Gericht tagt fast zehn Stunden lang

Drei Räuber zu Jugendstrafen verurteilt

Brinkum - Von Dieter NiederheideDreimal ein Jahr und sechs Monate Jugendstrafe verhängte das Jugendschöffengericht nach einer fast zehnstündigen Mammutsitzung gegen einen Jugendlichen und zwei Heranwachsende aus Brinkum.

Das Gericht hat damit einen Raubüberfall unter Einsatz einer Software-Waffe auf zwei Jugendliche aus Kirchweyhe geahndet. Die Strafen wurden zur Bewährung ausgesetzt. Zudem müssen sich die Verurteilten für ein Jahr einer Betreuungsweise beim Verein Kontakt unterziehen.

Mit dem Urteil ging das Jugendgericht über den Antrag des Staatsanwaltes hinaus, verzichtete aber auf die vom Anklagevertreter beantragten Geldauflagen, zahlbar an die Opfer.

Es war am Abend des 14. Januar dieses Jahres, als das Trio gemeinsam den verhängnisvollen Plan schmiedete, die beiden Kirchweyher, die sie im Bus von Huchting nach Brinkum getroffen hatten, „abzuziehen“. Einer holte aus seiner Wohnung die Software-Pistole, dann wurden die Opfer von vier Leuten in die „Zange“ genommen, als sie in Brinkum auf einem Nebenweg zum Bus nach Kirchweyhe gingen.

Laut Anklage soll das Trio von den beiden Jugendlichen Geld unter Vorhalt einer Waffe erbeutet haben. Von einem 100 Euro, von dem anderen 150 Euro. Bei dem Überfall wurde einem Opfer die Pistole an den Kopf gehalten. Im Gerichtssaal gaben die Angeklagten an, dass sie kein Geld erbeuteten, sondern Drogen. Darauf hätten sie es von Beginn an abgesehen.

Gegen einen der Kirchweyher fuhren sie ein „schweres Geschütz“ auf und sagten aus, dass dieser als Drogendealer bekannt sei. Mit der Wegnahme der Drogen hätten sie verhindern wollen, dass diese in Brinkum in den Handel kommen. „Sind Sie der Sheriff von Brinkum?“, wollte der Staatsanwalt daraufhin wissen. Die beiden Opfer blieben als Zeugen dabei, dass ihnen Geld geraubt worden sei. Mit Drogen hätten sie gar nichts zu tun. Ein Polizeibeamter bestätigte, dass die beiden Jugendlichen bislang nicht in Verbindung mit Drogen auffällig gewesen waren.

Die Anwälte der Angeklagten „löcherten“ die beiden Opfer im Gerichtssaal sehr intensiv und anhaltend. In deren Aussagen seien Widersprüche festzustellen, stellte das Jugendgericht später fest. Fragwürdig erschien nicht nur den Verteidigern die Tatsache, dass die beiden den vermutlich vierten Täter bei ihren Aussagen verschonten.

In der Urteilsbegründung machte der Vorsitzende Richter des Jugendgerichts, Richter am Amtsgericht Christoph Kellermann, klar, dass es ihm grundsätzlich egal sei, ob das Trio Geld oder Drogen erbeutete. Es habe eine räuberische Erpressung unter Anwendung der Softwarewaffe verübt. Die Vertreterin der Jugendgerichtshilfe verwies darauf, dass sich die Angeklagten auf einen neuen Kurs bezüglich ihrer Zukunft begeben hätten. Von den Angeklagten war zu hören, dass sie sich bemühen würden, einen positiveren Lebensweg einzuschlagen.

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