pause hielt Jutta Gra bowski ein paar kulinarische Leckereien parat; der damaligen Zeit entsprechend und daher etwas anders Dattelkekse, Kohlsuppe mit Datteln, Weißbrot und Olivenöl – schließlich gab es rund um das Jahr 1350 außerhalb Amerikas weder Kartoffeln noch Tomaten oder andere Feldfrüchte, die wir heute verwenden.

Zur nächsten Lesung am 2. März, um 17 Uhr, im Hofcafé am Kiebitzheideweg 6 wendet sich Anton Bartling dem Thema „Ostfriesen und Seeräuber im 15. Jahrhundert“ zu. Der Eintritt ist frei, und sicherlich wird es wieder kleine Leckereien geben.

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