Streitigkeiten zwischen den großen Fraktionen

Rat Drebber: Heißer Wahlkampf blüht wieder auf

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Bürgermeister Friedrich Iven (l.) und seine neue Stellvertreterin Silke Husmann (2.v.l.) mit dem neuen Gemeinderat (v.l.): Hans-Jörg Behrens, Dieter Lindenberg, Rainer Mahnke, Jürgen Eckert, Mareike Wehrmeister, Björn Drebbermüller, Theo Runge, Frank Uhlhorn, Henning Hagedorn, Stefan Flemer-Rensmeyer und Thomas Bremermann.

Drebber - Von Thomas Speckmann. Dass Bürgermeister Friedrich Iven (SPD) den Ratsvorsitz in der Gemeinde Drebber behalten würde, war schon vor der Sitzung am Dienstagabend so klar wie das Amen in der Marien- oder Jacobikirche. Dafür sprachen allein schon die – wenn auch knappen – Mehrheitsverhältnisse zu Gunsten seiner Fraktion. Aber die Debatte rund um die Bürgermeisterwahl ließ die 15 Zuhörer in der Pausenhalle der Grundschule dann doch aufhorchen. Gegenseitige Schuldzuweisungen und Seitenhiebe aus den Reihen von SPD und Wählergemeinschaft sorgten dafür, dass der heiße Wahlkampf aus den Sommermonaten aufblühte und die fünfjährige Wahlperiode gleich zum Auftakt auf Touren kam.

Eigentlicher Knackpunkt der Auseinandersetzung war aber nicht etwa das Amt des Bürgermeisters, sondern vielmehr die Wahl seines Stellvertreters. Die Wählergemeinschaft Drebber (WGD) hatte diesen Posten für sich reklamiert und schon im Vorfeld der konstituierenden Sitzung den Kontakt zu Iven gesucht, um die Personalfrage einvernehmlich zu klären. Doch die erhoffte Reaktion blieb aus. Stattdessen setzten die Sozialdemokraten ihre Wunschkandidatin Silke Husmann durch. Dafür genügten sieben Stimmen. Gegenkandidat Stefan Flemer-Rensmeyer zog mit sechs Stimmen den Kürzeren.

Dass ihm die ganze Sache nicht schmeckte, hatte Flemer-Rensmeyer schon vor der Kampfabstimmung kundgetan. „Wir fühlen uns nicht mitgenommen“, ärgerte sich der Fraktionssprecher über die fehlende Rückmeldung vor der Ratssitzung. Dass er Iven in dem persönlichen Gespräch gedroht habe, wie dieser am Dienstagabend behauptete, wies Flemer-Rensmeyer zurück. Er habe lediglich gesagt, dass sich die Wählergemeinschaft eine Wiederwahl des Bürgermeisters vorstellen könne, wenn sie im Gegenzug den Posten des Stellvertreters bekäme.

Der Versuch der Wählergemeinschaft, über die Wahl von zwei gleichberechtigten Stellvertretern doch noch einen repräsentativen Posten zu bekommen, lief am Dienstagabend ebenfalls in Leere. Die Sozialdemokraten blockten den Antrag ab. Die Gemeinde sei in den vergangenen Jahren mit einem Stellvertreter gut gefahren, meinte Fraktionssprecher Dieter Lindenberg, der dieses Amt selbst zehn Jahre bekleidet hatte. Er kam zu dem Schluss: „Das ist nicht so viel Arbeit.“

Mit einer solchen Reaktion hatten die Vertreter der Wählergemeinschaft wohl schon vor der Sitzung gerechnet. Dazu passten ihre Äußerungen gleich zu Beginn der Bürgermeisterwahl, als sie scharfe Kritik an Iven übten. Ob Steuererhöhungen, vernachlässigte Infrastruktur, fehlende Jahresrechnungen oder unzureichender Informationsfluss: Flemer-Rensmeyers Liste mit Vorwürfen war lang und spiegelte die Unzufriedenheit seiner Fraktion mit der Politik der vergangenen Jahre wider.

Dass es Verbesserungsbedarf bei der Kommunikation gebe, räumte der Bürgermeister durchaus ein. Er entschuldigte sich dafür, einen Antrag auf Vereinsförderung nicht weiter verfolgt zu haben und gelobte Besserung. Was die umstrittene Straßenbaubeitragssatzung betrifft, warf er der Wählergemeinschaft jedoch vor, angeblich alles zu wissen, aber keine konkreten Vorschläge für einen Wegezweckverband zu liefern. Entgegen dem jüngsten Beschluss im Verwaltungsausschuss kündigte der Bürgermeister an, das Thema erneut aufgreifen zu wollen („Auf Dauer muss man darüber nachdenken“). Will heißen: Anlieger könnten in Zukunft doch beim Ausbau von Gemeindestraßen zur Kasse gebeten werden.

Trotz der vielen Streitpunkte gab es im Verlauf der einstündigen Sitzung dann doch mehrere Beschlüsse, wo sich die politischen Lager einig waren. Beispielsweise bei der Wiederwahl von Gemeindedirektor Jürgen Lübbers und seinem Stellvertreter Detlef Moss. Auch nach dem offiziellen Teil ruhten die Wortgefechte. Die Ratsvertreter ließen den Abend im Landgasthaus Halfbrodt ausklingen. Bürgermeister Iven zeigte sich zufrieden: „Wir haben zusammen Bier getrunken. Alle Ratsmitglieder haben sich zur Weihnachtsfeier angemeldet.“

Der Rat der Gemeinde Drebber

SPD (7 Sitze): Dieter Lindenberg (Fraktionssprecher), Rainer Mahnke und Mareike Wehrmeister (beide Stellvertreter), Friedrich Iven, Hans-Jörg Behrens, Silke Husmann, Jürgen Eckert.

Wählergemeinschaft Drebber (5 Sitze): Stefan Flemer-Rensmeyer (Fraktionssprecher), Theo Runge (Stellvertreter), Henning Hagedorn, Frank Uhlhorn, Thomas Bremermann.

CDU (1 Sitz): Björn Drebbermüller (fraktionslos).

Verwaltungsausschuss: Friedrich Iven, Silke Husmann, Stefan Flemer-Rensmeyer, Jürgen Lübbers (beratend).

Planungs-, Bau und Umweltausschuss: Jürgen Eckert (Vorsitzender), Hans-Jörg Behrens (Stellvertreter), Rainer Mahnke, Thomas Bremermann, Frank Uhlhorn, Björn Drebbermüller (beratend).

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