Drei Verdächtige vor Syker  Schöffengericht / 26-jähriger Bremer ist Drahtzieher

Drei Jahre Haftstrafe für Überfall auf Autokäufer

Syke - Von Katrin Pliszka„Die Waffe war auf mein Gesicht gerichtet“, berichtet der 53-jährige Diplom-Ingenieur von seinem Schrecken am 9. Dezember 2012. Er wollte in Weyhe einen Audi kaufen. Statt des Wagens wartete am Treffpunkt aber ein Mann mit einer Schreckschusspistole (wir berichteten). Gestern hat das Syker Schöffengericht den Haupttäter(26) wegen versuchter schwerer räuberischer Erpressung zu drei Jahren Haft verurteilt. Seine beiden Komplizen aus Weyhe (26) und Bremen (27) bekamen Bewährungs- und Geldstrafen.

Bei dem Strafmaß bewerteten es Richter und Schöffen als positiv, dass alle Angeklagten geständig waren. Dem 26-jährigen Haupttäter aus Bremen halten sie ferner seine Drogenabhängigkeit als mildernden Umstand zu Gute. Der Mann muss seine Haftstrafe antreten, hat aber nach einem Jahr die Möglichkeit, in eine stationäre Therapie zu gehen. „Verbaseln Sie das, müssen Sie die drei Jahre absitzen“, stellte der Strafrichter klar.

Der damals arbeitslose und drogenabhängige Mann hat nach Ansicht des Gerichts den 53-jährigen Käufer aus dem bayrischen Baiersdorf mithilfe seines Weyher Komplizen nach Weyhe gelockt. Am Treffpunkt habe er das Opfer mit der Waffe bedroht und es gezwungen, seinen Rucksack mit dem Kaufpreis von 13 000 Euro herauszugeben.

Als sich der 53-Jährige wehrte, kam es zu einer Rangelei. Dann richtete der Angeklagte die Waffe auf das Opfer und feuerte insgesamt drei Mal ab. Dabei löste sich jedoch wegen eines technischen Defekts kein Schuss. Schließlich sei der Angeklagte ohne Beute in einem Auto geflüchtet, das sein Komplize aus Bremen gefahren habe, so der Staatsanwalt.

Nachdem der Haupttäter gemeinsam mit seinem Weyher Komplizen einen weiteren „Autoverkauf“ geplant hatte, der aber nicht stattfand, stellte er sich der Polizei. „Ich hatte ein starkes Drogenproblem und Schulden“, sagte der 26-Jährige zu den Vorwürfen. „Wie eine Maus in der Ecke“ habe er sich gefühlt und sei so auf die Idee gekommen, „jemanden abzuziehen“, um an Geld zu kommen. „Es war der größte Fehler meines Lebens“, schob er hinterher.

Haupttäter: Drogensucht und Schulden

An diesem „Fehler“ beteiligt waren nach Ansicht der Staatsanwaltschaft auch seine beiden Komplizen. Wer von ihnen was von dem Plan des 26-Jährigen gewusst habe, war die zentrale Frage für das Gericht.

Es kam im Laufe der Verhandlung zu der Überzeugung, dass der 27 Jahre alte Bremer den Haupttäter als Fahrer unterstützt hatte und verurteilte ihn daher wegen Beihilfe zur versuchten schweren räuberischen Erpressung zu einem Jahr und sechs Monaten Haft auf Bewährung. Die Bewährungsstrafe ist auf drei Jahre ausgesetzt. Zudem muss der Mann eine Geldstrafe von 2 000 Euro in Monatsraten an „Kontakt“ bezahlen.

Der Weyher Komplize gestand, die Verkaufsanzeige gemeinsam mit dem Hauptangeklagten im Internet-Portal „Mobile.de“ platziert, mit Interessenten telefoniert sowie den Treffpunkt mit dem späteren Opfer in Weyhe vereinbart zu haben. „Sie haben die Gewaltanwendung und die Drohungen gegen das Opfer billigend in Kauf genommen“, warf ihm der Staatsanwalt vor.

Daher musste sich der Weyher wegen Beihilfe zur räuberischen Erpressung verantworten. Er bekam eine Haftstrafe von einem Jahr, ausgesetzt auf drei Jahre zur Bewährung. Dazu kommt eine Geldstrafe von 1 000 Euro, die er ebenfalls an „Kontakt“ zahlen muss.

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