Anwalt René Lancker verhilft Weyher, finanziell auf eigenen Füßen zu stehen

Dubiose Gewinnzusagen erfolgreich eingeklagt

René Lancker muss für manche Fälle monatelang recherchieren. ·

Kirchweyhe - Von Sigi Schritt - Claus N. aus Weyhe hat sich einen Traum verwirklicht. Er lebt außerhalb Deutschlands in einem Land, in dem man für kleines Geld Land erwerben und eine auskömmliche Existenz aufbauen kann.

Dass der Weyher nicht mehr Hartz-IV-Empfänger ist, hat er dem Kirchweyher Rechtsanwalt René Lancker zu verdanken. Der Advokat hat für ihn dubiose Gewinnzusagen erfolgreich eingeklagt und ihm fünfstellige Summen ausbezahlen lassen.

Für den Anwalt sind seine erfolgreichen Klagen vor dem Landgericht Verden deshalb etwas Besonderes, weil in Deutschland vergleichbare Fälle nach eigenen Angaben „fast immer im Sande verlaufen“. Außerdem scheuen Juristen den hohen Recherche-Aufwand, weil „Anwälte nach Streitwerten bezahlt“ würden.

Die Geschichte beginnt vor drei Jahren: Claus N. löst unzählige Kreuzworträtsel. Er schickt die Lösungen ein und bekommt prompt viel Post zurück. Auch von (Versand-)Unternehmen, deren Namen er nie gehört hat. Ihn erreichen weitere Gewinnspiele. Darin werden Claus N. erneut Preise versprochen, auch Bargeld. Doch klingende Münze oder Preise, die er hätte verkaufen können, sieht er nie. Doch er benötigt Geld für einen finanziellen Neuanfang. Im Laufe der Zeit stapeln sich also Gewinnbenachrichtigungen in seiner Wohnung. Sie füllen mittlerweile mehrere Kartons. Claus N. sucht anwaltliche Hilfe und findet sie bei Strafverteidiger René Lancker.

Laut Gesetz, so Lancker, müssen „die Firmen ihre Versprechen“ halten. „Das Problem bei den Gewinnspielen ist jedoch, die Verantwortlichen überhaupt zu identifizieren. Denn die Firmen geben keine Adressen, sondern Postfächer an.“ Die Firmen melden die Postfächer wieder ab und eröffnen neue. „Es ist wie ein Wettrennen. Ich warte darauf, dass diese Firmen Fehler machen. Wenn die Mauer der Postfachadressen in einem Fall durchbrochen ist, schlage ich zu.“ Für dieses Ziel habe Lancker ein Jahr lang intensiv recherchiert, um für seine ersten Fälle Adressen zu haben. Die sind notwendig, damit das Gericht die Klageschriften zustellen kann, erklärt der Jurist. Dass in einem Fall sogar der Postversender mitverklagt werden konnte, bezeichnete er als Glück. Denn der war kurzzeitig Inhaber eines Postfaches. „Und man muss dafür geradestehen, was mit dem Postfach passiert.“

Unterm Strich hat er in seinen ersten drei Fällen jeweils erfolgreich Summen im fünfstelligen Bereich eingetrieben. Und es gibt noch viele Kisten mit Gewinnerpost.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Meistgelesene Artikel

Millionenprojekt nimmt Formen an

Millionenprojekt nimmt Formen an

Millionenprojekt nimmt Formen an
Diepholz: Kreuzung ist nun Kreisel

Diepholz: Kreuzung ist nun Kreisel

Diepholz: Kreuzung ist nun Kreisel
Fünf Standorte in Syke kommen laut Planungsbüro für Windkraftanlagen in Frage

Fünf Standorte in Syke kommen laut Planungsbüro für Windkraftanlagen in Frage

Fünf Standorte in Syke kommen laut Planungsbüro für Windkraftanlagen in Frage
Unterkünfte werden noch benötigt

Unterkünfte werden noch benötigt

Unterkünfte werden noch benötigt

Kommentare