1. Startseite
  2. Lokales
  3. Landkreis Diepholz

Diepholzer Studenten erschaffen eine virtuelle Simulation für die richtige Mülltrennung

Erstellt:

Von: Gregor Hühne

Kommentare

Jan Beyer, Jana Sudendorf und Niklas Rust
Einfach mal ausprobieren: Die Studenten Jan Beyer (v. l.), Jana Sudendorf und Niklas Rust präsentieren ihre Projektarbeit mit der VR-Brille. Damit taucht der Nutzer in eine virtuelle und interaktive 360-Grad-Welt ein. © Gregor Hühne

Studenten der Privaten Hochschule in Diepholz schaffen eine dreidimensionale Abfall-Simulation. Dafür stand das Gelände um das Bürohaus der AWG Bassum Modell. Die kooperative Projektarbeit ist Teil des Bachelor-Studiengangs Ingenieur-Wissenschaften und soll Menschen spielerisch für das Thema Recycling sensibilisieren.

Bassum – Mülltrennung als Computerspiel: Angehende Wirtschaftsingenieure aus Diepholz haben eine dreidimensionale Mülltrennungs-Simulation entworfen und am Mittwoch der Öffentlichkeit vorgestellt. Dabei orientierten sich die Studenten an der realen Abfallentsorgungsgesellschaft (AWG) in Bassum, die sich bereitwillig als Projektpartner zur Verfügung stellte.

Virtuelle Realität (VR) und AWG Bassum verbinden: Das war das Ziel der Kooperation zwischen dem Abfall-Spezialisten und der privaten Hochschule für Wirtschaft und Technik Vechta/Diepholz, erklärt AWG-Sprecher Dominik Albrecht.

Die fünf Studenten Niklas Rust (24), Jana Sudendorf (22), Jan Beyer (22), Lennart Rodiek (24) und Bernd große Siemer (21) wählten das Müllsortier-Spiel als gemeinsame Projektarbeit, um das Thema Recycling besser zu betrachten. „Wir haben in vereinfachter Form den Wertstoffhof hier simuliert“, beschreibt Niklas Rust das Werk. Von Grund auf programmierten die Studenten sowohl die Umgebung und die Gebäude der AWG, und fügten anschließend bewegbare Gegenstände in die Simulation ein. Dabei verwendeten sie Programme wie Unity, Solidworks und nutzen sogenannte Colider, um Abstände auf der VR-Brille erfahrbar zu machen. Begrifflichkeiten, die zum Handwerkszeug gehören.

Viele Details, mit denen wir uns beschäftigt haben, sieht man als Spieler so gar nicht.

Student Jan Beyer

In dem virtuellen Abfall-Simulator muss der Spieler fünf aus 52 zufällig generierten Abfällen von einem Tisch in die dafür richtige Abfallbox ablegen. Dafür erhält der Spieler zwei Handsteuer-Geräte samt einer VR-Brille. Die gewöhnungsbedürftige Bedienung gestalte sich intuitiv. „Das ist also die Zukunft!“, schwärmt Sebastian Koch, Prokurist der AWG-Bassum, der sich kurzerhand zum Selbsttest an der VR-Brille meldete.

In Detailarbeit flossen viele 3D-Objekte in die Simulation wie Bananen, Autoreifen, CDs, Textilien oder ein Kühlschrank, erklärt Jan Beyer. Das sei aufwendiger, als es klingt. Zwar habe es im Internet vorgefertigte 3D-Objekte gegeben, doch diese mussten mühsam angepasst werden. Beispielsweise die Rolle Toilettenpapier. Bevor sie zu den möglichen Gegenständen auf dem Tisch wurde, musste sie der virtuellen Umwelt angepasst werden. Größe, Texturen, Glättungen oder „durchsichtige Flächen“ galt es zu beachten. „Viele Details, mit denen wir uns beschäftigt haben, sieht man als Spieler so gar nicht“, erklärt Jan Beyer den Aufwand hinter der Simulation.

In der fertigen Version kann der Nutzer die Gegenstände schließlich spielerisch einordnen. Ihm stehen dazu insgesamt zehn Container, sieben Gitterboxen, vier normale Tonnen sowie Sonderbehälter zur Auswahl.

„Das Ganze ist auch eine gute Gelegenheit, um klassische Recycling-Fehler auszuräumen“, sagt Dominik Albrecht. Beispielsweise gehören Pizza-Kartons nicht per se zum Altpapier. Wenn viele Fettreste an der Verpackung kleben, gehöre sie nämlich eher in den Restmüll.

Belohnungen gibt es für den Spieler in der virtuellen Müllsammlung für jede richtige Zuordnung. Manche Gegenstände sind kniffeliger als andere. Gehört die Gießkanne in den Gelben Sack? Nein, den Punkt gibt es nur, wer sie in den Container für Hartkunststoff ablegt.

Zukünftig könnte das Spiel häufiger in den Räumen der AWG zur Anwendung kommen. „Wir können uns vorstellen, das hier für Schülergruppen einzusetzen“, sagt Prokurist Koch. Das fertige Programm könnte auch noch weiterentwickelt werden, so die Diepholzer Studenten, die für ihre Projektarbeit die Note 1,0 erhalten haben.

Virtuelle AWG Bassum.
Das Büro der AWG Bassum in der virtuellen Welt. © AWG Bassum
Reale AWG Bassum.
Das Büro der AWG Bassum in der realen Welt. © AWG Bassum

Auch interessant

Kommentare