An der Christuskirche die unteren Stücke der kupfernen Fallrohre abgesägt / Polizei: Buntmetallklau nimmt zu

Dreiste Kupferdiebe ärgern vor dem Fest

Gottfried Rummel zeigt auf die Kupferschellen, an denen sich die Täter auch zu schaffen gemacht haben.Fotos (2): Voges

Syke - (vog) · Schöne Bescherung – vor den unangenehmen Seiten dieses Bildes ist noch nicht einmal die Kirchenfamilie gefeit. Die evangelische Kirchengemeinde Syke vermisst seit gestern Teile ihrer kupfernen Fallrohre.

Gottfried Rummel, Chef der kirchlichen Bauverwaltung, staunte nicht schlecht beim Betrachten der Misere.

Dabei hatte er den Diebstahl ohnehin nur zufällig gesehen – über Fußspuren im Schnee, die rund um die Christuskirche führten. Neugierig geworden, trat Rummel näher und bemerkte das Ausmaß des  Schadens. Unbekannte hatten in der Nacht die kupfernen Fallrohre im unteren Bereich gekappt. Jeweils auf einer Länge von einem Meter und mehr.

Zuerst, das beweisen die Kratzspuren, müssen die Täter es mit einer Rohrzange versucht haben. Da die Teile aber gut verlötet waren, scheiterte dieses Unterfangen. Erfolgreich waren die Unbekannten dann mit einer Säge und bei der Leitung des Blitzableiters mit einem  Bolzenschneider.

Eine zeitaufwändige und handwerklich anstrengende Arbeit. „Ich wundere mich, dass das keiner mitbekommen hat“, erklärt Rummel. Immerhin sind insgesamt acht Fallrohre betroffen, darunter auch welche auf der Kirchenseite zur Bundesstraße hin. Der Chef der Bauverwaltung verhehlt seinen Ärger nicht. Die Kirchengemeinde hatte für ihr 125-jähriges Bestehen in diesem Jahr das Gotteshaus mit großem Aufwand renovieren und restaurieren lassen. Dazu gehörte unter anderem die Verwendung von Kupfer für Dachteile, Rinnen und Fallrohre. „Der aktuelle Schaden geht in die Tausende“, vermutet Gottfried Rummel. Die Täter haben sich bewusst die dicksten Kupferteile ausgesucht.

Kupfer scheint wieder einmal ein begehrtes Buntmetall zu sein. In Bassum (AldiMarkt) und Weyhe (Bahn) hat es ähnliche Fälle  gegeben. „Das scheint wieder anzuziehen“, bestätigte gestern Andrik Hackmann, Pressesprecher der Polizeiinspektion Diepholz.

Es sei zwar noch nicht so schlimm wie vor Jahren zur Metallkrise. Da sei jeden Tag etwas gestohlen worden. „Aber jetzt ist offenkundig erneut jemand unterwegs“, erklärt der Polizeipressesprecher. Hackmann appelliert an die Bürger, in der dunklen Jahreszeit besonders wachsam zu sein und merkwürdige Begebenheiten sofort beim örtlichen Polizeirevier zu melden.

In Syke wäre das Polizeikommissariat (04242/9690) an der Waldstraße Ansprechpartner. Gottfried Rummel und die Kirchengemeinde haben derweil Glück im Unglück. Wegen der Wintertemperaturen läuft kein Wasser durch die verstümmelten Fallrohre. Aber irgendwann setzt auch in Syke die Schmelze ein. Dann rauscht es an der Christuskirche aus acht Rohren. Schöne Bescherung.

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