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Blick auf die „Merkelzeit“

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Von: Harald Bartels

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Mit seinem Programm „Wir.Verdienen.Deutschland.“ gastiert Dietmar Wischmeyer am 25. März in Sulinger Stadttheater.
Mit seinem Programm „Wir.Verdienen.Deutschland.“ gastiert Dietmar Wischmeyer am 25. März in Sulinger Stadttheater. © Jörg Kyas

Sulingen – Darf angesichts des russischen Angriffs auf die Ukraine, des Klimawandels und anderer Katastrophen eigentlich noch gelacht werden? Oder muss man sogar lachen, um nicht den Mut zu verlieren? Antworten darauf kann der Satiriker Dietmar Wischmeyer geben: Am 8. März erschien sein neues Buch „Als Mutti unser Kanzler war – Erinnerungen an eine total krasse Zeit“, und am Freitag, 25. März, gastiert der 65-Jährige im Sulinger Stadttheater mit seinem Programm „Wir.Verdienen.Deutschland.“. Die Fragen stellte Harald Bartels.

Herr Wischmeyer, überwiegt nach 16 Jahren Angela Merkel zum Abschied bei Ihnen die Erleichterung oder der Schmerz?

Es ist gut, so wie es ist. Die Zeit des „Merkelismus“, das heißt, so tun, als ob man regiert, wäre am 24. Februar ohnehin vorbei gewesen. Sie hat Glück oder vielleicht auch Fortune gehabt, um gerade noch rechtzeitig die Tür der „Merkelschanze“ von außen zuzumachen.

Was vermissen Sie an der Altkanzlerin am meisten?

Eigentlich hat mein Buch weder mit der Person Angela Merkel noch mit der Politikerin viel zu tun. Es ist ein Kompendium der Zeit, als sie Bundeskanzlerin war und wir ganz viel erlebt haben, das mit ihr wenig zu tun hatte. Es ist unser Lebensabschnitt namens „Merkelzeit“.

Helmut Kohl war zehn Tage länger im Amt als Angela Merkel – hätten Sie ihr den Kanzler-Rekord gegönnt?

Kanzlerschaft ist ja kein Sportwettkampf, lieber vier Jahre „Gummi geben“ als sechzehn Jahre „Trantüte“, oder, noch schlimmer, siebzehn Jahre.

Hätten Sie über die Kohl-Jahre auch ein Buch wie über das „Merkelozän“ schreiben können oder wollen?

Ja, war auch eine prägende Zeit, habe ich sogar mehrere, die hießen alle „Reise durch das Land der Bekloppten und Bescheuerten“.

Olaf Scholz ist noch keine 100 Tage im Amt – trauen Sie ihm eine ähnliche lange Kanzlerschaft zu?

Nein. Das liegt nicht mal an ihm – ausnahmsweise –, aber wir alle wollen nicht mehr so lange dasselbe Gesicht sehen, vor allem eins, aus dem es spricht wie aus einem Roboter.

Fällt es angesichts der aktuellen Ereignisse eigentlich leicht, sich den Blick des Humoristen zu bewahren, oder ist Humor das Einzige, was diese Zeiten erträglich macht?

Deshalb trägt meine Tournee den Titel „Wir.Verdienen.Deutschland.“ – das erwartet uns, und zwar nicht nur bei meinen Auftritten, sondern vor allem als Quittung für alle Fehlentscheidungen und Versäumnisse der Zeit, als „Mutti unser Kanzler war“. Mehr Humor kann ich zurzeit nicht aufbringen.

Gastspiel in Sulingen

Am Freitag, 25. März, tritt Dietmar Wischmeyer um 20 Uhr im Sulinger Stadttheater auf mit seinem Programm „Wir.Verdienen.Deutschland.“ Es sind noch Karten erhältlich.

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